Lumacaftor + Ivacaftor

Allgemeines

die Kombination dient der Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren mit Mukoviszidose. Voraussetzung ist, dass die Patienten in ihrem Erbgut eine bestimmte Veränderung tragen (homozygote F508del-Mutation im CFTR-Gen).

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Funktion der Schleimhautzellen verbessern
  • Ausscheidung von Chloridionen und Wasser fördern
  • zähen Schleim verflüssigen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Lumacaftor + Ivacaftor im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Lumacaftor + Ivacaftor nicht verwendet werden?

Lumacaftor + Ivacaftor dürfen nicht eingesetzt werden bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe. Auch ist der Einsatz bei allen Formen von Erbgutveränderungen sinnlos, die andere Gene als das F508del-Gen betreffen. Insofern muss vor der Behandlung eine Erbgutanalyse durch spezialisierte Labors erfolgen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination angewendet werden bei
  • Patienten, deren Lungenleistung (FEV1) unter 40 Prozent liegt, weil diese zu Beginn der Behandlung mehr Atemprobleme bekommen können
  • fortgeschrittener Lebererkrankung oder bei erhöhten Leberwerten, weil eine Verschlechterung eintreten kann
  • stark eingeschränkter Nierenfunktion oder Nierenleiden im Endstadium
  • Kindern und Jugendlichen, weil bei ihnen Trübungen der Augenlinse auftreten können, was eine augenärztliche Begleitung der Therapie nötig macht
  • Patienten nach Organverpflanzungen, weil solche nicht in die klinischen Studien eingeschlossen waren und somit keine Erfahrungen bestehen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bislang wurden erst weniger als 300 Schwangerschaften während einer Behandlung mit Lumacaftor + Ivacaftor beobachtet. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen. Vorsichtshalber sollte die Anwendung dennoch während der Schwangerschaft vorzugsweise vermieden werden, sofern der Arzt nicht die Behandlung der Mutter mit der Kombination für notwendig hält.

Es ist nicht bekannt, ob Lumacaftor und/oder Ivacaftor und deren Abbauprodukte beim Menschen in die Muttermilch übergehen, wie es bei Ratten der Fall war. Daher können Risiken für den Säugling nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu beenden ist oder ob auf die Behandlung mit Lumacaftor + Ivacaftor verzichtet werden soll oder die Behandlung zu unterbrechen ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination bei Kindern unter zwölf Jahren sind bisher noch nicht durch Studien erwiesen. Der Einsatz in dieser Altersgruppe liegt in der Verantwortung des behandelnden Arztes.

Welche Nebenwirkungen können Lumacaftor + Ivacaftor haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Lumacaftor + Ivacaftor. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Nasen-Rachen-Entzündung, verstopfte Nase, Atembeschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit, Bakterien im Auswurf.

Häufige Nebenwirkungen:
Infektion der oberen Atemwege, Schnupfen, Ohrenschmerzen, Ohrenbeschwerden, Ohrensausen, Trommelfellrötung, Störungen des Gleichgewichts, unnormale Atmung, Schmerzen in Mund und Rachen, Nebenhöhlenverstopfung, Naselaufen, Rachenrötung, Blähungen, Erbrechen, erhöhte Leberwerte (ASAT, ALAT, Gamma-GT), Hautausschlag, unregelmäßige Regelblutung, Regelschmerzen, Zwischenblutungen, gutartige Knoten in der Brust.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
leberbedingte Gehirnstörung, Ohrverstopfung, Leberentzündung mit Gallenstau, verlängerte Regelblutung, fehlende Regelblutung, häufigere Regelblutung, Entzündung der Brustdrüse, Brustschwellung, Erkrankung der Brustwarze, Schmerzen der Brustwarze, zu seltene Regelblutung.

Besonderheiten:
Da ein Zusammenhang der Therapie mit Leberschäden nicht ausgeschlossen werden kann, sollten vor Beginn der Behandlung sowie im ersten Jahr alle drei Monate und danach jährlich ärztliche Leberfunktionstests erfolgen. Steigen die Leberwerte stark an, wird der Arzt die Therapie unterbrechen und gegebenenfalls bei Normalisierung wieder aufnehmen.

Bei Kindern und Jugendlichen, die eine Therapie mit der Kombination beginnen, werden vor Therapiebeginn sowie zur Verlaufskontrolle Augenuntersuchungen empfohlen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Lumacaftor + Ivacaftor?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Lumacaftor + Ivacaftor werden durch ein leicht beeinflussbares Enzymsystem abgebaut. Bei gleichzeitiger Anwendung können andere Substanzen die Wirkung der Kombination beeinflussen; ebenso ist dies umgekehrt möglich.

Starke Hemmstoffe des Enzymsystems erhöhen die Konzentration der Kombination im Körper und verstärken damit mögliche Nebenwirkungen. Solche Substanzen sind die Pilzmittel Itraconazol, Ketoconazol und Voriconazol, die Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin.

