Nicorette Spray

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 29.05.2017
Hersteller: Johnson & Johnson GmbH
Wirkstoff: Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut)
Darreichnungsform: Dosierspray
Rezeptfrei

Wirkung

Nicorette Spray enthält den Wirkstoff Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut).

Nikotin wird zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Der Wirkstoff kann die Entzugsbeschwerden verringern und die Chancen erhöhen, das Rauchen dauerhaft aufzugeben. Nikotin kann in Form von Lutschtabletten, Kaugummis, Inhalern und Sprays angewendet werden. Es gelangt auf diese Weise durch die Mundschleimhaut und wird in das Blut aufgenommen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut) sind vertiefende Informationen verfügbar:

  • Nikotinabhängigkeit

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Raucherentwöhnungsmittel, zu welcher der Wirkstoff Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut) gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Tabakabhängigkeit bei Erwachsenen - zur Linderung der Entzugsbeschwerden, einschließlich des Rauchverlangens, beim Versuch das Rauchen aufzugeben

Dosierung

Während der Behandlung mit dem Medikament müsse Sie das Rauchen vollständig einstellen.

Das Anwendungsschema für das Spray besteht in drei Schritten:
  • Schritt I: (Erste bis sechste Woche)
    Einen oder zwei Sprühstöße, wenn normalerweise Zigaretten geraucht würden oder beim Auftreten von Rauchverlangen. Wenn nach einem Sprühstoß das Verlangen/der Drang zu Rauchen nicht innerhalb weniger Minuten nachlässt, sollte ein zweiter Sprühstoß angewendet werden. Falls zwei Sprühstöße erforderlich sind, sollten bei den folgenden Anwendungen zwei aufeinanderfolgende Sprühstöße angewendet werden. Die meisten Raucher benötigen einen bis zwei Sprühstöße alle 30 bis 60 Minuten.

    Es können bis zu vier Sprühstöße pro Stunde angewendet werden. Pro Anwendung sollten zwei Sprühstöße nicht überschritten und innerhalb
    von 24 Stunden nicht mehr als 64 Sprühstöße (vier pro Stunde über 16 Stun-
    den) angewendet werden.
  • Schritt II: (Siebte bis neunte Woche)
    Jetzt wird mit der Verringerung der Anzahl von Sprühstößen pro Tag begonnen. Am Ende der neunten Woche sollten Sie nur noch die HÄLFTE der in Schritt I durchschnittlich angewendeten Anzahl von Sprühstößen benötigen.
  • Schritt III: (Zehnte bis zwölfte Woche)
    Verringern Sie die Anzahl der Sprühstöße pro Tag weiter, so dass Sie in der zwölften Woche nicht mehr als vier Sprühstöße pro Tag anwenden. Haben Sie das Ziel von zwei bis vier Sprühstößen pro Tag erreicht, können Sie die Behandlung beenden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Glycerol
  • Acesulfam-Kalium
  • Ethanol
  • Frische-Aroma
  • gereinigtes Wasser
  • Levomenthol
  • Minze-Aroma
  • Natriumhydrogencarbonat
  • Poloxamer
  • Propylenglykol
  • Salzsäure 10%
  • Sucralose
  • Trometamol

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Erkältung, Hautreizungen wie Rötung, Juckreiz, Brennen, Ödeme, Blasenbildung, Hautausschlag, Nesselsucht, Zwicken.

Häufige Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, ungewöhnliche Träume, Husten, Muskelschmerzen, Bewegungsstörungen, Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Durchfall, veränderter Stuhl, Übelkeit und Erbrechen, Blähungen; Herzklopfen, Herzrasen, Akne, offene Stellen im Mund und Zungenbrennen, Völlegefühl, Schluckbeschwerden, Geschmacksstörungen, Reizungen im Mund- und Rachenraum, Schluckauf, Sodbrennen, Magenverstimmungen, Reizungen der Nasenschleimhaut, Nasenbluten, Niesen, Schnupfnase, Entzündungen im Rachenbereich, Halsreizungen, Hörstörungen, Schmerzen, Aufregung, Angst, Nervosität, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit, Blutdruckveränderungen, Infektionen der oberen Atemwege.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Albträume, Depression, Reizbarkeit, verringerte nervliche Belastbarkeit, Schläfrigkeit, Verwirrung, Gedächtnisstörungen, Missempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl, Sehstörungen, Hitzewallungen, Atemwegsinfektionen, Zahnfleischentzündungen, Magengeschwüre, Gelenkschmerzen, Krämpfe, Rückenschmerzen, Unwohlsein, Migräne, Gewichtszunahme, Kraftlosigkeit, Appetitsteigerung, Zahnfleischbluten, Schleimhautbrennen, Würgereiz, wunde Lippen, vermehrter Speichelfluss, Mundgeruch, Mundtrockenheit, Schwitzen, Schilddrüsenstörungen, schmerzhafte Lymphknoten, Blasenentzündungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Benommenheit, Zittern, Herzrhythmusstörungen, Schmerzen im Brustbereich, Hitzegefühl, Atemstörungen, Zuckungen, Unruhe, Zittern, Hautverfärbungen, Entzündung, allergische Reaktionen mit Hautrötungen oder schmerzhaften Schwellungen von Haut und Schleimhäuten.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Beschleunigung des Herzschlags, Anstieg des Blutdrucks.

