Dinatriumhydrogenphosphat

Allgemeines

Der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat wird bei Verstopfung unterschiedlichster Ursache eingesetzt. Daneben wird er zur Darmspülung vor diagnostischen Untersuchungen (beispielsweise Spiegelungen des Dickdarms) beziehungsweise zur Enddarmentleerung vor medizinischen Eingriffen eingesetzt. Dinatriumhydrogenphosphat wird entweder als Lösung (auch Klistier) über den After in den Enddarm eingebracht oder als Trinklösung eingenommen. Durch den Wirkstoff wird der Darminhalt aufgeweicht und so der Stuhlgang erleichtert. Gleichzeitig wird auch eine vollständige Entleerung des Enddarms erreicht.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Darmbewegungen anregen
  • Darminhalt durch Flüssigkeitsbindung aufweichen
  • Darm bei Verstopfung und diagnostischen Untersuchungen des Darms sowie medizinischen Eingriffen entleeren
  • Bildung von Kalziumsteinen vorbeugen
  • Kalziumsteinleiden insbesondere bei Hyperkalziämie lindern
  • Phosphatmangel insbesondere bei Diabetes mellitus und Hyperkalziämie ausgleichen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dinatriumhydrogenphosphat im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Dinatriumhydrogenphosphat nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf bei Überempfindlichkeit gegen Dinatriumhydrogenphosphat, bei akuten entzündlichen Darmerkrankungen wie Blinddarm- oder Bauchfellentzündungen, Blutungen im Verdauungstrakt, Verengungen im Magen-Darm-Kanal (Stenosen), Darmverschluss (Ileus) oder einer krankhaft veränderten Enddarmerweiterung (Megakolonsyndrom) nicht angewendet werden.

Bei Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts, Harnwegsinfektionen, pH-Werten über 6,6, Struvitsteinen (bestimmten Nierensteinen), schweren Nierenfunktionsstörungen, Schluckstörungen sowie Erkrankungen, die mit einer eingeschränkten Flüssigkeitsaufnahme oder einer deutlichen Erhöhung des Natriumspiegels einhergehen, und bei Zuckerkrankheit mit stark schwankenden Blutzuckerwerten (instabiler Diabetes mellitus) darf der Wirkstoff ebenfalls nicht verabreicht werden.

Nur in Ausnahmefällen und nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf Dinatriumhydrogenphosphat bei nieren- und/oder herzkranken Patienten sowie bei Bluthochdruck eingesetzt werden. Sollte die Einnahme des Wirkstoffs hier dringend erforderlich sein, müssen die Blutelektrolytwerte (Elektrolythaushalt) regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.

Bei Beschwerden und Schmerzen im Bauchraum, Übelkeit und Erbrechen oder nach einer plötzlichen Änderung der Stuhlgewohnheit, die länger als zwei Wochen andauert, darf Dinatriumhydrogenphosphat bis zur Klärung der Ursachen durch einen Arzt nicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat sollte in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit einem Arzt angewendet werden, da keine ausreichenden Untersuchungen über eine mögliche Schädigung des Ungeborenen vorliegen.

Weil auch nicht bekannt ist, ob Dinatriumhydrogenphosphat in die Muttermilch übergeht, sollte in der Stillzeit auf die Einnahme des Wirkstoffs vorsichtshalber verzichtet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat ist zusammen mit dem Wirkstoff Natriumdihydrogenphosphat zur Vorbeugung und Behandlung von Kalziumoxalatsteinbildung bei Kindern zugelassen.

Als Abführmittel ist die Anwendung bei Kindern nicht erlaubt.

Welche Nebenwirkungen kann Dinatriumhydrogenphosphat haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dinatriumhydrogenphosphat. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, allergische Reaktionen der Haut wie Hautausschlag, Völlegefühl, Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall, vorübergehende Erhöhung der Phosphatkonzentration im Blut, häufige, dünnflüssige Stuhlentleerungen, Verstärkung der Darmträgheit, Hautreizungen im Analbereich.

Besonderheiten:
Wasser- und Elektrolytverluste, insbesondere Kaliumverlust, können auftreten. Dies kann Störungen der Herzfunktion und Muskelschwäche, vor allem bei gleichzeitiger Einnahme von Herzglycosiden, Diuretika oder Glukokortikoiden zur Folge haben.

Welche Wechselwirkungen zeigt Dinatriumhydrogenphosphat?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Aufnahme von anderen Wirkstoffen aus dem Magen-Darm-Trakt kann verzögert oder vollständig verhindert werden. Daher sollte zwischen der Einnahme von Dinatriumhydrogenphosphat und anderen Wirkstoffen immer ein zeitlicher Abstand von mindestens einer halben Stunde bis einer Stunde eingehalten werden.

Insbesondere die Aufnahme von gleichzeitig eingenommenen Wirkstoffen wie Mineralien (zum Beispiel Kalzium, Eisenpräparate, Lithium, Zink), Vitaminen, Herzglykosiden und Cumarinen aus dem Darm kann verzögert werden.

