Teduglutid

Allgemeines

Teduglutid wird zur Behandlung von Erwachsenen mit Kurzdarmsyndrom verwendet. Das Kurzdarmsyndrom bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem schon von Geburt an oder durch Operationen große Teile des Dünndarms fehlen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Darmschleimhaut schützen
  • normales Wachstum der Darmzotten fördern
  • Nährstoffaufnahme verbessern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Teduglutid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Teduglutid nicht verwendet werden?

Teduglutid darf nicht eingesetzt werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, einer bestehenden oder vermuteten Krebserkrankung und bei Patienten, die in den vergangenen fünf Jahren einmal eine Krebserkrankung im Verdauungskanal, an Leber oder Galle hatten.

Der Wirkstoff sollte nicht angewendet werden, wenn der Patient Darmpolypen hat. Diese sind zu Beginn der Behandlung vom Arzt mittels einer Koloskopie zu entfernen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Teduglutid angewendet werden bei
  • Patienten, die eine Allergie auf Tetracycline haben
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzmuskelschwäche oder Bluthochdruck, weil diese sich durch Flüssigkeitsansammlung im Körper verschlimmern können
  • schwerwiegenden und schlecht behandelbaren Begleiterkrankungen des Gefäßsystems, der Atmungsorgane, der Niere, des Gehirns, der Drüsen, der Leber oder bei Infektionen, weil solche nicht in die klinischen Studien eingeschlossen waren
  • Krebserkrankung in der Vorgeschichte der letzten fünf Jahre ganz allgemein, weil das nicht in Studien untersucht wurde.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Teduglutid wurde nicht an schwangeren Frauen untersucht. Tierexperimente lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen schließen. Als Vorsichtsmaßnahme sollte dennoch die Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Teduglutid in die Muttermilch ausgeschieden wird, wie es in geringem Maße bei Ratten der Fall ist. Ein Risiko für das gestillte Neugeborene/den Säugling kann man nicht ausschließen. Als Vorsichtsmaßnahme sollte die Anwendung während der Stillzeit vermieden werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Teduglutid bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hat die Verpflichtung zur Einreichung von Studienergebnissen für Kinder und Jugendliche mit Kurzdarmsydrom zurückgestellt. Die Anwendung des Wirkstoffs liegt bei dieser Patientengruppe also im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Teduglutid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Teduglutid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektionen der Atemwege, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen, Komplikationen an künstlichen Darmausgängen, Wassereinlagerung in Armen und Beinen, Reaktionen an der Injektionsstelle.

Häufige Nebenwirkungen:
Grippe, verminderter Appetit, Angstzustände, Schlafstörungen, nervliche Missempfindungen, schlecht behandelbare Herzmuskelschwäche, Hitzegefühl, Atembeschwerden, Husten, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Darmverschluss, Gallenstau, Gallenblasenentzündung, allergische Hautentzündung, Gelenkschmerzen, Nierenkoliken, Empfindlichkeit im Nierenlager, Brustschmerzen, nächtliches Schwitzen, Entzündungszeichen (C-reaktives Eiweiß im Blut erhöht).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Ohnmacht.

Besonderheiten:
Eine Komplikation am künstlichen Darmausgang (beispielsweise eine Schwellung) ist eher als ein Zeichen der Wirksamkeit und nicht als eine Nebenwirkung einzustufen.

Manchmal kommt es im Verdauungskanal zu gutartigen Geschwulsten. Sollte eine Bösartigkeit einer solchen Geschwulst festgestellt werden, wird der Arzt die Behandlung mit Teduglutid abbrechen.

Zeigen sich die oben beschriebenen Nebenwirkungen an Gallenblase oder Bauchspeicheldrüse, kommt es wiederholt zu Darmverschlüssen oder verschlechtert sich eine Herz-Kreislauferkrankung, wird der Arzt die Notwendigkeit der Behandlung mit dem Wirkstoff überdenken.

Muss die Behandlung beendet werden, darf dies nur vorsichtig geschehen, da es leicht zu Austrocknung kommt.

Welche Wechselwirkungen zeigt Teduglutid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Es wurden keine Untersuchungen zur Erfassung von Arzneimittel-Wechselwirkungen durchgeführt. Da Teduglutid aber die Aufnahmefähigkeit des Darmes für Nährstoffe verbessert, muss auch mit einer verstärkten Aufnahme von Wirkstoffen in den Körper gerechnet werden. Patienten, die Medikamente erhalten, welche vorsichtig dosiert werden müssen, sind daher vom Arzt besonders sorgfältig auf eine vermehrte Wirkung oder Nebenwirkungen zu überwachen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte nur durch Ärzte begonnen und überwacht werden, die erfahren in der Therapie des Kurzdarmsyndroms sind.
  • Bei Allergie auf Tracycline sollte das Medikament mit Vorsicht eingesetzt werden.
  • Um eine Austrocknung zu vermeiden, muss die Behandlung mit dem Wirkstoff langsam und vorsichtig beendet werden.
  • Da es bei der Behandlung zu Ohnmacht kommen kann, sollten Autofahren und das Bedienen von Maschinen mit Vorsicht erfolgen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Teduglutid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Teduglutid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Teduglutid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Teduglutid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Teduglutid gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Teduglutid

Teduglutid wird zur Behandlung von Erwachsenen mit Kurzdarmsyndrom verwendet. Das Kurzdarmsyndrom bezeichnet ein Krankheitsbild, bei dem schon von Geburt an oder durch Operationen große Teile des Dünndarms fehlen.

Der Dünndarm ist neben dem Ort der Nährstoffaufnahme auch ein wichtiger Produzent von Hormonen, die die Verdauungstätigkeit regeln. Fehlen große Teile des Dünndarms, kommt es zu einem Hormonmangel, der durch Teglutid ausgeglichen werden kann.

Nach einem chirurgischen Eingriff, bei dem Darmteile entfernt wurden, wird vor den Anwendung des Wirkstoffs zunächst abgewartet, bis sich die Darmtätigkeit wieder eingespielt hat.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Teduglutid sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Teduglutid

    Im Dünndarm wird ein Hormon, das Glucagon-like Peptid-2 (GLP-2) gebildet. Dieses Eiweiß erhöht den Blutfluss im Verdauungstrakt und der Leber, hemmt die Produktion von Magensäure und senkt die Darmaktivität.

    Ähnlich dem GLP-2 ist Teduglutid ein Eiweiß mit einer Länge von 33 Aminosäuren. Allerdings wurde die Aminosäure Alanin an einer bestimmten Stelle in der Aminosäurekette durch Glycin ersetzt. Im Vergleich zu dem in der Natur vorkommendem GLP-2 macht dieser Austausch den Abbau des Eiweißes durch das Enzym Dipeptidyl-Peptidase-IV (DPP-IV) schwierig. Dadurch verbleibt Teduglutid länger wirksam als das natürliche GLP-2. Teduglutid führt an der Schleimhautoberfläche des Dünndarms zu einer verstärkten Ausbildung der Darmzotten, kleiner Ausstülpungen, an denen die Nährstoffaufnahme erfolgt. Durch diese Wiederherstellung des normalen Wachstums erhält Teduglutid die Unversehrtheit der Schleimhaut.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.