Olanzapin PUREN 15 mg Filmtabletten

Hersteller: PUREN Pharma GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Olanzapin
Rezeptpflichtig

Wirkung

Olanzapin PUREN 15 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Olanzapin.

Olanzapin wird der Gruppe der Neuroleptika (Nervendämpfungsmittel) zugerechnet. Es dient der Behandlung von Psychosen, wie sie im Rahmen der Schizophrenie oder einer manischen Krankheit (Manie) auftreten.

Der Wirkstoff soll Patienten helfen, die aufgrund der Erkrankung des zentralen Nervensystems den Bezug zur Wirklichkeit verloren haben und infolgedessen an schweren Depressionen, Erregungszuständen oder Angststörungen leiden.

Olanzapin wird zumeist in Form von Tabletten verabreicht. Ist die Einnahme nicht möglich, kann der Wirkstoff auch in den Muskel gespritzt (intramuskuläre Gabe) werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Olanzapin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Neuroleptika, zu welcher der Wirkstoff Olanzapin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schizophrenie
  • mäßig schwere bis schwere ma­nische Episoden
  • Phasenvorbeugung bei Patienten mit bipolarer Störung, wenn manische Episoden auf eine Behandlung mit Olanzapin angesprochen haben

Dosierung

Die empfohlene Dosis zu Anfang einer Schizophrenie-Behandlung beträgt 10 Milligramm Olanzapin pro Tag (zwei 5mg-Filmtabletten). Dafür steht ein entsprechend schwächer dosiertes Präparat zur Verfügung.

Bei manischen Episoden beträgt die Anfangsdosis, wenn das Medikament alleine eingesetzt wird, einmal täglich 15 Milligramm und einmal täglich 10 Milligramm bei einer Kombinationstherapie.

Zur Vorbeugung gegen manische Episoden bei manisch-depressiven Patienten werden in der Regel 10 Milligram Olanzapin (zwei 5mg-Filmtabletten) eingesetzt. Bei Patienten, die Olanzapin zur Behandlung einer ma­nischen Episode erhalten haben, wird der Arzt die Behandlung zur Vorbeugung mit derselben Dosis fortsetzen. Kommt es dennoch zu einer weiteren Episode, wird die Olanzapin-Behandlung fortgesetzt, möglicherweise zusammen mit anderen Psychopharmaka.

Bei Älteren kann, bei Patienten mit Leber- oder Nierenfunktionsstörung muss die Therapie mit 5 Milligramm Olanzapin begonnen werden. Frauen und Nichtraucher nehmen den Wirkstoff schneller in den Körper auf, daher wird der Arzt bei ihnen ebenfalls die Behandlung mit einer nie­drigeren Dosis beginnen.

Während der Behandlung einer Schi­zophrenie, einer manischen Episode und zur Vorbeugung bei bipolaren Störungen kann der Arzt Dosis anschließend je nach Behandlungserfolg innerhalb eines Bereichs von 5 bis 20 Milligramm/Tag verändern. Es stehen dafür zusätzliche Dosierungen von 15 und 20 Milligramm zur Verfügung. Eine Erhöhung der Dosis über die empfohlene Anfangsdosis hinaus ist nur nach einer angemessenen erneuten Untersuchung und im Allgemeinen in Abständen von nicht weniger als 24 Stunden üblich.

Olanzapin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, da die Aufnahme in den Körper durch die Nahrung nicht beeinflusst wird.

Bei einer Beendigung der Olanzapin­-Behandlung sollte die Dosis schrittweise vermindert werden­.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Lactose
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Crospovidon
  • entölte Phospholipide aus Sojabohnen
  • Indigocarmin, Aluminiumsalz (E 132)
  • Poly(vinylalkohol)
  • Xanthangummi

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Störungen der Bewegungskontrolle, Gewichtszunahme, Schläfrigkeit, Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Fettstoffwechselstörungen, vermehrte Freisetzung von Prolaktin (Hormon, das die Milchproduktion in den Brustdrüsen anregt).

Häufige Nebenwirkungen:
Verstopfung, Mundtrockenheit, Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen), Schwindelgefühl, Unvermögen, ruhig zu sitzen (Akathisie), unwillkürliche Bewegungen wie Zuckungen oder Tics (Dyskinesie), Blutdruck- und Pulsschwankungen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag, Blutdruckabfall beim Aufstehen aus der liegenden Position, kurzzeitige Bewusstlosigkeit, Störungen der Leberfunktion, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Schilddrüsenunterfunktion.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), erhöhte Lichtempfindlichkeit, Blutbildungsstörungen im Knochenmark, Veränderungen des Blutbilds.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (Hautausschläge, Schwellungen durch Flüssigkeitsaustritt aus Blutgefäßen (Angioödeme), Juckreiz).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Leberentzündungen, Gelbsucht, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse, schwere Unruhe und Verwirrtheit, Haarausfall, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Entwicklung oder deutliche Verschlechterung eines Diabetes mellitus.

Einzelfälle:
Schwere Störungen der Blutgerinnung, Krampfanfälle, diabetisches Koma aufgrund eines stark erhöhten Blutzuckerspiegels, Zersetzung von Muskelgewebe (Rhabdomyolyse), anhaltende, schmerzhafte Erektionen (Priapismus).

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Arzneimittelüberempfindlichkeit (DRESS-Syndrom).

Besonderheiten:
Durch eine erhöhte Konzentration des Hormons Prolaktin kann es zu Spannungsgefühl in der Brust, Brustvergrößerung oder Milchabsonderung kommen.

