Ginkgoblätter

Allgemeines

Ginkgoblätter, die Blätter des Baumes Ginkgo biloba, werden meist in Form eines Trockenextraktes aus den frischen Blättern eingesetzt. Sie finden Anwendung bei Hirnleistungsstörungen und Demenz-Erkrankungen. Unter einer Demenz versteht man den geistigen Verfall, der zum Abbau der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit führt. Auffällig sind bei diesen Patienten zunehmende Gedächtnisstörungen des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses, Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen des Planens und Handelns, psychomotorische Funktionsstörungen und der Persönlichkeitsverfall. Ginkgoblätter verbessern diese Symptome. Hauptsächlich hilft der Wirkstoff bei Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie bei depressiven Verstimmungen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Durchblutung fördern
  • Gedächtnisleistung und Lernvermögen steigern
  • zellschädigende Radikale einfangen
  • Gleichgewichtsstörungen verringern
  • depressive Stimmungen verbessern
  • Schwindelgefühl verringern
  • Ohrgeräusche mildern
  • Kopfschmerzen lindern
  • Konzentrationsfähigkeit stärken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ginkgoblätter im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ginkgoblätter nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Ginkgoblätter oder auch Zubereitungen daraus darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Die Anwendung von Ginkgoblättern bei depressiven Verstimmungen und Kopfschmerzen, die nicht in Zusammenhang mit einer Demenz auftraten, wurde bisher nicht untersucht. In diesem Fall ist der behandelnde Arzt zu fragen, bevor Ginkgoblätter-Extrakte verwendet werden. Bei krankhaft erhöhter Blutungsneigung oder gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern sollte der Arzt ebenfalls über die Einnahme entscheiden. Gleiches gilt für Epilepsie: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass bei Epileptikern durch die Einnahme von Ginkgo-Zubereitungen das Auftreten weiterer Krampfanfälle gefördert wird.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Über die Anwendung von Ginkgoblättern während der Schwangerschaft und Stillzeit liegen bisher keine Erfahrungen beim Menschen vor. Es ist ebenfalls nicht bekannt, ob einzelne Inhaltsstoffe in die Muttermilch übergehen. Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten diesen Wirkstoff deshalb nur nach ärztlicher Rücksprache sowie nach Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt einnehmen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Über die Anwendung von Ginkgoblättern bei Kindern liegen keine ausreichenden Erfahrungen vor. Deshalb sollten Kinder unter zwölf Jahren vorsichtshalber keine entsprechenden Medikamente erhalten.

Welche Nebenwirkungen kann Ginkgoblätter haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ginkgoblätter. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
leichte Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, allergische Hautreaktionen wie Juckreiz und Hautrötung, Blutungen nach Langzeitanwendung wie Hirnblutungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Blutungen im Auge (Zusammenhang mit der Einnahme von Ginkgoblättern ist aber nicht belegt).

Besonderheiten:
Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion oder einer erhöhten Blutungsneigung sollten Ginkgoblätter abgesetzt und nicht nochmals eingenommen werden.

Sollten andere Nebenwirkungen auftreten, muss der behandelnde Arzt feststellen, ob ein Zusammenhang mit der Einnahme von Ginkgoblättern besteht.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ginkgoblätter?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln wie Phenprocoumon, Acetylsalicylsäure sowie anderen nicht-steroidalen Antirheumatika kann durch die gleichzeitige Einnahme von Ginkgoblättern verstärkt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Patienten mit Blutungsneigung dürfen das Medikament nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen.
  • Vor Operationen sollten Arzt und Zahnarzt über die Einnahme des Medikaments informiert werden.
  • Bevor dieses Medikament zum Einsatz kommt, sollte der Arzt sorgfältig abklären, ob für die genannten Beschwerden eine andere, speziell zu behandelnde Grunderkrankung vorliegt.
  • Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion oder Blutung darf das Medikament nicht nochmals angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ginkgoblätter?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ginkgoblätter enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Ginkgoblätter

