Schlafwandeln (Somnambulismus)

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (23. Oktober 2014)

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Schlafwandeln (Somnambulismus) ist ein Zustand, bei dem Betroffene im Schlaf das Bett verlassen und umhergehen oder manchmal auch komplexere Dinge tun.

Aber auch weniger auffällige Verhaltensweisen im Schlaf, wie

  • Aufsetzen und Umherschauen im Bett,
  • Ziehen an der Bettdecke oder
  • das Untersuchen der Wand am Bett

können bereits als Schlafwandeln zählen.

Falls Betroffene das Bett beim Schlafwandeln verlassen, kehren sie meist von selbst wieder zurück und schlafen dort weiter. Einmal aufgestanden, unternehmen Schlafwandler teilweise auch komplexer anmutende Dinge, wie zum Beispiel:

  • Kleider anziehen
  • in andere Zimmer laufen
  • Fenster oder Türen öffnen
  • (teilweise) auf Ansprache reagieren
Eine Frau setzt sich im Schlaf auf. © Jupiterimages/iStockphoto

Auch sich im Schlaf aufsetzen kann schon als Schlafwandeln gezählt werden.

Man spricht hierbei von sogenannten automatisierten Handlungen.

Das Schlafwandeln findet gewöhnlich in der Mitte oder gegen Ende der Nacht statt und dauert in der Regel höchstens einige Minuten. Während der Episode hat der Schlafwandler meist geöffnete Augen und einen leeren, starren Gesichtsausdruck.

Am nächsten Morgen können sich Schlafwandler normalerweise nicht an ihre nächtlichen Aktivitäten erinnern. Bei Kindern tritt Somnambulismus häufiger auf als bei Erwachsenen.

Auch in der Alltagssprache ist der Begriff gebräuchlich. Man spricht von schlafwandlerischer Sicherheit und meint damit die Fähigkeit, etwas wie im Schlaf zu können – also so gut und routiniert, dass man nicht mehr dabei nachzudenken braucht.

In der Realität hat Somnambulismus wenig mit diesem umgangssprachlichen Ausdruck zu tun. Schlafwandler bewegen sich auf ihrem nächtlichen Streifzug zwar zielgerichtet, aber oft nicht sehr koordiniert. Meist haben sie das Bestreben, immer geradeaus zu laufen. Verletzungen durch Schlafwandeln sind nicht selten – so fallen Schlafwandler mitunter Treppen herunter, laufen gegen Wände oder stoßen sich an Möbeln. Manche Schlafwandler beginnen während einer nächtlichen Episode auch zu kochen oder zu essen. Dabei verspeisen sie unter Umständen Obst mitsamt der Schale oder Schokolade inklusive Alufolie.