Treten Muskelstarre, hohes Fieber, Kreislaufkollaps und Bewusstseinstrübung ein, alles Zeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms, muss die Behandlung abgebrochen werden.

Bei älteren Menschen und Demenzkranken beobachtet man während der Therapie häufig Gehstörungen (verbunden mit einem gesteigerten Risiko für Stürze), eine Erhöhung der Körpertemperatur, Hautrötungen, Lungenentzündung, Harninkontinenz, Antriebslosigkeit, Wahnvorstellungen sowie die Verschlechterung einer Parkinson-Krankheit (Zunahme von Zittern oder Muskelsteifigkeit).

Wird der Wirkstoff plötzlich abgesetzt, kommt es häufig zu Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angststörungen oder starker Übelkeit.

Kommt es zu Grippe-ähnlichen Beschwerden und Hautausschlag im Gesicht, der sich dann über den Körper ausbreitet, hohem Fieber und Lymphknotenschwellung, kann dies das sogenannte DRESS-Syndrom sein. Die Patienten müssen in solchen Fällen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen

Wechselwirkungen

Der Konsum von Alkohol steigert die dämpfende Wirkung von Olanzapin.

Einige tri- und tetrazyklische Antidepressiva wie beispielsweise Fluvoxamin hemmen den Abbau von Olanzapin, können so dessen Wirkung verstärken und erhöhen zudem das Risiko für Herzrhythmusstörungen.

Rauchen sowie die Behandlung mit dem Wirkstoff Carbamazepin verkürzen die Wirkungsdauer von Olanzapin.

Die Gabe von Aktivkohle verringert die Aufnahme von Olanzapin aus dem Darm.

Der Wirkstoff vermindert die Wirksamkeit von Dopaminrezeptor-Agonisten zur Behandlung der Parkinson-Krankheit.

Bei gleichzeitiger Therapie mit weiteren Neuroleptika oder Anticholinergika können sich Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verstopfung und Herzrasen verstärken und zudem Pupillenverengungen und Sehstörungen auftreten. Auch MAO-Hemmer können diese und andere Nebenwirkungen von Olanzapin verstärken.

Opioide Schmerzmittel, Betablocker oder Antiarrhythmika können durch Olanzapin in ihrer Wirkung verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von Valproinsäure (zur Behandlung von Epilepsien) besteht ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie).

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Olanzapin und chemisch verwandte Neuroleptika sowie bei Menschen mit erhöhtem Augeninnendruck (grüner Star) darf Olanzapin nicht eingesetzt werden.

Das Spritzen des Wirkstoffs in den Muskel (intramuskuläre Anwendung) ist verboten bei
  • starker Herzmuskelschwäche
  • Beschwerden-verursachender (instabiler) Angina Pectoris
  • Störungen der Erregungsleitung im Herzen
  • Zustand nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation
  • schwerem Bluthochdruck
  • stark verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie).
Alle Patienten, die Olanzapin intramuskulär erhalten, müssen im Hinblick auf Herz- und Atemfrequenz, Blutdruck und Bewusstseinslage sorgfältig überwacht werden.

Der Arzt muss bei der Behandlung mit Olanzapin besondere Vorsicht walten lassen bei
  • Patienten mit Diabetes mellitus
  • Störungen der Blutbildung im Knochenmark oder Veränderungen des Blutbilds
  • Leberfunktionsstörungen
  • Neigung zu Krampfanfällen
  • gutartigen Prostatavergrößerung (aufgrund der Gefahr des Harnverhalts)
  • vorausgegangener Darmlähmung (Ileus).
Hinweis:
Insbesondere ältere Menschen mit Parkinson-Krankheit, Demenz-Erkrankungen und Psychosen weisen unter Olanzapin-Therapie ein erhöhtes Risiko für Schlaganfälle auf. Solche Patienten müssen sorgfältig überwacht werden und ihre Behandlung sollte nur unter sorgfältiger Risiko-Nutzen-Abwägung durch den Arzt erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind noch nicht nachgewiesen ist. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen treffen.

Mütter, die im letzten Schwangerschaftsdrittel den Wirkstoff einnehmen, gefährden ihre Neugeborenen durch Nebenwirkungen wie Bewegungsstörungen und Entzugserscheinungen. Diese können sich in Aufregung, Muskelverspannungen oder -schlaffheit, Zittern, Schläfrigkeit, Atemnot oder Störungen bei der Nahrungsaufnahme äußern. Solche Neugeborene müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da zur Anwendung bei Kindern keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, ist von einer Olanzapin-Therapie bei Menschen unter 18 Jahren abzuraten.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen, die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.
  • Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen von Blutbild, Blutdruck und Leberfunktion notwendig.
  • Patienten mit Zuckerkrankheit und Risikofaktoren für die Entwicklung einer Zuckerkrankheit müssen während der Behandlung mit dem Medikament besonders ärztlich überwacht werden.
  • Die Beendigung einer Therapie mit dem Medikament sollte unter schrittweiser Dosisverminderung erfolgen ("auschleichend"). werden.
  • Das Medikament ist nicht zur Behandlung von Psychosen geeignet, die in Folge einer Demenz entstanden sind.
  • Bei Auftreten von Grippe-ähnlichen Beschwerden, Hautausschlag im Gesicht und am Körper, hohem Fieber und Lymphknotenschwellung sofort einen Arzt aufsuchen.
  • Das Medikament ist nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis zu einem Alter von 17 Jahren geeignet.
  • Das Medikament enthält Laktose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Olanzapin PUREN 15 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Olanzapin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.