Idebenon

Allgemeines

Idebenon wird zur Behandlung von Sehstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer speziellen erblichen Form der Sehnerv-Schädigung (Lebersche hereditäre Optikusneuropathie) angewendet.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Sehnervzerstörung aufhalten
  • Funktion von Sehnervzellen wiederherstellen
  • Energieversorgung der Sehnervzellen sicherstellen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Idebenon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Idebenon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Idebenon nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Idebenon bei Leber- oder Nierenfunktionsstörungen angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Sicherheit von Idebenon bei schwangeren Frauen ist nicht erwiesen. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen für das Un- oder Neugeborene. Dennoch wird der Arzt Idebenon bei schwangeren Frauen oder Frauen im gebärfähigen Alter, bei denen eine Schwangerschaft wahrscheinlich ist, nur anwenden, wenn er den Nutzen über die möglichen Risiken stellt.

Durch Studien an Ratten wurde gezeigt, dass Idebenon in die Muttermilch übergeht. Daher wird der Arzt entscheiden, ob das Stillen oder die Behandlung zu beenden ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Mutter berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Idebenon bei Patienten unter zwölf Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. In den klinischen Studien waren einige Patienten erst acht Jahre alt. Aufgrund der Seltenheit der Erkrankung Lebersche hereditäre Optikusatrophie war es nicht möglich, genügend große und damit aussagekräftige Patientengruppen zusammenzustellen, die eine Therapie-Empfehlung bei Kindern rechtfertigen würden.

Welche Nebenwirkungen kann Idebenon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Idebenon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Nasen-Rachen-Entzündung, Husten.

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, Rückenschmerzen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Bronchitis, Blutarmut, Blutbildveränderungen (Fehlen von Granulozyten, Mangel an weißen Blutkörperchen, Blutplättchen, Neutrophilen), Cholesterin im Blut erhöht, Triglyzeride im Blut erhöht, Krampfanfälle, Delirium, Wahnvorstellungen, Aufregung, ungewollte Bewegungen, Unruhe, zwanghaftes Weglaufen, Schwindel, Kopfschmerzen, Ruhelosigkeit, Teilnahmslosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, Essensverweigerung, Verdauungstörung, Leberentzündung, Erhöhung von Blutwerten (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatase, Lactatdehydrogenase, Gamma-GT, Bilirubin), Ausschlag, Juckreiz, Schmerzen in den Gliedmaßen, zu viel Stickstoff im Blut, Urinverfärbung, Unwohlsein.

Besonderheiten:
Die Stoffwechselprodukte von Idebenon können zu einer rötlich-braunen Verfärbung des Urins führen. Hierbei handelt es sich um einen harmlosen Effekt, der nicht mit Blutbeimischung in Zusammenhang steht. Es ist keine Veränderung der Dosis oder gar Behandlungsabbruch erforderlich. Allerdings kann die Veränderung der Urinfarbe andere farbliche Veränderungen beispielsweise bei Erkrankungen der Nieren oder des Blutes, verschleiern.

Welche Wechselwirkungen zeigt Idebenon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In Laborversuchen hemmte Idebenon ein bestimmtes Enzymsystem, das am Abbau vieler Arzneistoffe beteiligt ist. Dazu gehören die Psychopharmaka Midazolam, Pimozid und Triazolam, die Cholesterinsenker Atorvastatin, Lovastatin und Simvastatin, die Allergie-Mittel Astemizol, Mizolastin und Terfenadin, die Blutdrucksenker Bepridil und Nisoldipin, das Magenmittel Cisaprid, die Antiarrhythmika Chinidin, Dofetilid und Sertindol, die Mutterkorn-Alkaloide Dihydroergotamin, Ergometrin, Ergotamin und Methylergometrin, das Migräne-Mittel Eletriptan, das Drogen-Ersatzmittel Levacetylmethadol und das Herzmittel Ranolazin. Der Arzt wird sie nur mit Vorsicht zusammen mit Idebenon verschreiben und die Kombination, wenn möglich, vermeiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Eine Urinverfärbung ist möglich, aber harmlos.
  • Die Anwendung des Medikaments muss von einem Arzt überwacht werden, der Erfahrung mit der Behandlung der Leberschen hereditären Optikusneuopathie hat.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Idebenon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Idebenon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Idebenon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Idebenon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Idebenon gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Idebenon

Idebenon wird zur Behandlung von Sehstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen mit einer speziellen erblichen Form der Sehnerv-Schädigung (Lebersche hereditäre Optikusneuropathie) angewendet.

Die Lebersche hereditäre Optikusatrophie ist eine seltene Erbkrankheit der Nervenzellen des Sehnerven. Sie beginnt oft einseitig, innerhalb eines Zeitraums von maximal neun Monaten erkrankt dann auch das andere Auge. Es kommt zum Schwund der Nervenfasern im Sehnerv, wodurch die Rot-Grün-Wahrnehmung gestört ist. Dann treten Gesichtsfeldausfälle mit entsprechendem Verlust der Sehschärfe auf und früher oder später kommt es zur Erblindung. Vielfach benötigt diese Entwicklung nur zwei Jahre. In schweren Fällen können zusätzliche Nervenbeschwerden oder Funktionsstörungen des Herzens auftreten.

Von 50.000 bis 100.000 Personen ist etwa eine von der Erkrankung betroffen, vor allem Männer zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Idebenon sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Idebenon

    Für alle Lebensvorgänge benötigen lebende Zellen Energie. Diese Energie gewinnen sie in speziellen "Kraftwerken", den Mitochondrien, die sich in den Zellen befinden. Sie stellen durch die Übertragung elektrischer Ladung über mehrere chemische Komplexe ein elektronen- und damit energiereiches Molekül her, das dann an allen energiebedürftigen Zellstoffwechsel-Vorgängen beteiligt ist.

    Die Zerstörung des Sehnervs erfolgt bei der Leberschen hereditären Optikusatrophie durch eine Veränderung im Erbgut. Dadurch wird der erste an der Elektronenwanderung beteiligte chemischen Komplex (Komplex I) funktionslos. Den Zellen fehlt es an Lebensenergie und sie sterben ab.

    Von Idebenon, einem ein relativ einfachen und kleinen Molekül, wird angenommen, dass es Elektronen direkt an den Komplex III der Mitochondrien übertragen und somit Komplex I umgehen kann. Möglicherweise kann Idebenon durch diesen Wirkmechanismus lebensfähige, jedoch inaktive Sehnervenzellen in der Netzhaut der Patienten erneut beleben. Abhängig von der seit Beginn der Beschwerden verstrichenen Zeit und dem Anteil der bereits betroffenen Sehnervenzellen kann Idebenon zur Wiederherstellung der Sehkraft bei Patienten mit Verlust der Sehfähigkeit beitragen.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.