Eine besondere ärztliche Überwachung ist erforderlich bei gleichzeitiger Behandlung mit Kalziumkanalblockern, Entwässerungsmitteln (Diuretika), Lithium und Wirkstoffen, die den Elektrolyt-Spiegel beeinflussen. Erhöhte Phosphatspiegel, erniedrigte Kalziumspiegel oder erhöhte Natriumspiegel mit Austrocknungserscheinungen (Dehydrierung) und Azidose können auftreten.

Die Wirksamkeit von regelmäßig eingenommenen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung (zum Beispiel die "Pille"), Antiepileptika (Mittel zur Behandlung von Krampfanfällen), Antidiabetika und Antibiotika kann verschlechtert oder völlig aufgehoben sein.

Der Wirkstoff sollte nicht zusammen mit Vitamin-D-Abkömmlingen, magensäurebindenden Wirkstoffen (Antacida) und Milch eingenommen werden, da sie die Wirksamkeit von Dinatriumhydrogenphosphat vermindern.

Wirkstoffe, die die natürliche Darmbewegung hemmen, wie beispielsweise opioide Schmerzmittel, dürfen nicht gleichzeitig verabreicht werden, da ein Darmverschluss auftreten kann.

Dinatriumhydrogenphosphat kann durch Verzögerung der Kohlenhydrataufnahme blutzuckerspiegelsenkend wirken. Bei Insulin-pflichtigen Diabetikern kann daher eine Anpassung der Insulindosis durch den Arzt erforderlich sein.

Eine Abschwächung der Wirkung von Schilddrüsenhormonen, auch bei zeitlich versetzter Einnahme, kann nicht ausgeschlossen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Um eine Verkleisterung des Darminhalts zu vermeiden, muss während der Behandlung reichlich Flüssigkeit getrunken werden.
  • Die Behandlung von geschwächten und älteren Patienten sollte sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

So wirkt Dinatriumhydrogenphosphat

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dinatriumhydrogenphosphat. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Abführmittel, zu welcher der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Dinatriumhydrogenphosphat

Der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat wird bei Verstopfung unterschiedlichster Ursache eingesetzt. Daneben wird er zur Darmspülung vor diagnostischen Untersuchungen (beispielsweise Spiegelungen des Dickdarms) beziehungsweise zur Enddarmentleerung vor medizinischen Eingriffen eingesetzt. Dinatriumhydrogenphosphat wird entweder als Lösung (auch Klistier) über den After in den Enddarm eingebracht oder als Trinklösung eingenommen. Durch den Wirkstoff wird der Darminhalt aufgeweicht und so der Stuhlgang erleichtert. Gleichzeitig wird auch eine vollständige Entleerung des Enddarms erreicht.

Ein weiteres Anwendungsgebiet des Wirkstoffs ist die Vorbeugung und Behandlung von bestimmten Nierensteinen (Kalziumoxalatsteinleiden), die aufgrund eines übermäßigen Kalziumgehalts im Blut (Hyperkalziämie) entstehen können.

Des Weiteren wird der Wirkstoff zur Therapie von Phosphatmangelzuständen verordnet. Hier wird Dinatriumhydrogenphosphat in Fom von Dragees eingenommen. Ein stark erniedrigter Blutphosphatspiegel, das diabetische Koma bei Diabetes mellitus sowie die hyperkalzämische Krise (lebensbedrohliche Ausprägung der Hyperkalziämie) erfordern die Gabe von Natriumhydrogenphosphat-Infusionslösungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dinatriumhydrogenphosphat sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Dinatriumhydrogenphosphat

    Der Wirkstoff Dinatriumhydrogenphosphat gehört zu den Osmolaxantien unter den Abführmitteln und hat deren Wirkweise.

    Angewendet als Klistier oder Trinklösung vergrößert Dinatriumhydrogenphosphat durch seine wasserbindende Wirkung das Volumen des Darminhalts. Dadurch verstärkt sich die Darmperistaltik, das heißt der Darm wird angeregt, die Speisereste weiterzubefördern. Als Nebeneffekt wird der Stuhl weicher und ermöglicht eine Darmentleerung innerhalb weniger Minuten, was gerade für bevorstehende Darmoperationen oder medizinische Darmuntersuchungen notwendig sein kann.

    In Form von Infusionslösungen gewährleistet der Wirkstoff bei Phosphatmangel die ausreichende Zufuhr der wichtigen Mineralstoffe Natrium und Phosphat von außen.

    Außerdem verschiebt Dinatriumhydrogenphosphat den pH-Wert des Harns schwach in den basischen Bereich (pH > 7). Dadurch lösen und zersetzen sich Kalziumoxalatsteine, die sich in den Nieren abgelagert haben. Sie können auf diese Weise zudem besser ausgeschieden werden.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.