Cetirizin + Pseudoephedrin

Allgemeines

Die Kombination dient der Behandlung von Heuschnupfen, wenn dieser mit Verstopfung der Nase einhergeht.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Blutgefäße der Nasenschleimhaut zusammenziehen
  • Flüssigkeitsabsonderung aus der Nasenschleimhaut eindämmen
  • allergische Entzündungsreaktion unterdrücken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cetirizin + Pseudoephedrin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Cetirizin + Pseudoephedrin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Cetirizin, Pseudoephedrin, Ephedrin, Hydroxyzin oder andere Piperazin-Derivate
  • erhöhtem Augeninnendruck oder Grünem Star (Glaukom)
  • schwerer Nierenfunktionsstörung
  • Harnverhalt
  • einem Krebsleiden der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Krankheiten der Herzkranzgefäße, Herzrhythmusstörungen mit zu schnellem Herzschlag und Bluthochdruck
  • nicht behandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Patienten mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion, weil die Verträglichkeit und Wirksamkeit bei ihnen nicht nachgewiesen ist
  • einem durch eine Hirnblutung verursachten Schlaganfall in der Vorgeschichte oder einem erhöhten Risiko dafür
  • Behandlung mit dem Migränemittel Dihydroergotamin oder Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Hemmer gleichzeitig oder während zwei Wochen nach dem Ende einer MAO-Hemmer-Therapie.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination angewendet werden bei
  • Patienten im Alter von über 60 Jahren
  • Epilepsie und Krampfneigung, weil diese durch die Wirkstoffkombination gefördert werden kann
  • Patienten mit Herzinfarkt in der Vorgeschichte
  • Zuckerkrankheit
  • behandelter Schilddrüsenüberfunktion
  • Verengungen des Verdauungskanals oder des Harnblasenhalses (auch durch gutartige Prostatavergrößerung)
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, weil Pseudoephedrin die Blutgerinnungsneigung verstärkt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung während der Schwangerschaft ist verboten. Pseudoephedrin vermindert während der Schwangerschaft den Blutfluss zum Kind in der Gebärmutter.

Da beide Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen, wird die Einnahme der Kombination während der Stillzeit nicht empfohlen. Es muss auf jeden Fall vorab ein Arzt befragt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination darf nicht bei Kindern unter zwölf Jahren angewendet werden, da Verträglichkeit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe noch nicht erwiesen
sind.

Welche Nebenwirkungen können Cetirizin + Pseudoephedrin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cetirizin + Pseudoephedrin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Herzrasen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Schwäche, Unwohlsein, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Benommenheit, Nervosität, Schlaflosigkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Herzklopfen, Durchfall, nervliche Missempfindungen, Angst, Aufregung, Juckreiz, Hautausschlag.

Seltene Nebenwirkungen:
Herzrhythmusstörungen, Erbrechen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Leberfunktionsstörungen (Erhöhung von Transaminasen, alkalischer Phosphatase, Gamma-GT, Bilirubin), Überempfindlichkeitsreaktionen (wie Hautausschlag, Juckreiz), Krämpfe, Zittern, Bewegungsstörungen, Wahnvorstellungen, seelische Störungen wie Aggression, Verwirrtheit, Depression, Störungen des Wasserlassens, Inkontinenz, trockene Haut, vermehrtes Schwitzen, Nesselsucht, Blässe, Bluthochdruck, Gewichtszunahme.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Durchblutungsstörungen und Entzündung des Dickdarms, allergischer Schock, Geschmacksstörungen, Ohnmacht, Verstimmung, Bewegungsstörungen, Tics, Störungen des Scharfsehens, Arzneimittel-Ausschlag, Gesichtsschwellung (Quincke-Ödem), Herz-Kreislauf-Kollaps, Mangel an Blutplättchen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Anregung der Gehirnfunktion, verschwommenes Sehen, Pupillenweitstellung, Augenschmerzen, Sehstörungen, Lichtscheu, Harnverhalt (insbesondere
bei Patienten mit Prostatavergrößerung) durch Pseudoephedrin, Schlaganfall, Atembeschwerden.

