Lantus 100 E/ml SoloStar Injektionslösung

Hersteller: Aventis Pharma Deutschland GmbH
Wirkstoff: Insulinglargin
Darreichnungsform: Injektionslösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Lantus 100 E/ml SoloStar Injektionslösung enthält den Wirkstoff Insulinglargin.

Insulinglargin wird angewendet bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) zur Senkung des Blutzuckerspiegels, sofern eine Behandlung mit Insulin-Analoga notwendig ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Insulinglargin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Insuline, Insulinanaloga, zu welcher der Wirkstoff Insulinglargin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Zuckerkrankheit, sofern die Behandlung mit Insulin erforderlich ist

Dosierung

Die Dosierung und Anwendungsdauer sind abhängig von den angestrebten Blutzuckerspiegeln sowie von der Stoffwechselsituation des Patienten. Daher gibt es keine Vorgaben, die Dosierung muss individuell in Abstimmung zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

1 Milliliter der Lösung enthält 3,64 Milligramm des Wirkstoffs, das entspricht 100 Internationalen Einheiten (I.E.) Humaninsulin. Die Lösung ist in Fertigpens abgefüllt; jeder Pen enthält 3 Milliliter Lösung (entsprechend 300 I.E.). Es können Einzelgaben zwischen 2 und 40 I.E. verabreicht werden.

Die zu verabreichende Wirkstoffmenge wird einmal täglich unter die Haut (subcutan) gespritzt. Der Anwendungszeitpunkt ist beliebig, doch sollte die Gabe jeden Tag zur gleichen Zeit erfolgen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Glycerol
  • Salzsäure
  • m-Cresol
  • Natriumhydroxid
  • Wasser für Injektionszwecke
  • Zinkchlorid

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung.

Häufige Nebenwirkungen:
Zunahme des Fettgewebes.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Rückbildung des Fettgewebes; Hautreaktionen wie Rötungen, Quaddeln, Juckreiz, Schmerzen, Schwellungen, Entzündungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen mit Schock, Blutdruckabfall, Atemnot; Sehstörungen, Netzhauterkrankung, Gewebswassereinlagerungen (Ödeme).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Geschmacksirritationen, Muskelschmerzen.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Insulinantikörperbildung.

Besonderheiten:
Die Veröffentlichung einer Studie aus Deutschland über einen Zusammenhang zwischen der Gabe von Insulinglargin und dem Auftreten einer Krebserkrankung hat zu einer Beunruhigung von Patientinnen und Patienten geführt, die mit Insulinglargin behandelt werden. Die aktuellen Studienergebnisse werden derzeit zusammen mit weiteren wissenschaftlichen Daten einer sorgfältigen Prüfung unterzogen. Daher sollten Diabetiker, die Insulinglargin anwenden, die Behandlung damit nicht abbrechen, sondern sich an ihren Arzt wenden (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, BfArM).

Wechselwirkungen

Die Wirkung von Insulinglargin kann durch gleichzeitige Einnahme der "Pille", dem Sexualhormon Danazol, weiteren Sexualhormonen und Schilddrüsenhormonen abgeschwächt werden. Gleiches gilt für Beta-2-sympathomimetika (Wirkstoffe, die unter anderem gegen Bronchienverengung eingesetzt werden, wie Salbutamol und Terbutalin), Diazoxid (Wirkstoff gegen Bluthochdruck) sowie für einige Entwässerungsmittel (Diuretika).

Auch die Tuberkulosemittel Isoniazid und Isonikotinsäurehydrazid können zu einer Abschwächung der Wirkung führen. Das gilt ferner für Glukagon (Wirkstoff gegen Unterzuckerung) und Nikotinsäure (Fettsenker).

Ausserdem können einige Wirkstoffe gegen Psychosen (Neuroleptika) wie Phenothiazin-Abkömmlinge, Clozapin und Olanzapin die Wirkung von Insulinglargin abschwächen. Gleiches gilt für Proteasenhemmer (Wirkstoffe, die gegen das HI-Virus eingesetzt werden) und Glukokortikoide (Wirkstoffe gegen Entzündungen unterschiedlichster Ursache).

Wirkstoffe zur Blutdrucksenkung wie Betablocker und Clonidin sowie der Wirkstoff gegen Depressionen Lithium und Alkohol können die Wirkung von Insulinglargin sowohl abschwächen als auch verstärken. Zusätzlich können Betablocker, Clonidin, Reserpin und Guanethidin (alles Blutdrucksenker) körpereigene Gegenregulationsmechanismen (bei Zuckerentgleisungen) abschwächen.

Pentamidin (Wirkstoff gegen Bakterien) kann eine Unterzuckerung verursachen, gelegentlich mit nachfolgender Überzuckerung.

Verstärkt werden kann die Wirkung von Insulinglargin durch andere Blutzuckerspiegelsenker (orale Antidiabetika), bestimmte Schmerzmittel wie Salicylate (beispielsweise Acetylsalicylsäure) oder Propoxyphen und durch einige Wirkstoffe gegen Bakterien (Sulfonamide). Das gilt ferner für einige Blutdrucksenker (ACE-Hemmer), Disopyramid (ein Antiarrhythmikum) und Pentoxifyllin (Wirkstoff gegen Durchblutungsstörungen).

Weiterhin können der Fettsenker Clofibrat (und seine Abkömmlinge) und der Appetitzügler Fenfluramin die Wirkung von Insulinglargin verstärken. Das gilt ebenso für einige Wirkstoffe gegen Depressionen wie Fluoxetin und MAO-Hemmer.

Gegenanzeigen

Insulinglargin sollte nicht bei Patienten mit einer Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff oder andere Insuline angewandt werden. Gleiches gilt bei Körperübersäuerung durch Insulinmangel.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Risiko für Mutter und Kind während der Schwangerschaft wurde bisher nicht ausreichend untersucht. In Tierstudien wurden bisher keine schädigenden Wirkungen nachgewiesen. Trotzdem sollte vor Behandlungsbeginn mit Insulinglargin eine ärztliche Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.

Für die Stillzeit sind keine Anwendungsbeschränkungen beschrieben. Allerdings kann es in dieser Zeit durch Hormonänderungen zu Veränderungen des Blutzuckerspiegels kommen. Die Insulinglargin-Dosis muss dann gegebenenfalls geändert werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kindern unter sechs Jahren sollte Insulinglargin nicht verabreicht werden, da Wirksamkeit und Sicherheit bisher nicht untersucht wurden.

Warnhinweise

  • Durch auftretende Sehstörungen kann das Reaktionsvermögen und damit die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen eingeschränkt sein.
  • Bei Behandlung mit dem Medikament sollten Unterzuckerungen vermieden werden.
  • Bei Leber- und Nierenfunktionsstörungen muss der Arzt gegebenenfalls die Dosis ändern.
  • Während der Behandlung muss der Patient den Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren.
  • Während der Behandlung sollten regelmäßig ärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Das Medikament darf nicht direkt in Blutgefäße gespritzt werden.
  • Das Medikament ist nicht für die Behandlung der diabetischen Körperübersäuerung (Ketoazidose) geeignet.
  • Die Lösung im Fertigpen darf nicht mit anderen Insulinen oder Insulin-ähnlichen Substanzen gemischt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Injektionslösung)
15 Milliliter Injektionslösung
100 Einheiten Insulinglargin
30 Milliliter Injektionslösung
100 Einheiten Insulinglargin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Lantus 100 E/ml SoloStar Injektionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Insulinglargin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.