Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus

Allgemeines

Der Wirkstoff dient bei Patienten ab einem Alter von zwölf Monaten der gleichzeitigen Aktivierung der körpereigenen Abwehr gegen Masern, Mumps und Röteln.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • körpereigene Abwehr gegen Masern aktivieren
  • körpereigene Abwehr gegen Mumps aktivieren
  • körpereigene Abwehr gegen Röteln aktivieren

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen frühere Masern-, Mumps- oder Röteln-Impfungen
  • Erkrankungen mit Fieber über 38,5 Grad
  • aktiver, unbehandelter Tuberkulose
  • krankhaften Blutbildveränderungen, Blutkrebs (Leukämie), Lymphdrüsenkrebs oder anderen bösartigen Tumoren, die sich auf die Bildung von Blutzellen oder Lymphzellen auswirken
  • Behandlung zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (einschließlich hoher Dosen von Glukokortikoiden)
  • immungeschwächten Patienten beispielsweise bei AIDS (eine HIV-Infektion ohne Schädigung des Immunsystems ist kein Hinderungsgrund).
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Impfstoff verwendet werden bei
  • Allergie-Neigung besonders gegen Hühnereiweiß - die Praxis muss für die Behandlung möglicher Schockzustände eingerichtet sein
  • Personen mit Krampfanfällen oder Gehirnschädigungen (auch in der Familiengeschichte)
  • Kindern im Alter von neun bis zwölf Monaten, weil der Impferfolg durch mütterliche Antikörper und/oder der Unreife des Immunsystems unzureichend sein kann.
Hinweis:
Der Impfstoff darf keinesfalls in die Blutbahn gelangen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wurden keine Studien über die Anwendung des Impfstoffs bei Schwangeren durchgeführt. Es ist daher nicht bekannt, ob er schädliche Auswirkungen auf das Kind haben kann oder die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann. Daher darf bei Schwangeren keine Impfung mit dem Wirkstoff erfolgen. Darüber hinaus müssen Frauen nach der Impfung eine Schwangerschaft drei Monate lang verhindern.

Studien haben gezeigt, dass stillende Mütter, die nach der Geburt mit einem ähnlichen Impfstoff geimpft wurden, das Röteln-Virus mit der Muttermilch ausscheiden und so auf ihre Säuglinge übertragen können. Keiner der Säuglinge, bei denen eine Röteln-Infektion im Blut nachgewiesen wurde, zeigte Zeichen einer Röteln-Erkrankung. Es ist nicht bekannt, ob Masern- oder Mumps-Impfviren mit der Muttermilch ausgeschieden werden. Daher sollte der Arzt die Impfung Stillender sorgfältig abwägen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff wird in der Regel bei Kindern ab einem Alter von zwölf Monaten angewendet. Manchmal hält der Arzt einen früheren Impfschutz für notwendig, beispielsweise für Kinder in Tagesstätten, in Situationen mit einem plötzlichen Masern-Ausbruch oder bei Reisen in Regionen mit häufigem Vorkommen von Masern. Dann werden auch Kinder ab dem neunten Lebensmonat geimpft. Solche Kinder sollten im Alter von 12 bis 15 Monaten erneut eine Impfung erhalten. Es kann eine weitere Dosis eines Impfstoffs mit einer Masern-Komponente gegeben werden, falls die offiziellen Impfempfehlungen dies vorsehen.

Welche Nebenwirkungen können Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Fieber (38,5 Grad oder höher).
an der Injektionsstelle:
Hautrötung, Schmerz, Schwellung.

