Gentamicin + Dexamethason

Allgemeines

Die Kombination aus den Wirkstoffen Gentamicin und Dexamethason wird in Form von Augentropfen oder Augensalben bei bakteriellen Infektionen und Entzündungen des vorderen Augenabschnittes angewendet, sofern diese von Gentamicin-empfindlichen Erregern verursacht sind.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Augeninfektionen durch Bakterien bekämpfen und vorbeugen
  • allergisch bedingte bakterielle Entzündungen am Auge verringern
  • Beschwerden bei Bindehautentzündungen, Hornhautentzündungen und Entzündungen der Lidränder lindern
  • Entzündungszustände nach chirurgischen Eingriffen am Auge behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Gentamicin + Dexamethason im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Gentamicin + Dexamethason nicht verwendet werden?

Die Wirkstoffkombination darf bei Überempfindlichkeit gegen Gentamicin oder Dexamethason, bei Augeninfektionen durch Herpesviren (Herpes corneae superficialis), Geschwüren und Verletzungen der Hornhaut, Augentuberkulosen sowie Pilzinfektionen am Auge (Augenmykosen) oder virusbedingten Augenerkrankungen nicht angewendet werden.

Ebenso dürfen Patienten mit erhöhtem Augeninnendruck durch die Augenkrankheit grüner Star (Eng- und Weitwinkelglaukom) oder akuten eitrigen Erkrankungen des vorderen Augenabschnittes die Wirkstoffkombination nicht einsetzen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Da auch nach Anwendung von Glukokortikoiden am Auge nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Wirkstoffe in den Körper der Mutter aufgenommen werden und so das Ungeborene schädigen können, sollte die Kombination aus den Wirkstoffen Gentamicin und Dexamethason während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.

Glukokortikoide wie Dexamethason gehen in die Muttermich über. Gelangt der Wirkstoff über die Haut oder Schleimhaut in den Blutkreislauf der Mutter und dadurch in die Muttermilch, kann der Säugling geschädigt werden. Deshalb sollte die Behandlung mit dem Wirkstoff ärztlich sorgfältig abgewogen werden. Sind aus Krankheitgründen höhere Konzentrationen von Dexamethason erforderlich, sollte vor der Anwendung abgestillt werden.

Der Wirkstoff Gentamicin gelangt nur in sehr geringen Mengen in die Muttermilch. Obwohl beim gestillten Säugling bislang keine unerwünschten Wirkungen beobachtet wurden, wird ebenfalls zur ärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung vor der Anwendung geraten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für die Anwendung der Wirkstoffkombination Gentamicin und Dexamethason bei Kindern liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen und Erkenntnisse vor. Daher sollte die Kombination nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung bei Kindern angewandt werden.

Welche Nebenwirkungen können Gentamicin + Dexamethason haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Gentamicin + Dexamethason. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen wie kurzzeitiges leichtes Augenbrennen, Rötungen, Fremdkörpergefühl, vermehrter Tränenfluss.

Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Pupillenerweiterung (Mydriasis).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Wundheilungsstörungen (nach Augenverletzungen), Augeninnendruckerhöhung (grüner Star), Linsentrübung (Katarakt), Schleiersehen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Gentamicin + Dexamethason?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Anwendung der Wirkstoffkombination mit anderen den Augeninnendruck steigernden Wirkstoffen (zum Beispiel Atropin oder andere vergleichbare Anticholinergika) kann eine zusätzliche Steigerung des Augeninnendrucks hervorrufen.

Der Wirkstoff Gentamicin ist unverträglich mit den Wirkstoffen Amphotericin B, Heparin, Sulfadiazin, Cefalotin und Cloxacillin. Die gleichzeitige Anwendung am Auge kann zu sichtbaren Niederschlägen im Bindehautsack führen.

Werden andere Augentropfen oder Augensalben zusätzlich angewendet, sollte zwischen beiden Behandlungen mindestens ein Zeitraum von 15 Minuten liegen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Anwendung dürfen keine Kontaktlinsen getragen werden.
  • Wenn andere Augenarzneimittel zur gleichen Zeit äußerlich angewendet werden, sollte zwischen den beiden Behandlungen ein zeitlicher Abstand von etwa 15 Minuten eingehalten werden.
  • Auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kann das Sehvermögen und somit das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder die Bedienung von Maschinen beeinträchtigt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Gentamicin + Dexamethason?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Gentamicin + Dexamethason enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Augensalbe, Augentropfen

So wirkt Gentamicin + Dexamethason

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Gentamicin + Dexamethason. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Aminoglykosid-Antibiotika, Entzündungshemmer, Antibiotika, zu welcher die Wirkstoffkombination Gentamicin + Dexamethason gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Gentamicin + Dexamethason

Die Kombination aus den Wirkstoffen Gentamicin und Dexamethason wird in Form von Augentropfen oder Augensalben bei bakteriellen Infektionen und Entzündungen des vorderen Augenabschnittes angewendet, sofern diese von Gentamicin-empfindlichen Erregern verursacht sind.

Zu solchen Augeninfektionen durch Bakterien gehören Bindehautentzündungen (Konjunktivitis), Hornhautentzündungen (Keratitis), Entzündungen der Lidränder (Blepharitis) und Gerstenkörner.

Behandelt werden können mit der Wirkstoffkombination außerdem allergisch bedingte Entzündungen der Bindehaut und des Lidrandes.

Daneben dient Gentamicin in Kombination mit Dexamethason zur Infektionsvorbeugung bei Verletzungen des vorderen Augenabschnitts und zur Behandlung von Entzündungszuständen nach chirurgischen Eingriffen am Auge.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Gentamicin + Dexamethason sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Gentamicin + Dexamethason

Der Wirkstoff Gentamicin ist ein aus dem Bakterium Micromonospora purpurea gewonnenes Aminoglykosid-Antibiotikum, das eine bakterientötende (bakterizide) Wirkung hat.

Gentamicin hemmt die Eiweißbildung (Proteinbiosynthese) von Bakterien und kann dadurch sowohl gramnegative (zum Beispiel Enterobacteriaceae) als auch grampositive Erreger (zum Beispiel Staphylokokken) wirksam bekämpfen. So können beispielsweise Infektionen durch Streptokokken mit Gentamicin behandelt werden.

In Kombination mit Dexamethason wird Gentamicin bei Erkrankungen im Augenbereich (Augeninfektionen durch Bakterien) wie Bindehautentzündungen, Hornhautentzündungen, Lidrandentzündungen und Gerstenkörnern eingesetzt, soweit sie durch gentamicinempfindliche Erreger verursacht werden.

Der Wirkstoff Dexamethason gehört zur Gruppe der Glukokortikoide und zeigt auch deren Wirkungsweise. Er hat starke entzündungshemmde und die Immunabwehr schwächende (immunsuppressive) Eigenschaften. Im Vergleich zu anderen äußerlich angewendeten Glukokortikoiden verbleibt Dexamethason lange in den oberen Schichten der Haut beziehungsweise der Schleimhaut und kann dort Entzündungsreaktionen und Überempfindlichkeitsreaktonen verringern.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.