Olmesartan + Amlodipin

Allgemeines

Olmesartan + Amlodipin dient der Behandlung der essentiellen Hypertonie, also des Bluthochdrucks ohne erkennbare körperliche Ursache. Die Kombination wird immer dann eingesetzt, wenn bei erwachsenen Patienten der Blutdruck nicht ausreichend mit Olmesartan oder Amlodipin alleine gesenkt werden kann.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Wirkung von blutdrucksteigerndem Angiotensin II aufheben
  • Calciumeinstrom in Gefäßmuckelzellen verhindern
  • Blutgefäße weitstellen
  • Blutdruck senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Olmesartan + Amlodipin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Olmesartan + Amlodipin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Olmesartan und Amlopidin oder andere Caliumkanalblocker vom Nifedipin-Typ
  • stark eingeschränkter Leberfunktion und Verlegung der Gallenwege
  • sehr niedrigem Blutdruck
  • Schock (auch herzbedingt)
  • Abflussbehinderung aus der linken Herzkammer beispielsweise durch hochgradige Verengung der Hauptschlagader (Aorta)
  • stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 20 Milliliter/Minute), nach Nierenverpflanzung oder bei Nierenversagen (Kreatinin-Clearance unter 12 Milliliter/Minute aufgrund fehlender Studien dazu
  • Herzmuskelschwäche aufgrund von Mangeldurchblutung nach einem akuten Herzinfarkt.
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination eingesetzt werden bei
  • Patienten mit Mangel an Blutmenge oder Natriummangel im Blut wegen der Gefahr eines Blutdruckabfalls
  • Patienten mit schwerer Herzmuskelschwäche (Beschwerden bereits in Ruhe) oder Nierenerkrankung einschließlich Verengung der Nierenarterie (ein- oder beidseitig), weil dies schwere Nierennebenwirkungen begünstigt
  • eingeschränkter Nierenfunktion
  • leicht bis mäßig eingeschränkter Leberfunktion; bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion sollte die Dosis an Olmesartan-Medoxomil 20 Milligramm nicht überschreiten
  • Kalium-Überschuss im Blut wegen der Gefahr von Herzrhythmusstörungen
  • Verengung von Herzklappen (Aorten- oder Mitralklappe) oder bei Herzwandverdickung
  • übermäßiger Produktion des blutdrucksteigernden Hormons Aldosteron in der Nebenniere, weil dies die Wirkung der Kombination aufhebt
  • schwerer Herzmuskelschwäche wegen des Risikos eines akuten Nierenversagens und/oder Tod
  • Patienten schwarzer Hautfarbe, weil die Kombination bei ihnen schwächer wirksam ist
  • älteren Patienten wegen deren meist schwächerer Nierenfunktion
  • koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris) oder Durchblutungsstörungen des Gehirns, weil ein Blutdruckabfall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Für die Kombination gibt es keine Studien mit Schwangeren, in denen Sicherheit und Nebenwirkungen untersucht wurden. Allerdings ist bekannt, dass eine Therapie mit AT1-Rezeptor-Antagonisten wie Olmesartan ab dem vierten Monat der Schwangerschaft giftig auf das Un- und Neugeborene wirken. Der Calciumkanalblocker Amlodipin hingegen kann eine Verzögerung der Geburt bewirken. Aus diesen Gründen wird die Anwendung der Kombination während des ersten Schwangerschaftsdrittels nicht empfohlen und ist für den Rest der Schwangerschaft verboten. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, ist die Behandlung unverzüglich zu beenden und, wenn erforderlich, eine andere Therapie vom Arzt zu beginnen.

Da keine Erkenntnisse zur Anwendung von Olmesartan und Amlodipin in der Stillzeit vorliegen, wird die Anwendung der Kombination zu dieser Zeit nicht empfohlen. In der Stillzeit wird der Arzt auf andere Therapiemöglichkeiten ausweichen, die als sicher bekannt sind, insbesondere, wenn Neugeborene oder Frühgeborene gestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung der Kombination bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sollte unterbleiben, da die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht durch Studien belegt ist.