Umgekehrt schwächen Förderer des Enzymsystems den Abbau der Wirkstoffe und schwächen die Wirkung der Kombination ab. Dazu gehört das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, die Antiepileptika Carbamazepin, Phenobarbital und Phenytoin sowie Johanniskraut (gegen Depressionen).

Die Kombination selbst nimmt ebenfalls Einfluss auf Enzymsysteme, die Wirkstoffe abbauen. Dadurch verändert sich deren Wirkung, was eine sorgfältige ärztliche Überwachung nötig macht. Zu solchen Substanzen gehören das Antiallergikum Fexofenadin, das Pilzmittel Fluconazol, der Entzündungshemmer Ibuprofen, Psychopharmaka (wie Midazolam, Triazolam, Citalopram, Escitalopram, Sertralin und Bupropion), die Hormone der "Pille", Mittel zur Unterdrückung der körpereigenen Abwehr (wie Ciclosporin, Everolimus, Sirolimus, Tacrolimus), die Magenmittel Ranitidin, Esomeprazol, Lansoprazol und Omeprazol, das Herzglykosid Digoxin, die Blutverdünner Dabigatran und Warfarin, die Glukokortikoide Methylprednisolon und Prednison sowie das orale Antidiabetikum Repaglinid.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor Beginn der Behandlung sowie im ersten Jahr alle drei Monate und danach jährlich sind ärztliche Leberfunktionstests nötig.
  • Bei starkem Anstieg der Leberwerte wird der Arzt die Therapie unter- oder vielleicht auch abbrechen.
  • Bei Kindern und Jugendlichen werden vor Therapiebeginn sowie zur Verlaufskontrolle Augenuntersuchungen empfohlen.
  • Das Medikament darf nur von Ärzten verordnet werden, die in der Behandlung von Mukoviszidose erfahren sind.
  • Die Einnahme des Medikament muss immer zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit erfolgen, um eine gute Aufnahme in den Körper zu gewährleisten.
  • Möglicherweise ist die Wirksamkeit von Hormonen zur Schwangerschaftsverhütung beeinträchtigt. Es sollten zusätzliche mechanische Verhütungsmittel (Kondom, Pessar) verwendet werden.
  • Kommt es zu Schwindel, können Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Lumacaftor + Ivacaftor?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Lumacaftor + Ivacaftor enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Lumacaftor + Ivacaftor

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lumacaftor + Ivacaftor. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher die Wirkstoffkombination Lumacaftor + Ivacaftor gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Lumacaftor + Ivacaftor

die Kombination dient der Behandlung von Patienten ab zwölf Jahren mit Mukoviszidose. Voraussetzung ist, dass die Patienten in ihrem Erbgut eine bestimmte Veränderung tragen (homozygote F508del-Mutation im CFTR-Gen).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lumacaftor + Ivacaftor sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Lumacaftor + Ivacaftor

Bei Mukoviszidose bilden die Schleimhäute des Patienten zu viel und zu zähen Schleim. Das führt vor allem in den Atemwegen zu erheblichen Problemen und vielfach zum Tod der Betroffenen.

Die Beschaffenheit des Schleims und damit auch sein Weitertransport wird weitgehend über das das CFTR-Eiweiß an der Oberfläche von Schleimhautzellen geregelt. Dieses Eiweiß kontrolliert den Aus- und Einstrom von Chloridionen und des an sie gebundenen Wassers. Damit wirkt sich das Eiweiß indirekt auf die Zähigkeit oder Flüssigkeit des gebildeten Schleims aus. Bei Mukoviszidose-Patienten ist durch eine Veränderung des Erbguts (F508del-Mutation) das CFTR-Eiweiß defekt und kommt nur in kleinen Mengen an den Oberfläschen der Schleimhautzellen vor. Die kleine Menge, welche die Zelloberfläche erreicht, öffnet den Chloridkanal nur unzureichend. Damit kann weniger Chlorid und Wasser ausströmen, um den Schleim zu verflüssigen.

Lumacaftor + Ivacaftor ergänzen sich in ihrer Wirkung. Lumacaftor wirkt direkt auf das veränderte CFTR-Eiweiß ein. Es erhöht die Menge an funktionstüchtigem Eiweiß an der Zelloberfläche. Der Kombinationspartner Ivacaftor verbessert die Leistung des CFTR-Eiweißes und ermöglicht so einen erhöhten Chloridtransport. Die genauen Mechanismen dieser Wirkungen sind noch nicht bekannt. Das Zusammenwirken von Lumacaftor und Ivacaftor führt zu einer erhöhten Menge und Funktion von CFTR-Eiweiß an der Zelloberfläche, was einen erhöhten Transport von Chloridionen und Wasser und damit eine Verflüssigung des zu zähen Schleims zur Folge hat.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.