Fenoterol

Allgemeines

Fenoterol hat im Wesentlichen zwei Anwendungsgebiete:
  • Der Wirkstoff wird bei Atemwegserkrankungen angewendet, bei denen die Bronchien verengt sind. Hierzu zählen das Asthma und die COPD. Es wird sowohl bei akuten Asthmaanfällen als auch zur Vorbeugung von Atemnotsanfällen eingesetzt. Eine langfristige Behandlung von Asthma und COPD mit Fenoterol sollte immer mit einer entzündungshemmenden Therapie kombiniert werden.
  • Außerdem wird Fenoterol häufig zur Wehenhemmung eingesetzt, wenn bei Schwangeren frühzeitig zwischen der 20. und 37. Schwangerschaftswoche Wehen auftreten. Auch wenn während der Geburt aufgrund gesteigerter Wehentätigkeit das Leben des Kindes in Gefahr ist, kommt der Wirkstoff häufig zum Einsatz.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Bronchien bei Asthma bronchiale und COPD erweitern
  • Schleimsekretion bei Asthma und COPD vermindern
  • entzündliche und allergische Reaktionen bei Asthma und COPD vermindern
  • Wehen bei drohender Frühgeburt hemmen
  • Wehen während der Geburt bei Gefährdung des Kindes hemmen
  • Wehen bei Drehung des Kindes in der Gebärmutter hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Fenoterol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Fenoterol nicht verwendet werden?

Fenoterol darf darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schwerer Schilddrüsenüberfunktion
  • Herzrhythmusstörungen mit schnellem Herzschlag (Tachyarrhythmie) und Reizleitungsstörung am Herzen (WPW-Syndrom)
  • Herzmuskelerkrankung, Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis), frischem Herzinfarkt, Herzklappenfehler oder koronarer Herzkrankheit
  • Phäochromozytom
  • Muskelschwund
  • schlecht behandelter Zuckererkrankung (Diabetes mellitus vom Typ 1 oder Diabetes mellitus vom Typ 2)
  • schwerem Bluthochdruck und Bluthochdruck in den Lungengefäßen (pulmonalem Hochdruck)
  • eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
  • schweren Blutungen der Geschlechtsorgane
  • verminderter Blutgerinnung, Vena cava-Kompressionssyndrom
  • Amnioninfektionssyndrom
  • Psychosen
  • Aneurysma
  • verminderter Kaliumkonzentration im Blut.
Zur Wehenhemmung sollte Fenoterol nach Möglichkeit nicht angewandt werden, wenn die Patientin unter Funktionsstörungen des Mutterkuchens (Plazentainsuffizienz), EPH-Gestose, fehlender Darmbewegung (Darmatonie), zu niedrigem Blutdruck oder verminderter Konzentration von Eiweißen im Blut leidet.

Nimmt der Patient gleichzeitig Herzglykoside ein, darf er Fenoterol nur unter größter ärztlicher Vorsicht anwenden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Fenoterol kann über den Mutterkuchen in das Blut des ungeborenen Kindes gelangen und dort Nebenwirkungen verursachen. Daher sollte es während der Schwangerschaft nicht zur Therapie von Atemwegserkrankungen, sondern lediglich zur Wehenhemmung verwendet werden.

Wenn Fenoterol zur Wehenhemmung eingesetzt wird, muss das Kind kurz nach der Geburt auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel und Bluthochdruck untersucht werden.

Während des Stillens sollte Fenoterol nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch einen Arzt zum Einsatz kommen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Atemwegserkrankungen wird Fenoterol meist inhaliert. Kinder unter vier Jahren können in der Regel noch nicht mit einem Inhalator umgehen. Auch bei Kindern ab vier Jahren sollte ein Erwachsener die Anwendung überwachen.

Welche Nebenwirkungen kann Fenoterol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Fenoterol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Zittern von Muskelgruppen wie beispielsweise der Finger und Hände (Tremor), Herzklopfen (Palpitationen), Herzfrequenzanstieg (Tachykardie), Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Unruhe, Nervosität, Erregung, Angstgefühl, Harnstauung, Azidose.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hemmung der Darmtätigkeit, psychische Veränderungen (Stimmungsschwankungen, Übererregbarkeit, Schlafstörungen), Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmie), Erbrechen, Sodbrennen, Schwitzen, Hautausschlag, Probleme beim Wasserlassen.

Seltene Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Störungen der Blutdruckregulation, Herzstolpern (Extrasystolen), Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem), Atemnot, Angina Pectoris, Blutdruckabfall, Schwäche, Krämpfe, Muskelschmerzen, Anstieg der Transaminasen im Blut, Blutzuckerspiegelanstieg, Änderung anderer Blutwerte, Verschlechterung einer Funktionsstörung des Mutterkuchens (Plazentainsuffizienz), schwere Störungen der Darmbewegungen, Störungen der Herzdurchblutung, allergische Reaktionen wie Juckreiz, Hautausschlag, Wasseransammlungen im Gesicht, kleine punktförmige Hauteinblutungen (Purpura), Abnahme der Blutplättchen.

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
Veränderungen im EKG, Zerstörung der Skelettmuskulatur (Rhabdomyolyse).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Abfall der Kaliumkonzentration im Blut (Hypokaliämie), Bronchienverengung.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung von Fenoterol als Spray kommt es oft zu Reizungen von Mund und Hals sowie Husten.

