Ein Baby trinkt bei seiner Mutter an der Brust
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Milchstau

Ein Milchstau ist gefürchtet bei stillenden Müttern. Denn wenn beim Stillen die Milch nicht richtig abfließt und die Brust infolgedessen verhärtet, kann das sehr schmerzhaft sein und zu einer Brustentzündung führen. Lesen Sie hier, wie ein Milchstau entsteht, wie man ihm vorbeugen kann und was schnell dagegen hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Symptome: Wie fühlt sich ein Milchstau an?

Wenn kurz vor oder nach der Geburt der Milcheinschuss beginnt, schwellen die Brüste an. Das kann schmerzhaft sein und mit einer Temperaturerhöhung auf etwa 38 Grad Celsius einhergehen. Halten diese Symptome nicht länger als zwei Tage an, ist dies jedoch kein Grund zur Sorge und bedarf keiner ärztlichen Behandlung. Helfen können dann zum Beispiel feuchtwarme Umschläge und das Hochbinden der Brüste.

Ein Milchstau entwickelt sich meist erst in den Wochen danach, wenn die Milchproduktion richtig in Gang gekommen ist. Er kann die gesamte Stillzeit über auftreten und von einer Stunde bis hin zu mehreren Wochen dauern.

Symptome: Wie fühlt sich ein Milchstau an?

Diese Anzeichen können ein Hinweis auf einen Milchstau sein:

  • Schmerzen und Spannen an bestimmten Stellen der Brust
  • verhärtete Knoten in der Brust
  • die entsprechende Region kann warm und gerötet sein
  • manchmal leicht erhöhte Körpertemperatur von etwa 38 Grad

Achtung: Ein Milchstau geht nicht einher mit einem starken Krankheitsgefühl und hohem Fieber. Sollten diese Anzeichen zusätzlich zu den oben genannten Symptomen auftreten, kann bereits eine Brustentzündung (Mastitis) vorliegen und Sie sollten sich ärztliche Hilfe holen.

Behandlung: Was hilft schnell bei Milchstau?

Auch wenn es schmerzt: Weiterhin stillen, und zwar möglichst oft. Denn damit der Druck nachlässt, ist vor allem wichtig, dass sich die Brust entleert. Dem Baby schaden weder Milchstau noch eine mögliche Brustentzündung (Mastitis). Legen Sie das Kind zuerst an der Brust an, an der Sie die Beschwerden haben. Auch die Stillmethode ist entscheidend: Das Kinn Ihres Babys sollte genau dort liegen, wo Sie die Beschwerden haben. Durch seine Saugbewegungen massiert es die Stelle und hilft damit ebenfalls, den Milchfluss anzuregen. Die Hebamme oder eine Stillberaterin können Ihnen dabei helfen, die richtige Stillposition und Anlegetechnik zu finden.

Lesetipp: Stillen – so klappt es

Weitere Tipps:

  • Wer aus irgendeinem Grund nicht stillen kann, sollte die Milch abpumpen oder die Brust ausstreichen. Das können Sie auch zusätzlich zum Stillen tun. Zum Beispiel, um sicherzugehen, dass die Brust nach dem Stillen vollständig entleert ist. Zu häufiges Abpumpen kann jedoch wieder die Milchproduktion anregen.
  • Warme, feuchte Umschläge und/oder warme Duschen helfen, den Milchfluss vor dem Stillen in Gang zu setzen.
  • Binden Sie die Brüste mit einem festen BH hoch.
  • Nach dem Stillen helfen Eisbeutel oder kalte Umschläge gegen die Schmerzen und Schwellungen.
  • Stillverträgliche Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen gegen starke Schmerzen und wirken zudem entzündungshemmend.
  • Vermeiden Sie Stress und schonen Sie sich. Holen Sie sich zum Beispiel Hilfe im Haushalt.
  • Auch schmerzlose Verhärtungen, die nach dem Stillen weiter bestehen bleiben, sollten nicht ignoriert, sondern der Hebamme oder Ärztin*Arzt gezeigt werden.

Quarkwickel

Quarkwickel sind ein beliebtes Hausmittel gegen Milchstau. Sie dienen dazu, die Brust nach dem Stillen zu kühlen.

So stellen Sie einen Quarkwickel her:

  • Nehmen Sie zwei Blätter Küchentücher und legen sie aufeinander.
  • Schneiden Sie einen Kreis etwa in der Größe Ihrer gesamten Brust aus.
  • In die Mitte schneiden Sie ein kleineres Loch, damit die Brustwarze ausgespart wird – sie sollte durch den Quark nicht aufweichen.
  • Nun streichen Sie auf ein Papier etwa fingerdick den kalten Quark und geben das andere Papier darauf.
  • Die Quarkwickel können Sie vorbereiten, im Kühlschrank aufbewahren und nach dem Stillen etwa 20 Minuten lang anlegen.

Wann zum Arzt?

Ein Milchstau, der nicht in den Griff zu kriegen ist, kann ärztliche Hilfe nötig machen. Spätestens aber, wenn Sie sehr starke Schmerzen und Fieber haben, benötigen Sie medizinische Versorgung. Dann kann eine Brustentzündung (Mastitis) vorliegen. Ein Milchstau begünstigt nämlich die Vermehrung von Keimen (in der Regel Staphylococcus aureus) in den Brustdrüsen. Wenn Kühlen, kontrolliertes Abpumpen, Ausstreichen sowie Hochbinden der Brust keine Besserung bringen, kann die*der Ärztin*Arzt vorübergehend Prolaktinhemmer verschreiben. Das sind Medikamente, die die Milchproduktion vermindern. In sehr schweren Fällen kann eine Therapie mit bestimmten Antibiotika nötig sein, die auch Stillende einnehmen dürfen. Ein Abstillen ist in aller Regel nicht nötig.

Ursache: Wie bekommt man einen Milchstau?

Ein Milchstau entsteht, wenn die Milch in der Brust nicht richtig abfließen kann. Einzelne Bereiche der Brustdrüsen werden dann nur teilweise entleert und infolgedessen hart und schmerzempfindlich.

Faktoren, die einen Milchstau begünstigen können, sind:

  • zu kurzes Anlegen oder zu lange Stillpausen, zum Beispiel, weil das Baby lange schläft
  • ungünstige Stillpositionen, zum Beispiel wenn das Baby beim Saugen nicht die gesamte Brustwarze und möglichst viel Brustgewebe in den Mund nimmt. Dann kommt unter Umständen zu viel Milch heraus, wobei gleichzeitig der Milchspendereflex angeregt wird
  • ein zu enger BH
  • Stress
  • die Frau produziert zu viel Milch

Tipps, um einem Milchstau vorzubeugen:

  • Legen Sie Ihr Baby alle 1,5 bis Stunden an
  • Lassen Sie sich und Ihrem Kind Zeit beim Stillen
  • Probieren Sie verschiedene Stillpositionen aus, damit die Brust von allen Seiten geleert wird
  • Lassen Sie sich das richtige Anlegen von der Hebamme oder Stillberaterin zeigen
  • Gönnen Sie sich viel Ruhe