Nimodipin

Allgemeines

Nimodipin wird eingesetzt bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Alter (Demenzerkrankungen).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Durchblutungsstörungen im Gehirn behandeln
  • Gefäßkrämpfe im Gehirn verringern
  • Arterien und Venen erweitern
  • Hirnorganisch bedingte Leistungsstörungen bei Demenz behandeln.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Nimodipin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Nimodipin nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Nimodipin beziehungsweise verwandte Kalziumkanalblocker (Dihydropyridine), schwer eingeschränkten Leberfunktionen, Wasseransammlungen im Gehirn (generalisiertes Hirnödem) oder erhöhtem Hirndruck.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt sollte der Wirkstoff angewandt werden bei älteren Patienten mit mehreren gleichzeitig behandelten Erkrankungen (multimorbide Patienten ), schweren Einschränkungen der Nieren- und/oder der Herz-Kreislauffunktion und niedrigem Blutdruck (Hypotonie).

Bei vorhergehender langfristiger Anwendung von krampflösenden Wirkstoffen (Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenobarbital oder Phenytoin) wird die gleichzeitige Verabreichung von Nimodipin nicht empfohlen.

Bei der gleichzeitigen Anwendung von Neuroleptika oder Antidepressiva liegen keine ausreichenden Erfahrungen hinsichtlich der Wechselwirkungen vor. Auch sie sollten daher nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Schwangerschaft und Stillzeit darf Nimodipin nicht angewendet werden. Nimodipin geht in die Muttermilch über. Deshalb sollte abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Nimodipin notwendig ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung bei Kindern sollte unterbleiben, weil die Wirkungsweisen von Nimodipin bei dieser Patientengruppe nicht ausreichend erforscht sind.

Welche Nebenwirkungen kann Nimodipin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Nimodipin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Hautrötungen und Wärmegefühl (Flush), Kopfschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Müdigkeit, Empfindungsstörungen (Parästhesien), Herzklopfen (Palpitationen) und Herzrasen (Tachykardien), Angina Pectoris-Anfälle, Knöchelschwellungen, Unterschenkelschwellungen, Wasseransammlungen (Ödeme) insbesondere in den Beinen und Knöcheln.

Seltene Nebenwirkungen:
Übelkeit, Magen- Darm Beschwerden, Venenentzündungen.

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Blutdrucksenkungen (Hypotonie), Herzinfarkt, herabgesetzte Nierenfunktion mit Harnstoffwerteanstieg und/oder Kreatinin-Werteanstieg bei Nierenschwäche (Niereninsuffizienz).

Besonderheiten:
Nach Gabe in die Vene können Nebenwirkungen wie Schwitzen, Leberfunktionsstörungen (Transaminasenanstieg, Alkalische Phospahtase und gamma-GT) sowie Herzschlagunterbrechungen (Extrasystolen) auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Nimodipin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Blutdrucksenkende Wirkstoffe wie Antihypertensiva, Entwässerungsmittel (Diuretika), trizyklische Antidepressiva und gefäßerweiternde Mittel wie Vasodilatatoren verstärken den blutdrucksenkenden Effekt von Nimodipin.

Bei Kombination mit Diltiazem ist der Nimodipin-Abbau im Körper verzögert und es kann zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Eine sorgfältige ärztliche Überwachung und Dosisanpassung ist hier erforderlich.

Betablocker wie beispielsweise Propranolol führen ebenfalls zu einer verstärkten Blutdrucksenkung, gelegentlich sogar zur Ausbildung einer Herzschwäche Herzinsuffizienz. Hier ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin, Theophyllin oder Cyclosporin oder Cephalosporinen wie zum Beispiel Cefixim erhöhen sich die Plasmaspiegel dieser Wirkstoffe im Blut und damit ihre schädigenden Nebenwirkungen.

Magensäurehemmende Wirkstoffe (Antiazida) wie Cimetidin oder Ranitidin verstärken die Nimodipin-Wirkung und können zu starkem Blutdruckabfall führen.

Rifampicin fördert den Enzymabbau von Nimodipin und führt zu einer Wirkungsabschwächung von Nimodipin.

Nitrate verstärken ebenfalls die blutdrucksenkende Wirkung von Nimodipin und können zudem die Herzfrequenz erhöhen.

Wird im Rahmen einer Krebstherapie Vincristin zusammen mit Nimodipin eingesetzt, wird die Ausscheidung von Vincristin vermindert, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin zunehmen können. Eine Dosisverminderung von Vincristin kann dann erforderlich sein.

Nimodipin sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Grapefruitsaft verhindert den Abbau von Nimodipin im Körper und verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung.

Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin senken die Herzschlagkraft und werden in ihrer schädigenden Wirkung durch Nimodipin verstärkt.

Die Dauertherapie mit Antikonvulsiva oder Antiepileptika wie Phenytoin und Carbamazepin verringert die Nimodipin-Wirkung.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Fentanyl oder anderen Narkotika tritt gelegentlich ein niedriger Blutdruck auf.

Wird zur Behandlung von Pilzinfektionen Itraconazol eingesetzt, wird die Wirkung von Nimodipin möglicherweise erhöht. Hierfür sprechen die Beobachtungen bei anderen Dihydropyridinen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei eingeschränkter Leberfunktion kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen.
  • Liegen schwere Durchblutungsstörungen des Gehirns (cerebrovaskuläre Erkrankung) vor, sollte mit einer niedrigen Dosierung behandelt werden.
  • Durch den Wirkstoff kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt werden.
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann gering bis mäßig beeinträchtigt sein. Das ist besonders bei Behandlungsbeginn, bei einer Dosiserhöhung oder im Zusammenwirken mit Alkohol zu beachten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Nimodipin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Nimodipin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten

So wirkt Nimodipin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Nimodipin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Nimodipin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Nimodipin

Nimodipin wird eingesetzt bei hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen im Alter (Demenzerkrankungen).

Als Infusionslösung wird es auch zur Vorbeugung und Behandlung von Durchblutungsstörungen im Gehirn nach Gefäßkrämpfen (zerebrale Vasospasmen) und nach Blutungen im Gehirn angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nimodipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Nimodipin

Nimodipin ist ein Kalziumkanalblocker vom Nifedipin-Typ und blockiert spezielle Kalziumkanäle im Zentralnervensystem.

Es entfaltet seine Wirkung bevorzugt an Hirngefäßen und wird daher bei vasospastischen Durchblutungsstörungen im Gehirn eingesetzt.

Nimodipin gehört zu den schnell wirksamen Dihydropyridinen. Es durchdringt aufgrund seiner hohen Fettlöslichkeit gut die Blut-Hirn-Schranke, wird schnell und fast vollständig im Dünndarm aufgenommen und zügig im Körper abgebaut. Nach ein bis zwei Stunden ist die Hälfte des Wirkstoffes bereits ausgeschieden. Aus diesem Grund ist Nimodipin in vielen Arzneimitteln in retardierter Form enthalten. Retardmittel setzten den Wirkstoff verzögert, über einen längeren Zeitraum frei. Damit ist eine annährend kontinuierliche und ausreichende Wirkstoffkonzentration im Blut vorhanden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.