Paranüsse in einer Holzschale
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Paranüsse: Gesund oder gefährlich?

Paranüsse sind lecker und enthalten neben wertvollen Proteinen, Mineralstoffen und Fettsäuren viel Selen. Dennoch gibt es einen guten Grund, nicht mehr als zwei pro Tag zu essen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Vorteil von Paranüssen

Für die einen sind sie das Highlight der Studentenfutter-Tüte, für die anderen ein unförmiges, überdimensioniertes Ärgernis, das den leckeren Nüssen den Platz wegnimmt: Paranüsse spalten die Geister und schmecken keineswegs jedem Nussliebhaber. Doch mal abgesehen vom Geschmack: Sind Paranüsse gesund?

Der Vorteil: Paranüsse sind Nährstoffbomben

Was ihre Nährwerte betrifft, sind die Samen des Paranussbaums ähnlich gesund wie andere Nusssorten. Zwar liefern sie aufgrund ihres hohen Fettgehalts viele Kalorien. Da es sich bei den enthaltenen Fettsäuren aber überwiegend um ungesättigte Fettsäuren handelt, belasten sie das Herz-Kreislauf-System nicht – im Gegenteil: Isst man anstelle gesättigter Fettsäuren mehr ungesättigte Fettsäuren, sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Ein weiterer Paranuss-Pluspunkt sind die wertvollen Eiweiß (Protein) und Mineralstoffe, die sie liefern. Die Kerne sind unter anderem reich an Magnesium, Kupfer und Zink. Außerdem enthalten sie von allen Lebensmitteln am meisten Selen, ein Spurenelement, das der Körper unter anderem für die die Bildung von Schilddrüsenhormonen und den Schutz der Zellen benötigt.

Bereits sechs Paranüsse reichen aus, um den Selen-Tagesbedarf eines durchschnittlichen Erwachsenen zu decken. So viele sollte man allerdings lieber nicht essen, denn: In Paranüssen steckt neben all den gesundheitsfördernden Stoffen auch recht viel Radium. Das ist ein natürlicher radioaktiver Stoff, den Paranussbäume aus der Erde aufnehmen und in ihren Samen einlagern.

Der Nachteil: Paranüsse erhöhen die Strahlenbelastung

Von Radium geht, wie von jedem radioaktiven Stoff, ionisierende Strahlung aus, die Krebs verursachen kann. Bei einer normalen Ernährungsweise muss sich darüber wohl niemand Sorgen machen: Der Durchschnittsdeutsche knabbert nur etwa eine Paranuss pro Woche. Bei dieser Verzehrmenge stuft das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die aufgenommene Strahlendosis als "gesundheitlich unbedenklich" ein.

Das Amt stellt aber auch klar, dass es "keinen Dosiswert gibt, unterhalb dessen ionisierende Strahlung mit Sicherheit kein gesundheitliches Risiko beinhaltet". Radioaktive Strahlung kann theoretisch bereits ab einer niedrigen Dosis Krebs verursachen. Die Wahrscheinlichkeit ist nur äußerst gering. Da das Risiko mit der Dosis ansteige, gelte es, jede Strahlenexposition wenn möglich zu meiden, rät das BfS.

Fazit: Paranüsse sind gesund. Mehr als zwei Paranüsse pro Tag sollten es aber nicht sein. Bereits diese kleine Portion stellt für den Körper eine deutlich höhere Strahlenbelastung dar, als sie für die hierzulande gängige Ernährungsweise üblich ist.

Die zusätzliche Dosis führt zwar aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zu Krebs, sie erhöht aber das Risiko dafür. Im Hinblick auf die Nährwerte ist es ein unnötiges Risiko, denn:

  • Der Selenbedarf lässt sich auch über andere Lebensmittel decken, etwa über Fleisch, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte sowie Milch- und Getreideprodukte decken.
  • Die in Paranüssen enthaltenen gesunden Proteine, Fettsäuren und Mineralstoffe stecken auch in Cashewkernen und anderen Nusssorten.