Wird Fenoterol zur Wehenhemmung eingesetzt, kann die Herzfrequenz des ungeborenen Kindes ansteigen. Außerdem sinkt der Blutzuckerspiegel des Kindes möglicherweise ab.

Welche Wechselwirkungen zeigt Fenoterol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Beta-2-Sympathomimetika, Muscarinrezeptor-Antagonisten, Mitteln gegen niedrigen Blutdruck oder dem Wirkstoff Theophyllin verstärkt sich die bronchienerweiternde Wirkung von Fenoterol. Gleichzeitig verstärken sich die unerwünschten Wirkungen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen oder Zunahme der Herzfrequenz (Tachykardie).

Auch Glukokortikoide erhöhen die Wirkung des Fenoterols.

Werden gleichzeitig mit Fenoterol Kalzium, Vitamin-D-haltige Präparate sowie ihre Derivate (Dihydrotachysterol) oder ausschließlich am Herzen wirksame Betablocker eingenommen, können ebenfalls gefährliche Herzrhythmusstörungen auftreten. Tri- und tetrazyklische Antidepressiva und die antidepressiv wirkenden MAO-Hemmer können in Kombination mit Fenoterol die Herzschlagfrequenz gefährlich erhöhen.

Betablocker vermindern die Wirkung des Fenoterols und können schwere Verengungen der Bronchien hervorrufen.

Werden gleichzeitig mit Fenoterol orale Antidiabetika eingenommen, kann deren blutzuckerspiegelsenkende Wirkung vermindert sein.

Mittel, die eine Narkose herbeiführen, wie zum Beispiel Halothan, Penthrane, Dihydrobenzperidol, Fentanyl sowie Wirkstoffe der Periduralanästhesie können in Kombination mit Fenoterol einen schweren Schock auslösen.

Fenoterol verringert den Kaliumspiegel im Blut. Entwässerungsmittel beeinflussen ebenfalls den Kaliumspiegel und dürfen deshalb nur unter großer ärztlicher Vorsicht mit Fenoterol kombiniert werden. Die Wirksamkeit der Herzglykoside ist vom Kaliumspiegel abhängig, darum muss bei einer Kombination mit Fenoterol besonders gut auf die Kaliumkonzentration im Blut geachtet werden.

Es wird weniger Urin ausgeschieden und damit die Gefahr einer Wasseransammlung in der Lunge (Lungenödem) erhöht, wenn gleichzeitig mit Fenoterol Glukokortikoide, Kalziumsalze, Kalziumantagonisten, blutdrucksenkende Wirkstoffe wie Dihydralazin oder die schmerzlindernd und antientzündlich wirkenden nicht-steroidalen Antirheumatika eingenommen werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Dosis des Medikaments darf ohne ärztliche Anweisung nicht erhöht werden.
  • Bei Verschlechterung der Atembeschwerden trotz Behandlung mit dem Medikament muss ein Arzt aufgesucht werden.
  • Das Medikament gehört zu den verbotenen Substanzen der Doping-Liste.
  • Diabetiker müssen ihren Blutzuckerspiegel bei behandlung mit dem Medikament noch sorgfältiger kontrollieren.
  • Das Reaktionsvermögen ist beeinträchtigt. Vorsicht im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Fenoterol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Fenoterol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tabletten

So wirkt Fenoterol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Fenoterol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Beta-2-Sympathomimetika, Antiasthmatika, zu welcher der Wirkstoff Fenoterol gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Fenoterol

Fenoterol hat im Wesentlichen zwei Anwendungsgebiete:
  • Der Wirkstoff wird bei Atemwegserkrankungen angewendet, bei denen die Bronchien verengt sind. Hierzu zählen das Asthma und die COPD. Es wird sowohl bei akuten Asthmaanfällen als auch zur Vorbeugung von Atemnotsanfällen eingesetzt. Eine langfristige Behandlung von Asthma und COPD mit Fenoterol sollte immer mit einer entzündungshemmenden Therapie kombiniert werden.
  • Außerdem wird Fenoterol häufig zur Wehenhemmung eingesetzt, wenn bei Schwangeren frühzeitig zwischen der 20. und 37. Schwangerschaftswoche Wehen auftreten. Auch wenn während der Geburt aufgrund gesteigerter Wehentätigkeit das Leben des Kindes in Gefahr ist, kommt der Wirkstoff häufig zum Einsatz.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Fenoterol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Fenoterol

Fenoterol gehört zur Gruppe der kurzzeitig wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Es ist inhaliert etwa drei bis fünf Stunden wirksam, als Tablette eingenommen bis zu sieben Stunden.

Bei Asthma oder COPD leidet der Patient an Atemnot, seine Atemwege sind verengt. Der Körper verfügt über ein System, die Atemwege zu erweitern dadurch das Atmen zu erleichtern, welches folgendermaßen funktioniert: In der Lunge sind bestimmte Bindungsstellen für Signalstoffe vorhanden, die so genannten Beta-2-Rezeptoren. Werden sie aktiviert, erweitern sich die Atemwege. Fenoterol aktiviert diese Rezeptoren, die Muskeln der Atemwege entspannen sich und die Atmung fällt leichter.

Fenoterol kann außerdem die Wehentätigkeit unterdrücken, weil in der Gebärmutter ebenfalls entsprechende Bindungsstellen vorhanden sind, über die der Wirkstoff die Gebärmuttermuskulatur entspannt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.