Bisacodyl

Allgemeines

Der Wirkstoff Bisacodyl wird sowohl bei Verstopfung angewendet als auch bei Krankheiten, die eine leichtere Darmentleerung erfordern wie beispielsweise Hämorrhoiden. Er erweicht den Stuhl und fördert die Darmentleerung.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Stuhl bei Verstopfungen erweichen
  • Stuhlentleerung beschleunigen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Bisacodyl im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Bisacodyl nicht verwendet werden?

Bisacodyl darf nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen der Wirkstoff
  • Darmverschluss
  • Anzeichen einer schweren Darmerkrankung wie krampfartigen Bauchschmerzen und eventuell begleitender Übelkeit und Erbrechen. Bei solchen Beschwerden ist sofortiges ärztliches Eingreifen notwendig.
  • akuten entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, wie einer Blinddarmentzündung
  • Störungen des Wasser- und Mineralsalzgleichgewichtes.

Nur nach Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf Bisacodyl angewendet werden bei

  • chronischer Darmträgheit, da längere Anwendung das Leiden verstärken kann
  • älteren Personen oder Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, weil beide ein besonderes Risiko für Austrocknung haben, wie sie durch vermehrte Entleerung flüssigen Stuhls ausgelöst werden kann.
 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Seit der Einführung von Bisacodyl im Jahre 1952 sind keine unerwünschten oder schädigenden Effekte während der Schwangerschaft bekannt geworden. Allerdings wurden keine klinischen Studien dazu durchgeführt. Bisacodyl sollte deswegen während der Schwangerschaft nur auf ärztlichen Rat angewendet werden.

Weder Bisacodyl noch eines seiner Abbauprodukte im Körper geht in die Muttermilch über. Der Wirkstoff kann daher während der Stillzeit unbedenklich angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bisacodyl darf nicht bei Kindern unter zwei Jahren angewendet werden. Die Dosierung hat bei Kindern altersabhängig zu erfolgen.

Welche Nebenwirkungen kann Bisacodyl haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Bisacodyl. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Bauchkrämpfe, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Erbrechen, Blutbeimengung im Stuhl, Bauchbeschwerden, Beschwerden im Bereich den Enddarms und Afters, Schwindel.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit.
allergischer Schock, Blutgefäßschwellungen, Austrocknung, Dickdarmentzündung, Ohnmacht.

Besonderheiten:
Bei unsachgemäßer Anwendung von Bisacodyl (zu lange und zu hoch dosiert) kann es zum Verlust von Wasser, Kalium und anderen Mineralien kommen. Dies kann zu Störungen der Herzfunktion und zu Muskelschwäche führen, insbesondere bei gleichzeitiger Einnahme von Entwässungsmitteln (Diuretika) und Glukokortikoiden. Die Empfindlichkeit gegenüber Herzglykosiden kann verstärkt werden.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Bisacodyl?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Anwendung von Enwässerungsmitteln (Diuretika) oder Glukokortikoiden kann bei übermäßigem Gebrauch von Bisacodyl das Risiko von Entgleisungen des Mineralhaushalts im Körper erhöhen. Dies kann eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Herzglykosiden zur Folge haben.

Wird Bisacodyl eingenommen, dürfen Milch und säurebindende Mittel (Antazida) erst eine halbe Stunde nach der Einnahme von Bisacodyl getrunken oder angewendet werden, um die Bisacodyl-Wirkung nicht abzuschwächen. Für Bisacodyl in Form von Zäpfchen gilt diese Regel nicht.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament ist nur zur kurzfristigen (bis zu einer Woche) Anwendung gedacht.
  • Bei Überdosierung sind krampfartige Bauchschmerzen und Durchfälle möglich.
  • Bei Durchfall durch Überdosierung müssen die Wasser- und Salzverluste ausgeglichen werden.
  • Bei längerer Anwendung als vorgesehen kann der Darm noch träger werden.
  • Bei der Einnahme des Medikaments sollte auf gleichzeitigen Milchgenuss verzichtet werden.
  • Kommt es zu Bauchkrämpfen, kann Autofahren oder das Bedienen von Maschinen durch Schwindel oder Ohnmacht gefährlich sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Bisacodyl?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Bisacodyl enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Zäpfchen (Suppositorien)
magensaft­resistente Tabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
Laxagetten-CT 5 mg Abführtabletten
magensaft­resistente Tabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
magensaft­resistente Tabletten

 

So wirkt Bisacodyl

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Bisacodyl. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Abführmittel, zu welcher der Wirkstoff Bisacodyl gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Bisacodyl

Der Wirkstoff Bisacodyl wird sowohl bei Verstopfung angewendet als auch bei Krankheiten, die eine leichtere Darmentleerung erfordern wie beispielsweise Hämorrhoiden. Er erweicht den Stuhl und fördert die Darmentleerung.

Bisacodyl kann ebenso zur Darmentleerung im Rahmen der Vorbereitung auf eine Darmoperation oder -untersuchung eingesetzt werden.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Bisacodyl sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Bisacodyl

Bisacodyl ist ein Wirkstoff, der erst nach einer Umwandlung im Körper wirkt. Es wird nach Aufnahme ins Blut von der Leber umgewandelt und wieder in den Darm ausgeschieden. Dort spalten Darmbakterien den Wirkstoff in das eigentlich wirksame Diphenol. Diphenol seinerseits steigert die Darmtätigkeit und zieht Wasser in den Darm, was den Stuhl erweicht, auflockert und leichter ausscheidbar macht.

Ferner regt Bisacodyl die Darmwandmuskulatur an. Darmbewegungen werden dadurch gefördert, der Stuhl schneller in Richtung Enddarm transportiert und so der Stuhlgang eingeleitet.

Bisacodyl kann sowohl eingenommen wie als Zäpfchen angewendet werden. Bei morgendlicher Einnahme auf nüchternen Magen tritt die Wirkung nach etwa sechs Stunden ein, bei abendlicher Einnahme nach fünf bis zehn Stunden. Bei der Anwendung als Zäpfchen setzt die Stuhlentleerung bereits nach 15 bis 60 Minuten ein.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.