Lactulose

Allgemeines

Lactulose ist der Wirkstoff der Wahl, wenn einer Verstopfung mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten nicht mehr beizukommen ist. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Erkrankungen, die eine leichtere Darmentleerung erfordern, wie beispielsweise Hämorrhoiden.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Darmentleerung erleichtern
  • Verstopfungen behandeln
  • Verwirrtheitszuständen bei schweren Leberschäden vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Lactulose im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Lactulose nicht verwendet werden?

Bei Fruchtzucker-Unverträglichkeit, Lactase-Mangel, Schleimzuckerüberschuss oder Glucose-Galactose-Aufnahmestörung (Glucose-Galactose-Malabsorptionssyndrom) sollte Lactulose nicht eingenommen werden.

Ebenso verbietet sich der Einsatz von Lactulose bei einem Darmverschluss. Anzeichen dafür können krampfartige Bauchschmerzen sein, aufgeblähter Bauch, Stuhlverhalt oder fehlender Abgang von Winden und eventuell begleitendes Erbrechen. Bei solchen Beschwerden ist sofortiges ärztliches Eingreifen notwendig.

Bei akut entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes und Störungen des Wasser- und Mineralsalzgleichgewichtes darf Lactulose nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt verabreicht werden.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Lactulose kann während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern muss vor einer Lactulose-Gabe eine Fruchtzucker-Unverträglichkeit ausgeschlossen werden.

Welche Nebenwirkungen kann Lactulose haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Lactulose. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Blähungen, Windabgang.

Seltene Nebenwirkungen:
Erhöhung der Blutnatriumkonzentration.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Störungen des Mineralhaushalts, Verstärkung der Darmträgheit (bei langfristiger Einnahme).

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Lactulose?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Lactulose kann den Kaliumverlust durch Entwässerungsmittel verstärken. Gleiches gilt für Glukokortikoide (Wirkstoff gegen Entzündungen unterschiedlichster Ursache) und Amphotericin B (Wirkstoff gegen Pilzerkrankungen).

Der Effekt von Wirkstoffen gegen Herzmuskelschwäche (Herzglykoside) kann durch einen entstandenen Kaliummangel verstärkt werden.

Da Lactulose den pH-Wert im Darm verändern kann, können pH-Wert abhängige Wirkstoffe (wie beispielsweise 5-ASA) im Darm inaktiviert werden.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Zuckerkranke sollten den Gehalt an Schleimzucker, Fruchtzucker und Milchzucker berücksichtigen.
  • Bei längerer Einnahme sollten Blutwerte wie Kalium und andere Elektrolyte kontrolliert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Lactulose?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Lactulose enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 

 

So wirkt Lactulose

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lactulose. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Abführmittel, zu welcher der Wirkstoff Lactulose gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Lactulose

Lactulose ist der Wirkstoff der Wahl, wenn einer Verstopfung mit einer Umstellung der Ernährungs- und Lebensgewohnheiten nicht mehr beizukommen ist. Weitere Anwendungsmöglichkeiten sind Erkrankungen, die eine leichtere Darmentleerung erfordern, wie beispielsweise Hämorrhoiden.

Der Wirkstoff kann auch zur Vorbeugung von Verwirrtheitszuständen bei Menschen mit schweren Lebererkrankungen (beispielsweise Leberzirrhose) eingesetzt werden.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lactulose sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lactulose

Das Abführmittel Lactulose ist ein Doppelzucker aus einem Molekül Schleimzucker (Galactose) und einem Molekül Fruchtzucker (Fruktose). Ähnlich den Osmolaxanzien zieht die Lactulose Wasser in den Dickdarm. Der Stuhl wird durch das angezogene Wasser weicher. Im Dickdarm wird Lactulose außerdem durch Bakterien hauptsächlich zu Milch- und Essigsäure, sowie Methan und Wasserstoff abgebaut. Vor allem die Säuren regen die Darmaktivität an und fördern die Ausscheidung zusätzlich.

Zusätzlich kann Lactulose in höheren Dosierungen Ammoniak aus dem Darm und dem Blut entfernen. Dieser Effekt kann sehr hilfreich sein bei Menschen mit schweren Lebererkrankungen, da hier oft ein zu viel Ammoniak im Blut vorhanden ist und dadurch Bewusstseinseintrübungen und Verwirrtheitszustände verursacht werden können. Für den Wirkmechanismus werden unterschiedliche Wege diskutiert. Einmal vermutet man, dass der durch Lactulose abgesenkte Säuregrad (pH-Wert) des Darminhaltes giftigen Ammoniak in ungiftige und ausscheidbare Salze verwandelt. Zweitens könnte auch die Zahl eiweißverzehrender und damit ammoniakproduzierender Bakterien zugunsten harmloserer zuckerspaltender Keime abnehmen. Oder der durch Lactulose angelieferte Kohlenhydratüberschuss zwingt die Darmbakterien, sich des Ammoniak als Nitratquelle zu bedienen. Jedenfalls wird durch Lactulose die Aufnahme von Ammoniak aus dem Darminneren in den Blutkreislauf verringert. Die Ammoniak-Konzentration im Blut lässt sich so um etwa 25 bis 50 Prozent senken.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.