Vardenafil

Allgemeines

Vardenafil wird zur Behandlung von Impotenz (erektiler Dysfunktion) eingesetzt und dient dazu Erektionsstörungen zu verringern. Der Wirkstoff hat keine luststeigernde Wirkung und führt nicht "automatisch" zu einer Erektion, sondern verbessert die Fähigkeit, auf eine sexuelle Erregung mit einer Erektion zu reagieren. Vardenafil wird dazu als Tablette etwa eine halbe bis eine Stunde vor einem beabsichtigten Geschlechtsverkehr eingenommen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Erektionsfähigkeit steigern
  • Erektionsstörungen behandeln.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Vardenafil im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Vardenafil nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Vardenafil sowie bei gleichzeitiger Einnahme von Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten (Alpha-Sympatholytika) oder gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis (Nitraten), da es hier zu einem starken Blutdruckabfall kommen kann. HIV-1-Proteasehemmer wie zum Beispiel Ritonavir und Indinavir dürfen ebenfalls nicht gleichzeitig mit Vardenafil eingenommen werden.

Der Wirkstoff darf außerdem nicht verabreicht werden an Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie instabiler Angina Pectoris, Herzrhythmusstörungen oder schwerer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz NYHA II und III), nach einem Schlaganfall, der weniger als sechs Monate zurückliegt, oder Herzinfarkt (Myokardinfarkt innerhalb der ersten drei Monate).

Bei schweren Nieren- oder Leberfunktionsstörungen, niedrigem Blutdruck (Hypotonie mit einem Systolenwert unter 90 mmHg) oder der erblichen Erkrankung der Augennetzhaut (Retinitis pigmentosa) darf Vardenafil ebenfalls nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung darf der Wirkstoff eingenommen werden bei schweren arteriellen Durchblutungsstörungen, insbesondere bei einer Verengung im Bereich der Hauptschlagader (Aortenstenose), einer Störung der Blutdruckkontrolle (Multisystematrophie) und Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren.

Patienten mit Störungen der Blutgerinnung, Sichelzellenanämie oder bestimmten Formen von Blutkrebs (zum Beispiel Leukämie, Plasmozytom), anatomischen Missbildungen des Penis oder wenn bereits schmerzhafte Dauererektionen (Priapismus) aufgetreten sind, dürfen Vardenafil ebenfalls nur nach Rücksprache mit ihrem Arzt anwenden.

Bei Patienten mit Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) oder Leberfunktionsstörungen (zum Beispiel Leberzirrhose) sowie bei Patienten, die gleichzeitig mit Erythromycin behandelt werden, wird eine Verringerung der Vardenafil-Dosis durch den Arzt empfohlen.

Bei Männern über 75 Jahren ist die gleichzeitige Anwendung von Vardenafil und den Wirkstoffen Itraconazol und Ketoconazol (in oraler Darreichungsform) verboten.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff ist nur für die Anwendung beim Mann zugelassen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann Vardenafil haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Vardenafil. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Hitzegefühl und Rötung des Oberkörpers (Flush).

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, verstopfte Nase, Übelkeit, leichter Durchfall.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Störungen des Farbensehens, gesteigerte Tränenbildung, Augenschmerzen, Bindehautentzündung, beschleunigter Herzschlag, Herzklopfen (Palpitationen), Blutdruckabfall, Blutdruckanstieg, Zittern, Luftnot, Nasenbluten, Anstieg bestimmter Leberemzyme im Blut, gesteigerte Lichtempfindlichkeit, Wassereinlagerungen im Bereich des Gesichts, Hautausschlag, Kontaktdermatitis, Rückenschmerzen, Muskelschmerzen, Schläfrigkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Angststörungen, Steigerung des Augeninnendrucks, Ohrensausen, Minderdurchblutung der Herzmuskulatur, Angina pectoris, Kehlkopfödem, Störungen des Blutzuckerspiegels (Über- oder Unterzucker), Blutbildungsstörungen (Verminderung der Zahl weißer Blutkörperchen, Verminderung der Zahl roter Blutkörperchen), Muskelsteifigkeit, schmerzhafte, mehr als zwei Stunden anhaltende Erektionen (Priapismus).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Kurzzeitige Bewusstlosigkeit (Synkope), Krampfanfälle, Hörstörungen.

