Fulvestrant

Allgemeines

Fulvestrant wird bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt, um Brustkrebs zu behandeln. Der Brustkrebs kann örtlich schon fortgeschritten sein oder Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Voraussetzung ist, dass die Krebszellen eine Bindungsstelle für Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, aufweisen. Damit ist gesichert, dass der Krebs in seinem Wachstum durch Östrogene gefördert wird.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Östrogene von der Östrogen-Bindungsstelle der Zellen verdrängen
  • Krebswachstum hemmen, das durch Östrogen gefördert wird

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Fulvestrant im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Fulvestrant nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Fulvestrant oder schwerer Einschränkung der Leberfunktion darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Fulvestrant angewendet werden bei
  • leichter bis mittelschwerer Einschränkung der Leberfunktion
  • schwerer Einschränkung der Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance von weniger als 30 Milliliter/Minute)
  • Risikofaktoren für Blutgefäßverstopfungen, weil diese durch fortgeschrittenen Brustkrebs gefördert werden. Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht und höheres Lebensalter
  • Osteoporose, weil sich diese durch Fulvestrant verschlechtern kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Patientinnen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Fulvestrant eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Der Wirkstoff darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden. Im Tierversuch konnte er den Mutterkuchen durchdringen und bei den Ungeborenen Missbildungen und Todesfälle hervorrufen. Falls während der Behandlung mit Fulvestrant eine Schwangerschaft eintritt, muss der Arzt die Patientin über die Gefahr für das Ungeborene und das mögliche Risiko einer Fehlgeburt informieren.

Während der Behandlung mit Fulvestrant muss die Frau das Stillen beenden. Fulvestrant geht bei Ratten in die Muttermilch über. Ob dies auch beim Menschen der Fall ist, ist nicht bekannt. Aufgrund möglicher schwerwiegender Nebenwirkungen bei Säuglingen ist die Anwendung während der Stillzeit verboten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Fulvestrant bei Kindern von Geburt bis zum Alter von 18 Jahren ist nicht in Studien nachgewiesen. Daher ist die Anwendung in dieser Altersgruppe verboten.

Welche Nebenwirkungen kann Fulvestrant haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Fulvestrant. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit, erhöhte Leber-Enzym-Werte (ALAT, ASAT, ALP), Schwäche, Reaktionen an der Injektionsstelle.

Häufige Nebenwirkungen:
Harnwegsinfektionen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Essensverweigerung, Kopfschmerzen, Venenverstopfungen, Hitzewallungen, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag, Rückenschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Scheidenpilz, weißer Ausfluss, Scheidenblutungen, Blutungen an der Injektionsstelle, Blutergüsse an der Injektionsstelle.

Besonderheiten:
Essensverweigerung, Venenverstopfungen, erhöhte Leberwerte, Rückenschmerzen, Schwäche und Reaktionen an der Injektionsstelle können auch durch die Grunderkrankung selbst verursacht sein.

Welche Wechselwirkungen zeigt Fulvestrant?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher sind keine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament lässt Dopingkontrollen positiv ausfallen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament trat sehr häufig Schwäche auf, die Autofahren und die Bedienung von Maschinen gefährlich macht.
  • Der Wirkstoff des Medikaments ist dem Hormon Östrogen in der Gestalt ähnlich, kann daher Messungen der Östrogenkonzentration im Körper stören und zu falsch erhöhten Östrogenwerten führen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Fulvestrant?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Fulvestrant enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Fulvestrant

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Fulvestrant. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antiöstrogene, Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Fulvestrant gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Fulvestrant

Fulvestrant wird bei Frauen nach den Wechseljahren eingesetzt, um Brustkrebs zu behandeln. Der Brustkrebs kann örtlich schon fortgeschritten sein oder Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet haben. Voraussetzung ist, dass die Krebszellen eine Bindungsstelle für Östrogene, die weiblichen Geschlechtshormone, aufweisen. Damit ist gesichert, dass der Krebs in seinem Wachstum durch Östrogene gefördert wird.

Fulvestrant wird ausschließlich bei wiederaufgetretenem Brustkrebs eingesetzt, der sich während oder nach einer Antiöstrogen-Therapie entwickelt hat oder während der Behandlung mit einem Antiöstrogen weiter gewachsen ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Fulvestrant sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Fulvestrant

Fulvestrant gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiöstrogene, also der Gegenspieler der weiblichen Geschlechtshormone. Der Wirkstoff bindet genauso stark an den Rezeptor für Östrogen wie das Hormon selbst. Allerdings hat Fulvestrant keine der östrogentypischen Wirkungen. Insofern hemmt der Wirkstoff bei bestimmten Krebsarten wie beispielsweise Brustkrebs das durch Östrogene geförderte Wachstum.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.