Vitamin D-Abkömmlinge

auch bezeichnet als:
Calciferol-Abkömmlinge; Calciferol-Analoga; Calciferol-Derivate ; Vitamin D-Analoga; Vitamin D-Derivate

Wirkstoffe

Folgende Wirkstoffe sind der Wirkstoffgruppe "Vitamin D-Abkömmlinge" zugeordnet

Anwendungsgebiete dieser Wirkstoffgruppe

Das als Vitamin D bezeichnete Colecalciferol sollte aufgrund seiner Wirkungen eher zu den Hormonen gerechnet werden. Es ist das einzige Vitamin, das der menschliche Körper selbst bilden kann. Colecalciferol entsteht in den Hautzellen unter Einwirkung von UV-Strahlen des Sonnenlichts aus einem Abkömmling von Cholesterin. Durch normale Kost und Aufenthalt im Freien mit genügend Sonne kann der Vitamin-D-Bedarf eines Erwachsenen durchaus gedeckt werden. Falls das Vitamin bereits ausreichend in der Nahrung enthalten ist, sollte keine zusätzliche Gabe erfolgen, da Überdosierungen das Wachstum hemmen können.

Einige Personengruppen tragen allerdings das erhöhte Risiko eines Vitamin D-Mangels und dadurch verursachter Erkrankungen. Dazu gehören:
  • Nicht gestillte Säuglinge oder solche, die Vitamin-D-arme Nahrung erhalten. Sie können die Knochenkrankheit Rachitis entwickeln. Solchem Mangel kann mit Vitamin D-Präparaten vorgebeugt werden.
  • Bei Erwachsenen kann manchmal eine gestörte Aufnahme der Vitamin-D-Vorstufen aus der Nahrung (Malabsorptionssyndrom des Darms) zum Vitamin-D-Mangel führen und eine Behandlung erfordern.
  • Alte Menschen haben oftmals eine gestörte Darmfunktion, die die Aufnahme aller Vitamine, auch von Vitamin D, erschwert.
  • Alle Personen, die sich zu wenig mit unbedeckter Haut in der Sonne bewegen, tragen das Risiko eines Vitamin D-Mangels. Risikogruppen sind vor allem alte Menschen und solche aus Einwandererkreisen, die sich aus religiösen Gründen stark verhüllen. Dabei bedarf der Aufbau des Vitamins keiner ausgedehnten Sonnenbäder im Bikini. Schon kurze Ärmel und ein freies Gesicht bieten genügend Fläche für die Aufnahme der nötigen UV-Strahlung.
Anwendungsbereiche für die synthetischen Vitamin-D-Abkömmlinge sind:
  • Ungenügende körpereigene Umwandlung der inaktiven Vorstufe in das aktive Vitamin aufgrund einer eingeschränkten Nierenfunktion oder einer erblichen so genannten Vitamin-D-resistenten Rachitis. Hier kommen Calcitriol, Calcifediol oder Alfacalcidol zum Einsatz.
  • Störungen der Nebenschilddrüse wie Unterfunktion (Hypoparathyreoidismus) oder versehentliche Entfernung bei einer Schilddrüsen- oder Halsoperation sind das Anwendungsgebiet für Dihydrotachysterol.
  • Bei bestimmten Arten der Schuppenflechte (Psoriasis) werden insbesondere Calcipotriol und Tacalcitol in Salben- oder Cremeform zur äußerlichen Anwendung verordnet.

    Wirkung

    Die Bezeichnung Vitamin-D-Abkömmlinge ist ein Sammelbegriff für Vitamin D3-ähnliche Wirkstoffe.

    Vitamin D3 ist eigentlich ein körpereigenes Hormon. Es fördert zum einen die Mineralisierung der Knochen und wirkt damit positiv auf den Knochenaufbau. Zum anderen greift Vitamin D3 in den Calcium-Stoffwechsel ein. Es fördert im Darm die Calciumaufnahme aus den Nahrungsbestandteilen und hemmt dessen Ausscheidung durch die Nieren. Vitamin D3 beeinflusst zudem die Menge des im Blut verfügbaren Calciums und Phosphats. Dies ist ebenfalls wichtig für die Knochenneubildung.

    Alle Vitamin-D-Abkömmlinge entsprechen körpereigenen Stoffwechselprodukten des Vitamin D3 oder sind ihnen ähnlich. Der medizinisch eingesetzte Abkömmling Dihydrotachysterol ist etwa zweimal wirksamer als Vitamin D3, Alfacalcidol mehr als zehnmal und Calcitriol sogar mehr als tausendmal wirksamer.

    Die Vitamin-D-Abkömmlinge Calcitriol sowie Calcipotriol und Tacalcitol wirken zusätzlich zu den oben beschriebenen Wirkungen des Vitamins D3 wachstumshemmend auf zahlreiche, ganz unterschiedliche Zellen des Körpers. Gleichzeitig beschleunigen sie die Reifung der Hautzellen und greifen möglicherweise auch in die Regulation des Immunsystems ein. Aufgrund dieser Effekte können sie zur äußerlichen Anwendung bei bestimmten Arten der Schuppenflechte (Psoriasis) eingesetzt werden.