Briviact 10 mg/ml Injektions-/Infusionslösung

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Hersteller: UCB GMBH
Wirkstoff: Brivaracetam
Darreichnungsform: Injektionslösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Briviact 10 mg/ml Injektions-/Infusionslösung enthält den Wirkstoff Brivaracetam.

Brivaracetam wird zusammen mit anderen Antiepileptika bei Patienten ab 16 Jahren gegen Krampfanfälle eingesetzt. Die Anwendung ist auf solche Epilepsien beschränkt, bei denen der Anfall von einer bestimmten Stelle im Gehirn ausgeht und sich gegebenfalls auf das ganze Organ ausbreitet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Brivaracetam sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiepileptika, zu welcher der Wirkstoff Brivaracetam gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • epileptische Anfälle Erwachsener und Jugendlicher ab 16 Jahren, die von einer bestimmten Stelle im Gehirn ausgehen und sich dann über das ganze Organ ausbreiten - zur Zusatzbehandlung
  • epileptische Anfälle Erwachsener und Jugendlicher ab 16 Jahren, die von einer bestimmten Stelle im Gehirn ausgehen und sich nicht über das ganze Organ ausbreiten - zur Zusatzbehandlung

Dosierung

Das Medikament wird direkt in eine Vene gegeben. Entweder erfolgt die Anwendung unverdünnt auf einmal oder verdünnt als Infusion über 15 Minuten.

Die empfohlene Dosis zu Anfang der Therapie beträgt entweder 50 oder 100 Milligramm Brivaracet pro Tag. Der Arzt bestimmt sie nach Anfallshäufigkeit und unter Berücksichtigung möglicher Nebenwirkungen. Die Dosis sollte auf zwei gleich große Dosen – eine am Morgen und eine am Abend – aufgeteilt werden. Je nach individuellem Behandlungserfolg und der Verträglichkeit kann die Dosis im Dosierungsbereich zwischen 50 und 200 Milligamm/Tag liegen.

Haben Sie eine oder mehrere Einnahmen vergessen, sollten Sie – sobald es ihnen wieder einfällt – eine Einzeldosis einnehmen und die darauf folgende Dosis zur gewohnten Zeit abends oder morgens. Dadurch kann verhindert werden, dass die Konzentration des Medikaments im Blut unter die Wirksamkeitsgrenze fällt und dass Durchbruchanfälle auftreten.

Muss die Behandlung beendet werden, sollte dies "ausschleichend" erfolgen. Dazu wird die Tagesdosis wöchentlich um 50 Milligramm Brivaracetam verringert. Nach einer Woche Behandlung mit 50 Milligramm/Tag wird eine letzte Behandlungswoche mit einer Dosis von 20 Milligramm/Tag empfohlen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Natriumchlorid
  • Essigsäure 99 %
  • Natriumacetat-Trihydrat
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Benommenheit

Häufige Nebenwirkungen:
Grippe, verminderter Appetit, Depression, Angst, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Krämpfe, Schwindelgefühle, Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Erschöpfung

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Mangel an Neutrophilen Blutkörperchen, Selbstmordgedanken, Psychose-ähnliche Störungen, Aggression, Aufregung

Besonderheiten:
Während der Behandlung mit Brivaracetam sollten die Patienten auch von ihren Angehörigen hinsichtlich Anzeichen von Selbstmordgedanken und -verhalten beobachtet werden. Treten Anzeichen dafür auf, sollte sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Wechselwirkungen

Brivaracetam verdoppelt in etwa die Wirkung von Alkohol auf die Befindlichkeit, Aufmerksamkeit und das Gedächtnis. Die gleichzeitige Einnahme von Brivaracetam und Alkohol wird nicht empfohlen.

Die gleichzeitige Anwendung mit dem TuberkulosemittelRifampicin verringert die Wirkung von Brivaracetam. Wenn Patienten eine Behandlung mit Rifampicin beginnen oder beenden, wird der behandelnde Arzt eine Anpassung der Brivaracetam-Dosis in Erwägung ziehen. Gleiches gilt für die Einnahme von Johanniskraut.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder dessen chemische Verwandte (Pyrrolidone) darf Brivaracetam nicht angewendet werden.

Bei eingeschränkter Leberfunktion darf der Wirkstoff nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle eingesetzt werden. Der Arzt wird die Dosierung der Verträglichkeit anpassen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Antiepileptika verursachen bei behandelten Frauen zwei bis drei Mal mehr Missbildungen bei Kindern als diese in der Allgemeinbevölkerung auftreten. Bei kombinierter Therapie besteht dieses Risiko verstärkt. Es ist jedoch nicht geklärt, in welchem Ausmaß die Behandlung und / oder die Epilepsie dafür verantwortlich ist. Eine antiepileptische Behandlung zu beenden, kann zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen, die schädlich für die Mutter und das Ungeborene sein könnte. Für die Anwendung von Brivaracetam bei Schwangeren liegen nur begrenzte Erfahrungen vor. Bei Ratten passierte der Wirkstoff die Plazenta, verursachte aber keine Missbildungen. Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Zur Vorsicht sollte Brivaracetam während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Arzt hält den Nutzen für die Mutter eindeutig für höher als das Risiko für das Ungeborene.

Es ist nicht bekannt, ob Brivaracetam beim Menschen in die Muttermilch übergeht, wie es bei Ratten der Fall war. Der Arzt wird also entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen oder ob die Behandlung mit Brivaracetam zu beenden ist. Dabei ist der Nutzen der Behandlung für die Mutter zu berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Brivaracetam bei Kindern im Alter unter 16 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Die Anwendung in dieser Altersgruppe liegt im Ermessen des Arztes; eine Dosierungsempfehlung kann jedoch nicht gegeben werden.

Warnhinweise

  • Benommenheit und Schwindel können Autofahren und das Führen von Maschinen gefährlich machen.
  • Während der Therapie mit dem Medikament darf kein Alkohol getrunken werden.
  • Das Behandlungsende muss "auschleichend" mit langsam verringerten Dosierungen erfolgen.
  • Eine Durchstechflasche enthält 19,14 Milligramm Natrium, was bei natriumarmer Diät zu berücksichtigen ist.
  • Das Medikament darf nicht beim Dauerkrampf (Status epilepticus) angewendet weden.
  • Das Medikament darf nicht mit anderen Arzneimitteln gemischt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Injektionslösung)
50 Milliliter Injektionslösung
10 Milligramm Brivaracetam

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Briviact 10 mg/ml Injektions-/Infusionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Brivaracetam (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.