Häufige Nebenwirkungen:
Masernähnlicher oder anderer Hautausschlag.
an der Injektionsstelle:
Bluterguss.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Nasen-Rachen-Entzündung, Infektionen der oberen Atemwege, Infekte durch Viren, Naselaufen, Durchfall, Erbrechen, Nesselsucht.
an der Injektionsstelle: Hautausschlag.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Gehirnhautentzündung ohne Erregernachweis, atypische Masern, Nebenhodenentzündung, Hodenentzündung, Mittelohrentzündung, Speicheldrüsenentzündung, Schnupfen, spezielle From der Gehirnentzündung (subakute sklerosierende Panenzephalitis), örtliche Lymphknotenschwellung, Mangel an Blutplättchen, allergische Reaktionen, Überempfindlichkeit (mit Blutgefäßschwellungen, Schwellungen an Armen und Beinen und im Gesicht), Reizbarkeit, Krampfanfälle ohne Fieber, Gangunsicherheit, Schwindel, Gehirnentzündung, Gehirnleistungsstörungen, Fieberkrämpfe (bei Kindern), spezielle Form der Nervenentzündung (Guillain-Barré-Syndrom), Kopfschmerzen, Masern-Einschlusskörperchen-Enzephalitis (MIBE), Augenmuskellähmungen, Sehnerv-Entzündung, nervliche Missempfindungen, allgemeine Nervenentzündung, allgemeine Nervenerkrankung, Ohnmacht, Bindehautentzündung, Regenbogenhautentzündung, Innenohr-Taubheit, Bronchialkrämpfe, Husten, Lungenentzündung, Halsschmerzen, Übelkeit, örtlich begrenzte Entzündung des Unterhautfettgewebes, Unterhautblutungen, Verhärtung der Haut, Stevens-Johnson-Syndrom, Juckreiz, vorübergehende Gelenkentzündung, vorübergehende Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber (38,5 Grad oder höher), Unwohlsein, Entzündung des Sehnervs an seiner Austrittsstelle aus dem Augapfel, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen.
an der Injektionsstelle:
Schwellung, Schmerzhaftigkeit, Bläschen, Quaddeln, Entzündungen, Blutgefäßentzündung, Stechen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Gabe von Immunglobulinen und dem Impfstoff kann die zu erwartende Antikörper-Bildung beeinträchtigen. Die Impfung sollte frühestens drei Monate nach Transfusionen von Blut oder Blutflüssigkeit (Plasma) oder der Gabe menschlicher Immunglobuline erfolgen.

Die Gabe von Blutprodukten mit Masern-, Mumps- oder Röteln-Virus-Antikörpern, einschließlich Immunglobulin-Präparaten, sollte frühestens einen Monat nach der Impfung mit dem Wirkstoff erfolgen, es sei denn, der Arzt hält die Gabe dieser Präparate für unumgänglich.

Nach Impfung mit Masern-Mumps-Röteln-Lebendimpfstoffen kann die Empfindlichkeit von Hauttests auf Tuberkelbakterien vorübergehend vermindert sein. Wenn ein Tuberkulose-Test geplant ist, sollte der Test entweder vor, gleichzeitig mit oder mindestens vier bis sechs Wochen nach der Impfung erfolgen.

Der Wirkstoff und andere Virus-Lebendimpfstoffe sollten entweder gleichzeitig an unterschiedlichen Körperstellen oder im Abstand von einem Monat verabreicht werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Nach Verabreichung des Medikaments müssen Frauen eine Schwangerschaft drei Monate lang zuverlässig verhüten.
  • Das Medikament darf nur in die Muskeln oder unter die Haut, aber keinesfalls in die Blutbahn gespritzt werden.
  • Das Medikament kann das Ergebnis eines Tuberkulose-Tests verfälschen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Injektions­suspension
Injektions­suspension

So wirkt Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher die Wirkstoffkombination Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus

Der Wirkstoff dient bei Patienten ab einem Alter von zwölf Monaten der gleichzeitigen Aktivierung der körpereigenen Abwehr gegen Masern, Mumps und Röteln.

Bei einer massenweisen Infektion mit Masern (Epidemie) können auch Kinder ab einem Lebensalter von neun Monaten mit dem Wirkstoff geimpft werden.

Nach Kontakt mit einer Person, die schon Masern hat, besteht das Risiko einer Infektion. Wenn der Impfstoff innerhalb von 72 Stunden nach diesem Kontakt verabreicht wird, kann er eventuell noch vor einer Infektion schützen. Sicher ist der Schutz nur, wenn die Impfung einige Tage vor einem Kontakt erfolgt. Ob dies auch für die mögliche Ansteckung mit Mumps- oder Röteln-Wildviren gilt, wurde bisher nicht untersucht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Masern-Virus + Mumps-Virus + Röteln-Virus

    Die Kombination gehört zur Wirkstoffgruppe der Impfstoffe. In der Kombination kommen zwar lebende Viren zum Einsatz, die aber attenuiert, das heißt "entschärft" sind. Darunter versteht man in der Mikrobiologie die gezielte Verminderung der krankmachenden Eigenschaften eines Erregers, wobei aber gleichzeitig seine Vermehrungsfähigkeit erhalten bleibt oder nur gering herabgesetzt ist. So reizen die verabreichten Viren den Körper zur Bildung von Antikörpern, machen aber nicht krank. Diesen Vorgang nennt man "aktive Impfung".

    Kommt es in der Folge zu einer Infektion mit normalen Masern-, Mumps- oder Rötelnviren, erkennt der Körper diese sofort und vernichtet sie, bevor sie Beschwerden hervorrufen können.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.