Tilidin + Naloxon

Allgemeines

Diese Wirkstoffkombination ist geeignet, starke bis sehr starke Schmerzen zu lindern. Das können zum Beispiel Schmerzen aufgrund von Krebserkrankungen, Schmerzen nach einem Herzinfarkt, unfallbedingte Schmerzen oder Schmerzen nach Operationen sein. Zusätzlich können Tilidin und Naloxon bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen verwendet werden. Ist vorher bekannt, dass schwere Schmerzen entstehen werden (zum Beispiel durch eine Operation), so kann die Wirkstoffkombination bereits vorher eingenommen werden. Dadurch wird den entstehenden Schmerzen vorgebeugt.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • starke und sehr starke Schmerzen lindern
  • starken und sehr starken Schmerzen vorbeugen.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tilidin + Naloxon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Tilidin + Naloxon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Tilidin oder Naloxon darf die Wirkstoffkombination nicht angewendet werden.

Opiat-Abhängige (Drogenabhängige) dürfen diese Wirkstoffkombination nicht einnehmen, weil der Opiat-hemmende Bestandteil Naloxon bei diesen Patienten zu schweren Entzugserscheinungen führen kann.

Bei einer ausgeprägten Leberfunktionsstörung oder Leberzirrhose darf die Kombination nicht eingenommen werden. Die Aktivierung des Tilidins durch die Leber ist in diesem Falle vermindert und die Wirkung abgeschwächt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft sollte nur nach strengster ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko eine Behandlung mit Tilidin und Naloxon durchgeführt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Tilidin und Naloxon in die Muttermilch übergehen. Vorsichtshalber sollte vor einer Behandlung abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder ab zwei Jahren dürfen diese Wirkstoffkombination einnehmen.

Welche Nebenwirkungen können Tilidin + Naloxon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tilidin + Naloxon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen sind von der verwendeten Darreichungsform abhängig.

Retard-Tabletten
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, vermehrtes Schwitzen.

Tropfen
häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen.

Besonderheit:
Die Nebenwirkungen treten besonders zu Behandlungsbeginn auf und werden im Verlauf der Therapie milder und/oder seltener. Um Nebenwirkungen entgegenzuwirken, sollte sich der Patient - wie es bei starken Schmerzen üblich ist – keiner körperlichen Belastung unterziehen und sich bei Auftreten von Schwindelgefühlen hinlegen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Tilidin + Naloxon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkungen von Alkohol, Beruhigungsmitteln und Tilidin verstärken sich gegenseitig. Beruhigungsmittel und andere Wirkstoffe, die das zentrale Nervensystem dämpfen, können die Gefahr eines Atemstillstands erhöhen.

Die Wirkstoffkombination Tilidin und Naloxon sollte nicht mit anderen opioiden Schmerzmitteln kombiniert werden, da die Wirkungsstärke und die Nebenwirkungen aller verwendeten Wirkstoffe dann nur noch schwer eingeschätzt werden können.

Die Wirkstoffkombination kann in Kombination mit Phenprocoumon die Blutgerinnungszeit verlängern. Blutungen können vermehrt auftreten. Die Gerinnung sollte daher engmaschig ärztlich kontrolliert werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet. Es kann bei Opiatabhängigen akute Entzugserscheinungen auslösen oder verstärken.
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sind eingeschränkt (besonders zu Beginn der Therapie oder nach einer Dosiserhöhung).
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Tilidin + Naloxon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tilidin + Naloxon enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Tilidin + Naloxon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tilidin + Naloxon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Tilidin + Naloxon gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Tilidin + Naloxon

Diese Wirkstoffkombination ist geeignet, starke bis sehr starke Schmerzen zu lindern. Das können zum Beispiel Schmerzen aufgrund von Krebserkrankungen, Schmerzen nach einem Herzinfarkt, unfallbedingte Schmerzen oder Schmerzen nach Operationen sein. Zusätzlich können Tilidin und Naloxon bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen verwendet werden. Ist vorher bekannt, dass schwere Schmerzen entstehen werden (zum Beispiel durch eine Operation), so kann die Wirkstoffkombination bereits vorher eingenommen werden. Dadurch wird den entstehenden Schmerzen vorgebeugt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tilidin + Naloxon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Tilidin + Naloxon

Der Wirkstoff Tilidin gehört zur Gruppe der opioiden Schmerzmittel. Tilidin ist ein Prodrug, also ein Wirkstoff, der erst im Körper durch die Leber in seine wirksame Form umgebaut wird. Er entfaltet seine Wirkung an speziellen Bindungsstellen im Gehirn, den so genannten Opioidrezeptoren. Der Wirkstoff imitiert dabei körpereigene Botenstoffe, die eine Weiterleitung von Schmerzempfinden hemmen.

Neben der reinen Schmerzlinderung beeinflusst Tilidin auch die Schmerzwahrnehmung. Sogar starke Schmerzen werden als weniger schwerwiegend empfunden und damit eine positiv getönte Stimmungslage erreicht. Tilidin wirkt insgesamt auf die gleiche Weise wie der Hauptvertreter der opioiden Schmerzmittel, das Morphin, allerdings etwas schwächer.

Naloxon dagegen hebt die Wirkung von Opioiden auf, es ist ein so genannter Opioid-Antagonist. Er bindet an die gleichen Rezeptoren wie die opioiden Schmerzmittel, löst aber keine entsprechende Wirkung aus. Daher kann Naloxon durch Gabe in die Blutbahn bei Opiatvergiftungen eingesetzt werden.

So erscheint die Kombination Tilidin und Naloxon im ersten Augenblick unsinnig, weil Naloxon die Wirkung von Tilidin aufhebt. Die Kombination aus Tilidin und Naloxon dient dem Zweck, missbräuchliche Anwendungen in hoher Dosierung oder durch Spritzen in die Vene ("Fixen") zu verhindern. Nur wenn die Wirkstoffkombination wie vorgeschrieben über den Magen-Darm-Trakt als Tablette, Kapsel oder Tropfen eingenommen wird, entfaltet Tilidin überhaupt eine Wirkung. Denn der Anteil an Naloxon wird im Magen weitgehend inaktiviert und alleine die Wirkung des Tilidins bleibt erhalten.
Spritzt sich ein Drogenabhängiger das Mittel in die Blutbahn oder wendet er in der Hoffnung auf starke stimmungsverbessernde (euphorisierende) Wirkung hohe Dosen der Wirkstoffkombination an, bleibt der Effekt von Tilidin aus, weil das ebenfalls enthaltene Naloxon dessen Wirkung verhindert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.