Besonderheiten:
Die Einnahme des Wirkstoffes hat in sehr seltenen Einzelfällen zu einer einseitigen Erblindung geführt. Ursache war wahrscheinlich der Verschluss von die Netzhaut versorgenden Blutgefäßen. Risikofaktoren für das Auftreten dieser Nebenwirkung sind Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, Fettstoffwechselstörungen und Rauchen. Patienten, die einen einseitigen Verlust der Sehkraft bemerken, sollten die Einnahme von Vardenafil sofort beenden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Vardenafil?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Mittel gegen Pilzerkrankungen wie beispielsweise Itraconazol und Ketoconazol oder Erythromycin (zur Behandlung bakterieller Infektionen) sowie andere Wirkstoffe wie Cimetidin oder Ritonavir (zur Behandlung der HIV-Infektion), die ebenfalls den Leberstoffwechsel beeinflussen, verstärken die Wirkung von Vardenafil und erhöhen möglicherweise die Häufigkeit seiner Nebenwirkungen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Erythromycin kann eine Dosisanpassung von Vardenafil durch den Arzt notwendig sein.

HIV-1-Proteasehemmer wie zum Beispiel Ritonavir und Indinavir dürfen nicht gleichzeitig mit Vardenafil eingenommen werden.

Bei gleichzeitiger Einnahme von gefäßerweiternden Mitteln auf Nitro-Basis oder Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten (Alpha-Sympatholytika) kommt es zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung. Dies kann zu einem starken Blutdruckabfall, Störungen der Blutgerinnung und einer Erhöhung der Herzfrequenz führen. Diese Wirkstoffe dürfen ebenfalls nicht gemeinsam mit Vardenafil angewendet werden.

Vardenafil sollte auch nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Grapefruitsaft verhindert den Abbau von Vardenafil im Körper und verstärkt möglicherweise die Häufigkeit seiner Nebenwirkungen.

Die gleichzeitige Anwendung von Antiarrhythmika der Klasse I (zum Bespiel Chinidin, Procainamid) oder Antiarrhythmika der Klasse III (zum Beispiel Amiodaron, Sotalol) kann Herzrhythmusstörungen auslösen und sollte daher vermieden werden.

Die gleichzeitige Einnahme von Vardenafil und Enzyminduktoren wie beispielsweise Rifamicin, Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin kann die Wirkung von Vardenafil abschwächen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Einnahme des Medikaments bewirkt einen leichten Blutdruckabfall.
  • Möglicherweise besteht im Zusammenhang mit sexueller Aktivität bei Einnahme des Medikaments ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen und andere, zum Teil lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Störungen.
  • Be Bemerken einer (einseitigen) Sehstörung ist das Medikament sofort abzusetzen und ein Arzt zu befragen.
  • Die Anwendung des Medikaments sollte nicht mit anderen Behandlungsmethoden für Erektionsstörungen kombiniert werden.
  • Das Medikament kann Schwindelgefühl und Sehstörungen hervorrufen und somit das Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
  • Das Reaktionsvermögen kann durch das Medikament so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Vardenafil?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Vardenafil enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Vardenafil

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Vardenafil. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Potenzmittel, zu welcher der Wirkstoff Vardenafil gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Vardenafil

Vardenafil wird zur Behandlung von Impotenz (erektiler Dysfunktion) eingesetzt und dient dazu Erektionsstörungen zu verringern. Der Wirkstoff hat keine luststeigernde Wirkung und führt nicht "automatisch" zu einer Erektion, sondern verbessert die Fähigkeit, auf eine sexuelle Erregung mit einer Erektion zu reagieren. Vardenafil wird dazu als Tablette etwa eine halbe bis eine Stunde vor einem beabsichtigten Geschlechtsverkehr eingenommen.

Die Diagnose der Impotenz kann nur von einem Arzt durch Befragung und gründliche körperliche Untersuchung des Patienten gestellt werden. Vor Anwendung des Wirkstoffs müssen der Zustand des Herz-Kreislauf-Systems und der Blutgefäße sorgfältig ärztlich geprüft werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vardenafil sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Vardenafil

Vardenafil gehört wie Tadalafil zur Gruppe der Phosphodiesterasehemmer und entfaltet als Mittel gegen erektile Dysfunktion seine Wirkung durch direkte Förderung der Durchblutung im Penis.

Die Wirkung von Vardenafil setzt innerhalb eines Zeitraums von 25 Minuten bis maximal einer Stunde nach der Einnahme ein und hält bis zu fünf Stunden an. Durch sehr fettes Essen vor der Einnahme kann die Wirkung des Wirkstoffs verzögert werden.

Als Anfangsdosis werden fünf Milligram Vardenafil empfohlen. Die Maximaldosis beträgt 20 Milligram des Wirkstoffs, der höchstens einmal täglich angewendet werden darf.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.