Welche Nebenwirkungen können Olmesartan + Amlodipin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Olmesartan + Amlodipin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Ermüdung, Wassereinlagerung im Gewebe (Ödeme, auch in Armen und Beinen und eindrückbar).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Kaliumüberschuss im Blut, verminderte Libido, geringe Empfindlichkeit, Antriebslosigkeit, nervliche Missempfindungen in Armen und Beinen, Schwindel bei Körperlageveränderung, Schwindel, Herzklopfen, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Husten, Atembeschwerden, Verstopfung, Durchfall, Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Oberbauchschmerz, Ausschlag, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Schmerzen in Armen und Beinen, übermäßiges Harnlassen, Erektionsstörungen, Schwäche, Kreatinin-Werterhöhung im Blut, erniedrigte Kaliumkonzentration im Blut, vermehrt Harnsäure im Blut, Leberwertveränderung (Anstieg der Gamma-GT).

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen/Arzneimittelüberempfindlichkeit, Ohnmacht, Gesichtsrötung, Nesselfieber, Gesichtsschwellung.

Besonderheiten:
Wie bei jedem Blutdrucksenker könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris) oder Durchblutungsstörungen des Gehirns zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Olmesartan + Amlodipin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Andere Blutdrucksenker (Entwässerungsmittel, Alpha-Sympatholytika) können die Wirkung der Kombination durch gleichzeitige Anwendung verstärken.

Die gleichzeitige Anwendung der Kombination mit folgenden Substanzen oder Wirkstoffgruppen wird nicht empfohlen:
  • Lithium, weil es durch die Kombination giftiger wird
  • nicht-steroidale Antirheumatika, weil sie die Wirkung der Kombination abschwächen
  • Wirkstoffe, die den Kaliumhaushalt des Körper beeinflussen (beispielsweise Kaliumpräparate, kaliumsparende Entwässerungsmittel, kaliumhaltiger Salzersatz oder Heparin, das den Kaliumgehalt des Blutes erhöht) sollten nur vorsichtig und mit häufiger ärztlicher Überwachung der Kaliumkonzentration im Blut eingesetzt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Patienten schwarzer Hautfarbe kann die Wirkung des Medikaments geringer sein.
  • Durch die Blutdrucksenkung kann es zu leichtem Schwindel und Sehstörungen kommen, die Autofahren und die Maschinenbedienung gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Olmesartan + Amlodipin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Olmesartan + Amlodipin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Olmesartan + Amlodipin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Olmesartan + Amlodipin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, AT1-Rezeptor-Antagonisten, Blutdrucksenker, zu welcher die Wirkstoffkombination Olmesartan + Amlodipin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Olmesartan + Amlodipin

Olmesartan + Amlodipin dient der Behandlung der essentiellen Hypertonie, also des Bluthochdrucks ohne erkennbare körperliche Ursache. Die Kombination wird immer dann eingesetzt, wenn bei erwachsenen Patienten der Blutdruck nicht ausreichend mit Olmesartan oder Amlodipin alleine gesenkt werden kann.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Olmesartan + Amlodipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Olmesartan + Amlodipin

Die Kombination Olmesartan + Amlodipin vereint einen Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten mit einem Calciumkanalblocker. Die Wirkmechanismen beider Substanzen sind verschieden. Beide greifen jedoch an den Muskelzellen der Blutgefäße an. In ihren Effekten verstärken sie sich so, dass der Blutdruck stärker gesenkt wird als durch jede einzelne Komponente allein.

Olmesartan blockiert an den Gefäßmuskelzellen die Bindungsstelle (Rezeptor) für den körpereigenen blutdrucksteigernden Botenstoff Angiotensin II. Dieser Botenstoff wird in der Nebenniere gebildet. Indem Olmesartan das Andocken von Angiotensin II an den Rezeptor verhindert, selber aber keine Wirkung auslöst, hebt der Wirkstoff den Angiotensin-Effekt auf. Durch Weitstellung der Blutgefäße sinkt der Blutdruck.

Amlodipin hingegen verhindert den Einstrom von Calcium in die Muskelzellen der Blutgefäße. Dieser Einstrom aber ist notwendig, um ein Zusammenziehen auszulösen. Indem die Blutgefäß-Muskelzellen schlaff bleiben, werden die Blutgefäße selbst weitgestellt - der Blutdruck sinkt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.