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ginkgoblätter. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen durchblutungsfördernde Mittel, Antidementiva, zu welcher der Wirkstoff Ginkgoblätter gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Ginkgoblätter

Ginkgoblätter, die Blätter des Baumes Ginkgo biloba, werden meist in Form eines Trockenextraktes aus den frischen Blättern eingesetzt. Sie finden Anwendung bei Hirnleistungsstörungen und Demenz-Erkrankungen. Unter einer Demenz versteht man den geistigen Verfall, der zum Abbau der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit führt. Auffällig sind bei diesen Patienten zunehmende Gedächtnisstörungen des Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses, Aufmerksamkeitsstörungen, Störungen des Planens und Handelns, psychomotorische Funktionsstörungen und der Persönlichkeitsverfall. Ginkgoblätter verbessern diese Symptome. Hauptsächlich hilft der Wirkstoff bei Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen sowie bei depressiven Verstimmungen.

Daneben wird es bei Gleichgewichtsstörungen sowie Tinnitus (Ohrgeräusche) eingenommen. Es hilft, Schwindel besser zu kompensieren sowie Ohrensausen und Kopfschmerzen zu verringern. Der Therapieeffekt hierbei wird auf die durchblutungsfördernden Eigenschaften zurückgeführt.

Des Weiteren sollen Ginkgoblätter bei arteriellen Durchblutungsstörungen der Beine die Gehfähigkeit verbessern bzw. erhalten.

Obwohl Ginkgoblätter-Extrakte sehr häufig angewendet werden, gibt es bisher für keine Erkrankung allgemein anerkannte klinische Studien. Der therapeutische Nutzen ist deshalb auch nicht ausreichend bestätigt. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft empfiehlt Ginkgoblätter darum vorsichtshalber nicht für die ausschließliche Behandlung von Demenz und Durchblutungsstörungen. Hierbei kann es aber unterstützend eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ginkgoblätter sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ginkgoblätter

Ginkgoblätter werden als pflanzliches durchblutungsförderndes Präparat eingesetzt. Meist kommt ein Trockenextrakt zur Anwendung, der verschiedene Inhaltsstoffe enthält wie beispielsweise Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) und Terpene (Naturstoff des pflanzlichen Stoffwechsels). Welche Inhaltsstoffe genau für die vielfältigen Wirkungen verantwortlich sind, ist bisher noch unklar.

Bisher wurden aber in Tierversuchen zahlreiche Wirkungen nachgewiesen. Ginkgoblätter-Extrakt stimuliert die Bindungsstellen für die Botenstoffe Acetylcholin und Serotonin im Gehirn. So verbessert sich die Reizleitung an den Nerven. Die Gedächtnisleistung und das Lernvermögen werden dadurch gesteigert und Gleichgewichtsstörungen nehmen ab. Ginkgoblätter-Extrakt fängt außerdem aggressive zellschädigende Sauerstoffradikale ein und macht sie dadurch unschädlich. So können unter anderem Zellwandablagerungen vermindert werden. Das würde auch den unterstützenden Effekt bei Durchblutungsstörungen erklären.

Folgende Wirkungen wurden nach Angaben der Hersteller auch beim Menschen nachgewiesen: Ginkgoblätter-Extrakt macht das Hirngewebe unempfindlicher gegen einen Sauerstoffmangel. Die Durchblutung und damit die Sauerstoffversorgung wird insbesondere im Bereich der kleinsten Gefäße (Kapillaren) gesteigert. Ginkgoblätter verbessern außerdem die Fließeigenschaften des Blutes. So wird ein körpereigener Stoff, der sogenannte plättchenaktivierende Faktor (PAF) gehemmt. Dieser Faktor aktiviert normalerweise die Blutplättchen. Durch seine Hemmung wird das Zusammenkleben der Blutplättchen zu Blutgerinnseln verhindert. Der Blutfluss steigert sich und das Gewebe wird besser mit Sauerstoff versorgt. Darum können auch Kopfschmerzen und Ohrgeräusche durch Ginkgoblätter gelindert werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.