Repaglinid

Allgemeines

Repaglinid dient der Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus vom Typ 2.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutzuckerspiegel senken
  • Insulinausschüttung steigern
  • Diabetes mellitus vom Typ 2 behandeln.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Repaglinid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Repaglinid nicht verwendet werden?

Repaglinid darf nicht eingenommen werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und andere Sulfonylharnstoffe und Abkömmlinge
  • Diabetes mellitus vom Typ 1 (insulin-abhängiger Diabetes mellitus)
  • schwerer Störung der Leberfunktion
  • Entgleisung des Zuckerstoffwechsels, die eine Übersäuerung des Bluts (Ketoazidose) zur Folge hat oder ein diabetisches Koma auslöst
  • älteren Menschen über 75 Jahren, weil entsprechende Studien fehlen.
Nur unter sorgfältiger ärztlicher Überwachung dürfen geschwächte und unterernährte Personen sowie Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheiten) den Wirkstoff erhalten.

Hinweise:
Infektionskrankheiten und andere Erkrankungen, Operationen und Stresssituationen können die Insulin-Bildung in der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigen. Damit wird die Wirkung von Repaglinid eingeschränkt, die Blutzuckerwerte verschlechtern sich und eine vorübergehende Gabe von Insulin kann notwendig sein.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff sollte während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingesetzt werden, weil die Unbedenklichkeit der Anwendung für Mutter und Kind noch nicht nachgewiesen ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da zur Anwendung bei Kindern keine ausreichenden Studien gemacht wurden, sollten Repaglinid-haltige Präparate bei Kindern unter 18 Jahren nicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Repaglinid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Repaglinid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung (Hypoglykämie), Bauchschmerzen, Durchfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen, Blutgefäßentzündungen, Erbrechen, Verstopfung, Sehstörungen (vorübergehend), Leberfunktionsstörungen, Leberenzymwert-Anstieg.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Ohnmacht (durch Unterzuckerung), Übelkeit, Überempfindlichkeitsreaktionen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Repaglinid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Manche Wirkstoffe verstärken die blutzuckersenkende Wirkung von Repaglinid. Dazu gehören:Besonders bei Gemfibrozil ist diese Verstärkung so gefährlich, dass beide Wirkstoffe nicht zusammen angewendet werden dürfen.

Eine Abschwächung der Repaglinid-Wirkung ergibt sich mit
  • Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung (Pille)
  • Thiaziden und thiazidartige Entwässerungsmittel
  • Glukokortikoiden
  • Danazol (Wirkstoff zur Behandlung einer Endometriose)
  • Schilddrüsenhormonen
  • Alpha-Sympathomimetika.
Die gleichzeitige Therapie mit Beruhigungsmitteln aus der Wirkstoffgruppe der Barbiturate und anderen Antiepileptika (beispielsweise Carbamazepin, Phenytoin), mit dem Tuberkulose-Mittel Rifampicin oder Johanniskraut (gegen Depressionen) kann eine Dosisanpassung von Repaglinid erforderlich machen.

Wechselwirkungen sind ferner mit solchen Wirkstoffen möglich, die ebenfalls hauptsächlich über die Gallenflüssigkeit ausgeschieden werden.

Bei gleichzeitiger Behandlung mit weiteren Antidiabetika ist die Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie) erhöht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung sind regelmäßige Kontrollen des Blutzuckerspiegels notwendig.
  • Das Medikament darf keinesfalls zusammen mit dem Lipidsenker Gemfibrozil angewendet werden.
  • Eine Unterzuckerung kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Insbesondere während der Einstellungsphase des Blutzuckerspiegels kann die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr sowie zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Repaglinid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Repaglinid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Repaglinid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Repaglinid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen orale Antidiabetika, Antidiabetika, zu welcher der Wirkstoff Repaglinid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Repaglinid

Repaglinid dient der Senkung des Blutzuckerspiegels bei Diabetes mellitus vom Typ 2.

Bei dieser Form der Zuckerkrankheit sollte zunächst versucht werden, den Blutzuckerspiegel durch eine kohlenhydratarme, vollwertige Ernährung sowie durch Gewichtsverringerung (bei Übergewicht) und verstärkte körperliche Aktivität zu senken. Erst wenn diese Maßnahmen keine ausreichende Wirkung zeigen, kommen orale Antidiabetika wie Repaglinid zum Einsatz. Sie werden in Form von Tabletten verabreicht und über den Magen-Darm-Trakt in den Körper aufgenommen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Repaglinid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Repaglinid

Repaglinid ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Antidiabetika. Da er eingenommen werden kann, gehört er auch der Wirkstoffgruppe der oralen Antidiabetika an. Repaglinid regt die Bauchspeicheldrüse zu einer verstärkten Abgabe des Hormons Insulin an und senkt auf diese Weise den Blutzuckerspiegel.

Der Wirkstoff entfaltet seine Wirkung rasch, er kann daher kurze Zeit (etwa 15 Minuten) vor einer geplanten Mahlzeit eingenommen werden. Da der anregende Effekt auf die Bauchspeicheldrüse nur kurze Zeit (wenige Stunden) anhält, ist die Wirkung von Repaglinid im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme gut zu steuern. Die Gefahr eines starken Abfalls des Blutzuckerspiegels (Unterzuckerung) ist daher bei Behandlung mit Repaglinid im Vergleich zu anderen Sulfonylharnstoffen gering.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.