Ein Kalender, daneben eine Binde mit Blut (Symbolbild).
© Getty Images

Periode verschieben: Wie funktioniert das?

Ein Urlaub, ein sportlicher Wettkampf, eine stressige Prüfung: In manchen Situationen können Frauen ihre Periode als besonders störend empfinden. Wer mit der Antibabypille verhütet, kann die Menstruation allerdings zeitlich beeinflussen. Wie lässt sich die Regel vorverlegen oder hinauszögern, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allgemeines

Wenn die Periode naht, es gerade zeitlich aber einfach nicht passt, können Sie Ihre Regel verschieben. Diese Möglichkeit nutzen vor allem Frauen, die während ihrer Periode unter starken Beschwerden wie Krämpfen oder Stimmungsschwankungen leiden. Entsprechende wiederkehrende körperliche und psychische Leiden, die bis zu zwei Wochen vor Einsetzen der Regelblutung auftreten können, werden unter dem Prämenstruellen Syndrom (PMS) zusammengefasst.

Wie genau sich die Menstruation vertagen lässt, richtet sich nach der Art der Pille. Am besten eignen sich sogenannte Einphasenpräparate für das Verschieben – sie enthalten eine feste Kombination von Hormonen (Östrogen und Gestagen). Anders als bei Mehrphasenpräparaten befindet sich also in jeder Pille dieselbe hormonelle Zusammensetzung. Dadurch muss die Einnahme von Einphasenpräparaten im Gegensatz zu Mehrphasenpräparaten nicht in einer vorgegebenen Reihenfolge stattfinden.

Mehr zu den verschiedenen Pillenpräparaten lesen Sie hier.

Periode verschieben: So funktioniert es

Periode vorverlegen

Im Allgemeinen empfiehlt es sich, die Menstruation hinauszuzögern anstatt sie vorzuverlegen. Bei Bedarf ist aber auch eine Vorverlegung möglich. Dazu können Sie die Zeit der Pilleneinnahme verkürzen:

  • Anstatt die Pille 21 Tage lang einzunehmen, können Sie die Einnahme auf maximal 14 Tage verkürzen.
  • Zwei bis drei Tage nachdem Sie die letzte Pille genommen haben, setzt dann die Blutung ein.
  • Die Pillenpause legen Sie wie gewohnt ein – sie beläuft sich wie sonst auch auf insgesamt sieben Tage.
  • Danach fangen Sie wieder mit einer neuen Pillenpackung an.
  • Werden nicht mehr als sieben Tabletten einer Blisterpackung weggelassen, ist die Sicherheit nicht beeinträchtigt.

Periode ausfallen lassen

Soll die Menstruation ganz ausfallen, wird keine Pillenpause eingelegt.

  • Nehmen Sie die Pille direkt im Anschluss an die üblichen 21 Tage nahtlos weiter ein.
  • Verwenden Sie dafür einfach einen neuen Pillenblister.
  • Nehmen Sie die Pille so lange weiter ein, wie die Blutung nach hinten verschoben werden soll.
  • Danach können Sie die übliche Pause machen, in der es zur Blutung kommt. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten.

Wochentag der Periode ändern

Um lediglich den Wochentag der Regel zu verändern, verkürzen Sie die reguläre Pillenpause und beginnen Sie an dem gewünschten Wochentag mit einer neuen Blisterpackung.

Achtung: Die Pillenpause zu verkürzen, ist kein Problem. Allerdings sollte die Pillenpause keinesfalls verlängert werden. In diesem Fall ist der Empfängnisschutz nicht mehr gegeben.

Lesetipp: Pille durchnehmen – ist das gesund?

Periode ohne Pille verschieben

Frauen, die nicht hormonell verhüten, können ihre Periode nicht ohne Weiteres verschieben. Dennoch gibt es die Möglichkeit, die Regel mithilfe von pflanzlichen Mitteln zu beeinflussen. Ob und wie gut dies funktioniert, ist allerdings von Frau zu Frau verschieden und kann nicht zuverlässig geplant werden.

Zyklusverlängerung durch pflanzliche Heilmittel

Für eine Zyklusverschiebung eignen sich zum Beispiel die Heilpflanzen Mönchspfeffer und Schafgarbe. Die Pflanzen können als Tee oder in Kapselform eingenommen werden. Ursprünglich werden die Mittel eingesetzt, um einen geregelten Zyklus herbeizuführen. Dieser Effekt entsteht durch die enthaltenen Phytohormone. Diese Hormone ähneln in ihrer Struktur den Gelbkörperhormonen Östrogen und Progesteron und können ein potenzielles Ungleichgewicht beheben.

Darüber hinaus können sowohl Mönchspfeffer als auch Schafgarbe nachweislich den Zyklus verlängern. Durch die enthaltenen Phytohormone wird nämlich die Follikelreifung ausgedehnt. Das ist der Prozess, in dem sich die Eizelle entwickelt, bis sie bereit für den Eisprung ist. Das bedeutet: Die Regel setzt einige Tage später als üblich ein und verkürzt sich somit. Bei Frauen, die ohnehin schon eine schwache und kurze Periode haben, kann die Regel sogar ganz ausbleiben.

Lesetipp: Pille vergessen – was nun?

Um eine Zyklusverschiebung mithilfe von Mönchspfeffer oder Schafgarbe zu bewirken, müssen die pflanzlichen Mittel allerdings langfristig eingenommen werden. In der Regel zeigen die Heilpflanzen erst nach mehreren Wochen eine Wirkung. Frauen, die ihre Periode kurzfristig verschieben möchten, sollten sich also nicht auf diese Methode verlassen. Ein verlängerter Eisprung geht zudem damit einher, dass der Eisprung insgesamt seltener auftritt. Dadurch sinkt die Gelegenheit für eine Befruchtung. Frauen mit Kinderwunsch sollten das im Hinterkopf behalten.

Grundsätzlich gilt: Wenn Sie den Wunsch haben, Ihre Regelblutung zu verschieben, sollten Sie bestehende Möglichkeiten immer mit Ihrem*Ihrer Frauenärzt*in besprechen, um mögliche Gegenanzeigen auszuschließen.