Valoron N retard 50/4mg / 100/8mg / 150/12mg / 200/16mg Retardtabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 26.08.2009
Hersteller: PFIZER GmbH
Wirkstoffkombination: Tilidin + Naloxon
Darreichnungsform: Retardtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Valoron N retard 50/4mg / 100/8mg / 150/12mg / 200/16mg Retardtabletten enthalten die Wirkstoffkombination Tilidin + Naloxon. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Valoron N retard 50/4mg / 100/8mg / 150/12mg / 200/16mg Retardtabletten.

Diese Wirkstoffkombination ist geeignet, starke bis sehr starke Schmerzen zu lindern. Das können zum Beispiel Schmerzen aufgrund von Krebserkrankungen, Schmerzen nach einem Herzinfarkt, unfallbedingte Schmerzen oder Schmerzen nach Operationen sein. Zusätzlich können Tilidin und Naloxon bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen verwendet werden. Ist vorher bekannt, dass schwere Schmerzen entstehen werden (zum Beispiel durch eine Operation), so kann die Wirkstoffkombination bereits vorher eingenommen werden. Dadurch wird den entstehenden Schmerzen vorgebeugt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tilidin + Naloxon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welchen die Wirkstoffkombination Tilidin + Naloxon gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • starke bis sehr starke Schmerzen

Dosierung

Das Medikament eignet sich besonders zur Behandlung chronischer Schmerzen. Die erforderliche Dosis wird vom Arzt für jeden Patienten individuell ermittelt. Die Tagesdosis kann, je nach Schmerzstärke und individueller Wirkung, zwischen 100 und maximal 600 Milligramm (bezogen auf
Tilidinhydrochlorid) liegen. Die übliche Dosierung zu Anfang der Behandlung beträgt für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren zweimal täglich 100 Milligramm Tilidinhydrochlorid. Dabei sollte ein Zeitintervall von zwölf Stunden eingehalten werden. Patienten, die bisher noch keine starken Schmerzmittel erhielten, sollten mit der Hälfte der Dosis beginnen.

Ist die Schmerzbehandlung mit zweimal täglich 100 Milligramm Tilidinhydrochlorid nicht ausreichend, wird der Arzt die Dosis stufenweise bis zu einer guten Wirkung bei möglichst wenig Nebenwirkungen steigern. Die zur Verfügung stehenden Wirkstärken von 50, 100, 150 und 200 Milligramm (bezogen auf Tilidinhydrochlorid) können, falls erforderlich,
miteinander kombiniert werden.

Hinweis:
Die hier empfohlenen Dosierungen können im Einzelfall zur Behandlung
sehr starker Schmerzen überschritten werden oder die Einnahme häufiger erfolgen.

Nehmen Sie die Retardtabletten unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein. Teilen Sie die Retardtabletten nicht, weil sonst die Langzeitwirkung gefährdet ist. Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzhemmende Dosierung gewählt werden. Bei einer Dauertherapie muss bei der Einnahme ein festes Zeitschema (beispielsweise morgens 8.00 Uhr und
abends 20.00 Uhr) eingehalten werden. Dies beugt einer Gewöhnung vor.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Dimeticon
  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Lactose
  • Magnesiumstearat
  • Titandioxid (E 171)
  • Ethylcellulose
  • Glycerol(mono, tri)docosanoat
  • Hexadecan-1-ol
  • hydriertes Rizinusöl
  • Hyetellose
  • Macrogol 6000
  • Natriumdodecylsulfat

Nebenwirkungen

Art und Häufigkeit der Nebenwirkungen sind von der verwendeten Darreichungsform abhängig.

Retard-Tabletten
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Müdigkeit, Benommenheit.

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Durchfall, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, vermehrtes Schwitzen.

Tropfen
häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Benommenheit, Übelkeit und Erbrechen.

Besonderheit:
Die Nebenwirkungen treten besonders zu Behandlungsbeginn auf und werden im Verlauf der Therapie milder und/oder seltener. Um Nebenwirkungen entgegenzuwirken, sollte sich der Patient - wie es bei starken Schmerzen üblich ist – keiner körperlichen Belastung unterziehen und sich bei Auftreten von Schwindelgefühlen hinlegen.

Wechselwirkungen

Die Wirkungen von Alkohol, Beruhigungsmitteln und Tilidin verstärken sich gegenseitig. Beruhigungsmittel und andere Wirkstoffe, die das zentrale Nervensystem dämpfen, können die Gefahr eines Atemstillstands erhöhen.

Die Wirkstoffkombination Tilidin und Naloxon sollte nicht mit anderen opioiden Schmerzmitteln kombiniert werden, da die Wirkungsstärke und die Nebenwirkungen aller verwendeten Wirkstoffe dann nur noch schwer eingeschätzt werden können.

Die Wirkstoffkombination kann in Kombination mit Phenprocoumon die Blutgerinnungszeit verlängern. Blutungen können vermehrt auftreten. Die Gerinnung sollte daher engmaschig ärztlich kontrolliert werden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Tilidin oder Naloxon darf die Wirkstoffkombination nicht angewendet werden.

Opiat-Abhängige (Drogenabhängige) dürfen diese Wirkstoffkombination nicht einnehmen, weil der Opiat-hemmende Bestandteil Naloxon bei diesen Patienten zu schweren Entzugserscheinungen führen kann.

Bei einer ausgeprägten Leberfunktionsstörung oder Leberzirrhose darf die Kombination nicht eingenommen werden. Die Aktivierung des Tilidins durch die Leber ist in diesem Falle vermindert und die Wirkung abgeschwächt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft sollte nur nach strengster ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko eine Behandlung mit Tilidin und Naloxon durchgeführt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Tilidin und Naloxon in die Muttermilch übergehen. Vorsichtshalber sollte vor einer Behandlung abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder ab zwei Jahren dürfen diese Wirkstoffkombination einnehmen.

Warnhinweise

  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen sind eingeschränkt (besonders zu Beginn der Therapie oder nach einer Dosiserhöhung).
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.
  • Das Medikament ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet. Es kann bei Opiatabhängigen akute Entzugserscheinungen auslösen oder verstärken.
  • Die Flasche ist fest verschlossen zu halten, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
20 Retardtabletten Retardtabletten
20 Retardtabletten Retardtabletten
20 Retardtabletten Retardtabletten
20 Retardtabletten Retardtabletten
50 Retardtabletten Retardtabletten
100 Retardtabletten Retardtabletten
50 Retardtabletten Retardtabletten
100 Retardtabletten Retardtabletten
50 Retardtabletten Retardtabletten
100 Retardtabletten Retardtabletten

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Valoron N retard 50/4mg / 100/8mg / 150/12mg / 200/16mg Retardtabletten sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Tilidin + Naloxon (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.