Alectinib

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 26.07.2017

Allgemeines

Alectinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs eingesetzt. Der Wirkstoff hilft nur, wenn der Krebs bestimmte Merkmale aufweist: Es müssen sich um große Tumorzellen handeln, die von einem speziellen Enzym (anaplastische-Lymphomkinase) Abwandlungen bilden.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

    Gegenanzeigen

    Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Alectinib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

    Wann darf Alectinib nicht verwendet werden?

    Bei Personen, die auf den Wirkstoff überempfindlich reagieren, darf Alectinib nicht eingesetzt werden.

    Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

    In Tierexperimenten hat sich der Wirkstoff als schädlich für die Nachkommen erwiesen. Daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter während der Behandlung und mindestens drei Monate nach der letzten Dosis sorgfältig verhüten.

    Es ist nicht bekannt, ob Alectinib und seine Abbauprodukte in die Muttermilch übertreten. Ein Risiko für das Neugeborene und den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Während der Behandlung mit Alectinib sollte daher nicht gestillt werden.

    Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

    Die Sicherheit und Wirksamkeit von Alectinib bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht durch klinische Studien erwiesen.

    Welche Nebenwirkungen kann Alectinib haben?

    Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Alectinib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

    Sehr häufige Nebenwirkungen:
    Blutarmut, Sehstörungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Leberwerte (ALAT, ASAT), erhöhtes Bilirubin, Hautausschlag, Lichtempfindlichkeit der Haut, Muskelschmerzen, erhöhte Kreatinin-Phosphokinase im Blut, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme).

    Häufige Nebenwirkungen:
    verlangsamter Herzschlag, erhöhter Kreatinin-Wert im Blut.

    Gelegentliche Nebenwirkungen:
    Lungenentzündung, Lungenerkrankung.

    Besonderheiten:
    Entsteht im Rahmen der Therapie eine Lungenerkrankung oder Lungenentzündung, muss die Behandlung mit Alectinib abgebrochen werden.

    Vor Behandlungsbeginn und dann alle zwei Wochen während der ersten drei Behandlungsmonate wird der Arzt die Leberfunktion sorgfältig kontrollieren. Auch danach sollten in regelmäßigen Abständen ärztliche Kontrollen erfolgen, da Nebenwirkungen auch zu einem späteren Zeitpunkt auftreten können.

    Unerklärliche Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwächegefühl sollte der Patient sofort dem behandelnden Arzt berichten. Dieser wird dann prüfen, ob die Therapie die Muskelfunktion beeinträchtigt. Möglicherweise wird er die Behandlung mit Alectinib auch unterbrechen und dann mit verminderter Dosierung fortführen.

    Weil Alectinib den Herzschlag verlangsamen kann, muss die Herzfunktion während der Behandlung regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.

    Alectinib macht die Haut sehr lichtempfindlich. Während der Anwendung und mindestens sieben Tage nach der Behandlung sollten Sie längeres Sonnenbaden zu vermeiden. Verwenden Sie eine Sonnencreme mit UVA/UVB-Breitspektrum-Lichtschutzfaktor sowie ein Lippenschutz (Lichtschutzfaktor über 50), um sich gegen einen Sonnenbrand zu schützen.

    Welche Wechselwirkungen zeigt Alectinib?

    Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

    Bestimmte Substanzen schwächen die Wirkung von Alectinib. Dazu zählen das Tuberkulose-MittelRifampicin, die AntiepileptikaCarbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin, aber auch Johanniskraut (gegen Depressionen).

    Es gibt aber auch Substanzen, die die Wirkung von Alectinib verstärken können. Dazu zählen die virenhemmenden Mittel Ritonavir und Saquinavir, die Pilzmittel Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol, das Psychopharmakon Nefazodon, aber auch Grapefruit-Produkte oder Bitterorangen. Patienten, die diese Wirkstoffe während der Behandlung einnehmen, müssen besonders ärztlich überwacht werden.

    Alectinib kann wiederum die Aufnahme anderer Wirkstoffe in den Körper beeinflussen. Dazu zählen das HerzglykosidDigoxin, der Blutverdünner Dabigatran sowie die Immunologika Topotecan, Sirolimus, Everolimus, der ZytostatikaMethotrexat, Mitoxantron, Nilotinib und Lapatinib. Patienten, die diese Wirkstoffe während der Behandlung nehmen, sollten ebenfalls besonders sorgfältig überwacht werden.

    Alectinib kann die verhütende Wirkung der "Pille" abschwächen. Gegebenenfalls müssen zusätzliche mechanische Verhütungsmittel (Kondom, Pessar) verwendet werden.

    Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

    • Weil das Medikament den Herzschlag verlansamen kann, muss die Herzfunktion während der Behandlung regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
    • Durch die Behandlung mit dem Medikament wird die Haut lichtempfindlich. Eine direkte Besonnung ist zu vermeiden und auf Haut und Lippen ist ein hoher Lichtschutzfaktor aufzutragen.
    • Bei unerklärlichen Muskelschmerzen, Druckempfindlichkeit oder Schwächegefühl ist sofort der behandelnde Arzt zu befragen.
    • Vor, während und über die Zeit von drei Monaten nach der Behandlung hinaus wird der Arzt die Leberfunktion regelmäßig kontrollieren.
    • Während der Behandlung dürfen keine Produkte aus Grapefruit oder Bitterorangen verzehrt werden.
    • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur von erfahrenen Krebsärzten begonnen und überwacht werden.
    • Das Medikament kann den Herzschlag verlangsamen. Dadurch kann es zu Ohnmacht, Schwindel und niedrigem Blutdruck kommen. Diese Beschwerden können das Autofahren und die Bedienung von Maschinen gefährlich machen.

    Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

    Welche Medikamente beinhalten Alectinib?

    Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Alectinib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

    Medikament
    Darreichungsform

    So wirkt Alectinib

    Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Alectinib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Alectinib gehört.

    Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Alectinib

    Alectinib wird bei Erwachsenen zur Behandlung von fortgeschrittenem Lungenkrebs eingesetzt. Der Wirkstoff hilft nur, wenn der Krebs bestimmte Merkmale aufweist: Es müssen sich um große Tumorzellen handeln, die von einem speziellen Enzym (anaplastische-Lymphomkinase) Abwandlungen bilden.

    Diese Abwandlungen sind es auch, die dazu führen, dass das <>link="G">ZytostatikumCrizotinib, das normalerweise zum Einsatz kommt, nicht wirkt.

    Zu folgenden Anwendungsgebieten von Alectinib sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Alectinib

    Alectinib gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika, also der Krebsmittel.

    Alectinib hemmt die Wirkung bestimmter Enzyme: die anaplastische Lymphomkinase und die Rezeptor-Tyrosinkinase. Dies führt über Umwege dazu, dass Krebszellen absterben.

    Alectinib und sein Abbauprodukt sind auch gegen krankhaft abgewandelte Formen der anaplastischen Lymphomkinase wirksam, einschließlich derjenigen Formen, gegen die das Krebsmittel Crizotinib nicht hilft.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.