Dulaglutid

Allgemeines

Dulaglutid wird zur Behandlung von Diabetes mellitus vom Typ 2 bei Erwachsenen eingesetzt, um eine verbesserte Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Die Anwendung kann dabei sowohl als Einzeltherapie wie auch in Kombination mit anderen Antidiabetika erfolgen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Inkretin-Rezeptor besetzen
  • Insulin-Ausschüttung fördern
  • Glukose-Produktion in der Leber hememn

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dulaglutid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Dulaglutid nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Dulaglutid nicht eingesetzt werden. Eine Anwendung verbietet sich auch bei Patienten mit Diabetes mellitus vom Typ 1 oder zur Behandlung der diabetischen Ketoazidose, einer Stoffwechselentgleisung.

Dulaglutid wurde bei Patienten mit schweren Erkrankungen des Magen-Darm-Kanals einschließlich schwerer Magenlähmung nicht untersucht. Daher wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Einsatz von Dulaglutid bei Patienten mit verminderter Pumpfähigkeit des Herzmuskels erfolgen. Es gibt zu wenig Erfahrungen mit solchen Fällen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Dulaglutid bei Schwangeren vor. Tierexperimente haben schädliche Wirkungen auf die Nachkommen gezeigt. Daher wird die Anwendung von Dulaglutid während der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Es ist nicht bekannt, ob Dulaglutid in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden und deshalb ist die Anwendung des Wirkstoffs während der Stillzeit nicht erlaubt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Dulaglutid bei Kindern und Jugendlichen im Alter von unter 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen. Es liegen keine Daten vor.

Welche Nebenwirkungen kann Dulaglutid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dulaglutid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung bei Kombination mit Insulin, Glimepirid, Metformin oder Metformin + Glimepirid, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen

Häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung bei alleinigem Einsatz oder Kombination mit Metformin + Pioglitazon, verminderter Appetit, Verdauungsstörung, Verstopfung, Blähungen, Blähbauch, Sodbrennen, Aufstoßen, Erschöpfung, Herzrasen, AV-Block ersten Grades

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Reaktionen an der Injektionsstelle

Seltene Nebenwirkungen:
Akute Bauchspeicheldrüsenentzündung

Besonderheiten:
Die möglichen Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich sind besonders für Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion gefährlich. Übelkeit und Erbrechen und/oder Durchfall können zu einer Austrocknung und in der Folge zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

Vor allem bei der Anwendung zusammen mit anderen Antidiabetika kann es zu Unterzuckerungen kommen. Der Arzt wird daher die Begleitmedikamente möglicherweise in der Dosierung vermindern.

Bestehen Anzeichen einer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Fieber), muss die Behandlung mit dem Wirkstoff sofort beendet werden. Ist die Diagnose bestätigt worden, darf die Dulaglutid-Therapie nicht wieder begonnen werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Dulaglutid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Dulaglutid verursacht eine verzögerte Magenentleerung und hat damit möglicherweise Auswirkungen auf die Aufnahme über den Mund eingenommener Wirkstoffe in den Körper. Soll diese rasch erfolgen, muss Dulaglutid mit Vorsicht eingesetzt werden. Bei einigen Medikamenten mit verzögerter Freisetzung ("Retardwirkung") kann die Verzögerung der Freisetzung durch die längere Verweildauer im Magen zu einer leichten Erhöhung der Konzentration der Wirkstoffe im Blut führen.

Andererseits kann die gleichzeitige Gabe von Dulaglutid und dem Antidiabetikum Sitagliptin die Konzentration von Dulaglutid im Blut verstärken und verlängern, was sich in einer intensiveren Senkung der Blutzuckerwerte äußert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Fieber ist die Therapie sofort zu beenden und ein Arzt aufzusuchen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Dulaglutid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Dulaglutid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Dulaglutid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dulaglutid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antidiabetika, zu welcher der Wirkstoff Dulaglutid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Dulaglutid

Dulaglutid wird zur Behandlung von Diabetes mellitus vom Typ 2 bei Erwachsenen eingesetzt, um eine verbesserte Blutzuckerkontrolle zu erreichen. Die Anwendung kann dabei sowohl als Einzeltherapie wie auch in Kombination mit anderen Antidiabetika erfolgen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dulaglutid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Dulaglutid

Dulaglutid gehört zur Wirkstoffgruppe der Antidiabetika, also der blutzuckersenkenden Wirkstoffe.

Dulaglutid zielt auf eine Bindungsstelle auf den Zellen der Bauchspeicheldrüse (GLP-1-Rezeptor). Dieser Rezeptor reagiert auf das Hormon Inkretin, welches vom Darm bei Kontakt mit Zucker ausgeschüttet wird. Er veranlasst die Produktion und Freisetzung von Insulin aus den Betazellen der Bauchspeicheldrüse und drosselt die Glukose-Produktion der Leber.

Dulaglutid ahmt die Inkretin-Wirkung nach, bindet sich an den GLP-1-Rezeptor und löst damit die beschriebenen Reaktionen aus. Da Dulaglutid ein Eiweiß ist, muss es wie Insulin gespritzt werden, damit es sich im Darm nicht zersetzt und unwirksam wird.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.