Durvalumab

Allgemeines

Durvalumab wird als alleiniger Wirkstoff eingesetzt zur Therapie Erwachsener mit örtlich fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der nicht operiert werden kann.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Verbindung des Krebszell-Eiweißes PD-L1 mit Eiweißen an der Oberfläche von Immunzellen verhindern
  • Aktivität und Vermehrung von Abwehrzellen (T-Zellen) im Körper erhalten und fördern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Durvalumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Durvalumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Durvalumab nicht eingesetzt werden. Zudem dürfen nur Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs den Wirkstoff erhalten, deren Krebszellen das PD-L1-Merkmal tragen. Für alle anderen Patienten ist die Behandlung ungeeignet.

Folgende Patientengruppen sollten Durvalumab nur mit ärztlicher Vorsicht erhalten, da sie nicht in die klinischen Studien eingeschlossen waren:
  • Patienten, die durch ihre Krebserkrankung schon behindert sind
  • Patienten mit einer Autoimmunerkrankung oder einer solchen in der Vorgeschichte
  • Patienten mit Erkrankungen der körpereigenen Abwehr in der Vorgeschichte
  • Patienten mit schweren immunvermittelten Nebenwirkungen in der Vorgeschichte
  • Patienten mit Krankheiten, die eine Unterdrückung der körpereigenen Abwehr erfordern
  • Patienten mit einer aktiven Tuberkulose oder Infektion mit Viren des Typs Hepatitis B oder C oder einer HIV-Infektion
  • Patienten, die innerhalb der letzten 30 Tagen vor oder nach Beginn der Behandlung eine Impfung mit einem Lebendimpfstoff erhalten haben

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Zwar gibt es keine Studien mit Durvalumab und der Behandlung von Schwangeren, doch kann der Wirkstoff wie andere Antikörper eine Schwangerschaft nachteilig beeinflussen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Durvalumab und noch mindestens drei Monate nach der letzten Dosis eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es wurde nicht in Studien geprüft, ob Durvalumab in die menschliche Muttermilch übergeht, wie es in geringem Maß bei Affen der Fall ist. Es ist unbekannt, inwieweit es schädlich für das Neugeborene ist. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Durvalumab verzichtet werden soll. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Behandlung für die Patientin berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Durvalumab ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde nicht in klinischen Studien erwiesen. Die eventuelle Anwendung in dieser Altersgruppe liegt in der Verantwortung des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Durvalumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Durvalumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektionen der oberen Atemwege, Lungenentzündung (auch nicht-bakteriell), Schilddrüsenunterfunktion, Husten (auch mit Schleim), Durchfall, Bauchschmerzen, Hautausschlag, Juckreiz, Fieber

Häufige Nebenwirkungen:
Infektionen des Mundes und des Zahnfleischs, Pilzinfektionen im Mund, Grippe, Schilddrüsenüberfunktion, Sprechstörung, Dickdarmentzündung, erhöhte Leberwerte (ALAT, ASAT), Hautentzündung, Nachtschweiß, Muskelschmerzen, erhöhter Kreatinin-Wert im Blut, Störungen der Harnausscheidung, Wasseransammlungen in Armen und Beinen, Reaktion auf die Infusion

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Nebennierenfunktionsstörung, Diabetes mellitus vom Typ 1, Lungenerkrankung, Leberentzündung, Muskelentzündung, Nierenentzündung

Seltene Nebenwirkungen:
Entzündung oder Funktionsstörung der Hirnanhangdrüse, Wasserharnruhr, Herzmuskelentzündung, Entzündung aller Muskeln

Besonderheiten:
Nebenwirkungen wie Lungenerkrankungen, Leberentzündung, Dickdarmentzündung, Störungen der Hirnanhangdrüse mit der Folge von Schilddrüsenüberfunktion, Störungen der Nebennierenfunktion, jegliche Muskel- und Hautentzündungen sowie Nierenentzündung führen je nach Schweregrad zu einer Unterbrechung oder dem dauerhaften Ende der Therapie mit dem Wirkstoff.

Eine entstandene Schilddrüsenunterfunktion wird lediglich mit Schilddrüsenhormonen ausgeglichen. Auch ein Diabetes mellitus vom Typ 1 wird nur durch eine Insulin-Gabe behandelt. In beiden Fällen führt der Arzt die Durvalumab-Behandlung weiter.

Welche Wechselwirkungen zeigt Durvalumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Glukokortikoide und Mittel zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr können die Aktivität und Wirksamkeit von Durvalumab mindern. Ihre innerliche Anwendung (ausgenommen Glukokortikoide in körpereigener Dosierung wie weniger als 10 Milligramm Prednison/Tag) sollte daher vor Beginn der Durvalumab-Therapie unterbleiben. Nach Beginn der Behandlung mit Durvalumab können solche Wirkstoffe jedoch zur Behandlung von immunvermittelten Nebenwirkungen angewendet werden.

Wechselwirkungen zwischen Durvalumab und anderen Substanzen sind nicht zu erwarten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament muss von einem erfahrenen Krebsarzt begonnen und überwacht werden.
  • Das Arzt wird die Nierenfunktion der Patienten vor und in regelmäßigen Abständen während der Behandlung mit dem Medikament überwachen.
  • Bei allen Zeichen von Nebenwirkungen ist sofort der behandelnde Arzt zu verständigen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament und noch mindestens drei Monate nach der letzten Dosis muss eine Schwangerschaft zuverlässig verhütet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Durvalumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Durvalumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Durvalumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Durvalumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Durvalumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Durvalumab

Durvalumab wird als alleiniger Wirkstoff eingesetzt zur Therapie Erwachsener mit örtlich fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der nicht operiert werden kann.

Als Voraussetzung für die Behandlung mit dem Wirkstoff gilt, dass die Krebszellen zu mehr als einem Prozent ein bestimmtes Erbmerkmal tragen (PD-L1) und die Krankheit nach einer Therapie mit Platin-Präparaten (wie z.B. Cisplatin) und Bestrahlungen nicht fortgeschritten ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Durvalumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Durvalumab

Was manche Krebszellen so gefährlich macht, ist die Ausbildung eines Eiweißes, das es den Zellen ermöglicht, sich der Erkennung und Bekämpfung durch die körpereigene Abwehr zu entziehen. Die Ausbildung dieses Eiweißes (PD-L1) kann durch Entzündungsvorgänge angestoßen werden. PD-L1 heftet sich vor allem an die Oberfläche von T-Zellen, die zu den Abwehrzellen des Immunsystems gehören. Dadurch werden die T-Zellen in ihrer Aktivität und Vermehrung gehemmt.

Durvalumab gehört zur Wirkstoffgruppe der monoklonalen Antikörper. Es ist so gestaltet, dass es gezielt die Verbindung von PD-L1 mit den Eiweißen der T-Zell-Oberfläche blockieren kann. Dadurch bleibt die krebsbekämpfende Eigenschaft der T-Zellen erhalten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.