Wechselwirkungen

Bei einer Nikotintherapie kann es notwendig sein, die Dosierung der folgenden Wirkstoffe zu verringern: Coffein, Theophyllin, Imipramin, Pentazocin, Flecainid, Fluvoxamin, Olanzapin, Phenacetin, Phenylbutazon, Tacrin, Clozapin, Ropinirol, Clomipramin, Insulin sowie der blutdrucksenkenden Wirkstoffe wie Prazosin oder Propranolol. Andernfalls können die genannten Wirkstoffe schwere Nebenwirkungen hervorrufen.

Die Dosierungen von Sympathomimetika wie Isoprenalin oder Salbutamol hingegen müssen bei bestimmten Anwendungsformen von Nikotin unter Umständen angehoben werden. Fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.

Wer Nikotinkaugummis kaut, sollte auf Cola oder Orangensaft verzichten, denn säurehaltigen Getränke können die Aufnahme von Nikotin über die Mundschleimhaut vermindern.

Gegenanzeigen

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Nikotin, schweren Hauterkrankungen, instabiler oder sich verschlechternder Angina Pectoris, Prinzmetal-Angina, schweren Herzrhythmusstörungen sowie kurz nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall darf kein Nikotin angewendet werden. Nichtraucher, Gelegenheitsraucher und Patienten, die unter Phenylketonurie leiden, dürfen ebenfalls keine Nikotin-haltigen Medikamente einsetzen, weil die große Menge an Nikotin in solchen Präparaten bei diesen Personen zu Vergiftungserscheinungen führen kann.

Bei Erkrankungen wie stabiler Angina Pectoris, Herzinsuffizienz, Krämpfen der Blutgefäße, arteriellen Verschlusskrankheiten und Bluthochdruck sollte vor der Anwendung unbedingt ein Arzt um Rat gefragt werden. Patienten mit Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, Herzmuskelschwäche, Leberfunktionsstörungen, schweren Nierenfunktionsstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus vom Typ 1, Diabetes mellitus vom Typ 2), Nebennierenmarkstumor (Phäochromozytom), Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sowie akuten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren dürfen Nikotin nicht ohne vorherige ärztliche Beratung anwenden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft und Stillzeit darf kein Nikotin angewendet werden, weil der Wirkstoff dem Kind schwere Schäden zufügen kann.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter zwölf Jahren dürfen kein Nikotin anwenden. Schon eine normale Erwachsenendosis kann bei Kindern tödliche Nebenwirkungen auslösen.

Manche Hersteller erlauben bei Jugendlichen von zwölf bis 17 Jahren in schweren Fällen der Nikotinabhängigkeit eine Verordnung von Entwöhnungspräparaten durch den Arzt. Sie dürfen diese Präparate aber nicht rezeptfrei erhalten.

Warnhinweise

  • Während der Anwendung dieses Wirkstoffs darf auf keinen Fall geraucht werden.
  • Bei Blässe, Schweißausbruch, Übelkeit, Zittern, Krämpfen oder Atemnot muss sofort ein Arzt gerufen werden.
  • Werden Kaugummis mit Nikotin gekaut, sollten Cola-haltige Getränke und Orangensaft vermieden werden, da sie die Wirkung des Medikaments behindern.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad Celsius gelagert werden.
  • Das Medikament enthält Alkohol.
  • Das Medikament ist nicht zur Anwendung durch Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Sprühstoß Dosierspray)
150 Sprühstoß Dosierspray
1 Milligramm Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut)
300 Sprühstoß Dosierspray
1 Milligramm Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut)

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Nicorette Spray sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Nikotin (zur Aufnahme über die Mundschleimhaut) (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.