Besonderheiten:
Beim Auftreten von Bluthochdruck, Herzrasen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit, Kopfschmerz oder verstärktem Kopfschmerz ist die Behandlung abzubrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Cetirizin + Pseudoephedrin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In der Kombination gehen Wechselwirkungen vor allem von Pseudoephedrin aus:

Die gleichzeitige Anwendung von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer kann zu einem kritischen Blutdruckanstieg führen. Wegen der langen Wirkdauer von MAO-Hemmern ist dies noch 15 Tage nach Beendigung einer solchen Behandlung möglich.

Die blutdrucksenkende Wirkung von Betablockern, Reserpin und Guanethidin sowie die Wirkung des Parkinsonmittels Alpha-Methyldopa werden vermindert.

Die gleichzeitige Anwendung von Herzglykosiden (bei Herzmuskelschwäche) kann zu einer erhöhten Aktivität von reizgebenden Nervenbündeln im Herzen und damit zu Herzrhythmusstörungen führen. Die Kombination sollte daher von Patienten, die mit Herzglykosiden behandelt werden, nicht eingenommen werden.

Die gleichzeitige Anwendung bestimmter Narkosemittel (wie beispielsweise Halothan) kann Herzrhythmusstörungen hervorrufen oder verschlimmern.

Bei Anwendung des Antiasthmatikums Salbutamol in Tabletten-Form kann es zur Verschlimmerung von Nebenwirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem kommen.

Säurehemmende Mittel (Antazida) und Protonenpumpen-Hemmer erhöhen die Aufnahme von Pseudoephedrin in den Körper, was mit mehr Nebenwirkungen einhergeht. Kaolin vermindert die Aufnahme, was die Wirkung schwächt.

Die Kombination sollte, wie andere Wirkstoffe auch, nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden.

Um einen unerwünschten Blutdruckanstieg zu vermeiden, sollte die Kombination des weiteren nicht zusammen angewendet werden mit
  • den Parkinsonmitteln Bromocriptin, Cabergolin, Lisurid und Pergolid
  • den Migränemitteln Dihydroergotamin, Ergotamin und Methylergometrindem Antibiotikum Linezolid
  • anderen Mitteln zum Abschwellen der Nasenschleimhäute wie beispielsweise Phenylpropanolamin, Phenylephrin oder Ephedrin
  • Antidepressiva.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann zu einem positiven Doping-Test führen.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament darf kein Alkohol getrunken werden.
  • Treten Bluthochdruck, Herzrasen, Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Übelkeit oder (verstärkter) Kopfschmerz auf, ist die Behandlung abzubrechen.
  • Patienten, die Auto fahren wollen, ohne sicheren Halt arbeiten oder Maschinen bedienen, sollten die empfohlene Dosis nicht überschreiten und die individuelle Reaktion auf das Medikament abwarten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Cetirizin + Pseudoephedrin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cetirizin + Pseudoephedrin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Retardtabletten

So wirkt Cetirizin + Pseudoephedrin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cetirizin + Pseudoephedrin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen H1-Antihistaminika, Alpha-Sympathomimetika, Antiallergika, zu welcher die Wirkstoffkombination Cetirizin + Pseudoephedrin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Cetirizin + Pseudoephedrin

Die Kombination dient der Behandlung von Heuschnupfen, wenn dieser mit Verstopfung der Nase einhergeht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cetirizin + Pseudoephedrin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cetirizin + Pseudoephedrin

Die Kombination gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiallergika. Sie besteht aus Cetirizin, einem H1-Antihistaminikum und Pseudoephedrin, einem Alpha-Sympathomimetikum.

Cetirizin ist ein Gegenspieler des an allergischen Reaktionen beteiligten Hormons Histamin. Der Wirkstoff besetzt die Bindungsstellen für Histamin im Gewebe, ohne die typischen Effekte auszulösen. So unterbleibt vor allem die Einwanderung von Blutzellen, die bei der allergischen Entzündungsreaktion eine wichtige Rolle spielen (sog. Eosinen).

Pseudoephedrin ist ein Alpha-Sympathomimetikum. In der Nasenschleimhaut bindet es sich an die Rezeptoren für die Nervenbotenstoffe Noradrenalin und Adrenalin in der Wand der kleinen Blutgefäße. Diese ziehen sich daraufhin zusammen. Daraufhin wird weniger Flüssigkeit abgesondert und die Nasenschleimhäute schwellen ab.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.