Carbaldrat

Allgemeines

Carbaldrat wird zur symptomatischen Behandlung von säurebedingten (peptischen) Erkrankungen wie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden (Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung) eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • überschüssige Magensäure binden
  • Sodbrennen, Magenschmerzen und saures Aufstoßen lindern
  • säurebedingte Erkrankungen behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Carbaldrat im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Carbaldrat nicht verwendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Carbaldrat dürfen carbaldrathaltige Medikamente nicht eingenommen werden.

Carbaldrat sollte bei verminderten Phosphatblutwerten, bei Verstopfung oder bei bekanntem Dickdarmverschluss nicht eingenommen werden.

Das Arzneimittel darf ohne ärztliche Untersuchung nicht länger als zwei Wochen verwendet werden. Länger andauernde Beschwerden müssen vom Arzt abgeklärt werden. Auch bei Auftreten von schwarzem Stuhl, Blutbeimengungen im Stuhl oder bei blutigem Erbrechen (Übelkeit und Erbrechen) muss sofort der Arzt aufgesucht werden, um ein Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür auszuschließen.

Carbaldrat darf von Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion oder bei langfristigem Gebrauch nur bei Kontrolle der Aluminiumkonzentrationen im Blut eingenommen werden. Bei stark eingeschränkter Nierenfunktion ist zudem eine Anwendung nur zum Zweck der Verminderung der Phosphataufnahme in den Körper erlaubt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Eine Einnahme während der Schwangerschaft ist möglich. Sie sollte jedoch wegen der möglichen Aluminiumbelastung des Ungeborenen nur in niedrigen Dosen und über einen kurzen Zeitraum erfolgen. In jedem Fall ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung, eventuell mit dem Arzt, vorzunehmen.

Für Aluminiumverbindungen ist ein geringer Übergang in die Muttermilch beschrieben worden. Da Aluminium vom Kind nur geringfügig aufgenommen wird, ist kein Risiko zu erwarten. Dennoch sollte Carbaldrat aufgrund fehlender Untersuchungen in der Stillzeit nur kurzfristig eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter zwölf Jahren sollten wegen unzureichender Erfahrungen in dieser Altersgruppe Carbaldrat nicht einnehmen.

Welche Nebenwirkungen kann Carbaldrat haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Carbaldrat. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Vereinzelte Nebenwirkungen:
Darmverschluss.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Bei längerer, hochdosierter Einnahme oder bei eingeschränkter Nierenfunktion kann es zu Verstopfung, erhöhtem Aluminiumspiegel, Phosphatverarmung oder Aluminiumeinlagerungen in Knochen und Nervengewebe kommen.

Besonderes:
Bei längerer, hochdosierter Einnahme und zusätzlich phosphatarmer Ernährung besteht aufgrund möglicher Phosphatverarmung das Risiko einer Knochenerweichung (Osteomalazie).

Welche Wechselwirkungen zeigt Carbaldrat?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Aluminium-Ionen in Carbaldrat und anderen säurebindenden Mitteln (Antazida) können die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinträchtigen. Besonders bei folgenden Wirkstoffen führt dies unter Umständen zu Unterdosierungen:
  • Tetrazykline (Wirkung um bis zu 90 Prozent geringer);
  • Chinolone (wie Ciprofloxacin, Norfloxacin, Pefloxacin);
  • Cephalosporine und andere Antibiotika.
Ebenfalls vermindert aufgenommen werden Digoxin und Digitoxin (Herzglykoside), Cimetidin, Ranitidin, Famotidin (alle H2-Rezeptorenblocker gegen zu viel Magensäure), Propranolol, Atenolol und Captopril (alle zur Blutdrucksenkung), Theophyllin (gegen Asthma), Eisensalze (bei Blutarmut), Chlorpromazin (ein Psychopharmakon), Chenodesoxycholsäure (bei Cholesterinsteinen der Gallenblase), Natriumfluorid (bei Osteoporose).

Andere Substanzen wie Acetylsalicylsäure oder Naproxen (beides Schmerzmittel), Metoprolol (ein Betablocker) und Levodopa (bei Parkinson-Krankheit) können dagegen in ihrer Aufnahme leicht erhöht werden.

Die Aluminiumaufnahme im Darm wird durch die gleichzeitige Einnahme von sauren Getränken (Obstsaft, Wein) oder Brausetabletten (aufgrund ihres Zitronensäuregehalts) erhöht.

Ein zeitlicher Abstand (ein bis zwei Stunden) zwischen der Einnahme von aluminiumhaltigen Mitteln und anderen Medikamenten oder sauren Getränken muss daher in jedem Fall eingehalten werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf ohne ärztliche Kontrolle nicht länger als zwei Wochen angewendet werden.
  • Das Medikament kann bei längerer hochdosierter Anwendung und phosphatarmer Diät zu einer Knochenerweichung führen - die Knochendichte ist ärztlich zu untersuchen.
  • Bei längerer Anwendung oder bei Nierenfunktionsstörungen ist eine ärztliche Kontrolle der Aluminiumwerte und ein EEG erforderlich.
  • Bei der Einnahme des Medikaments sind mindestens zwei Stunden Abstand zu anderer Medikamenteneinnahme einzuhalten.
  • Bei Auftreten von Teerstuhl, Blutbeimengungen im Stuhl oder Erbrechen von Blut ist sofort ein Arzt aufzusuchen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Carbaldrat?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Carbaldrat enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Lutschtabletten

So wirkt Carbaldrat

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Carbaldrat. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antazida, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher der Wirkstoff Carbaldrat gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Carbaldrat

Carbaldrat wird zur symptomatischen Behandlung von säurebedingten (peptischen) Erkrankungen wie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden (Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung) eingesetzt.

Vor der Behandlung mit Carbaldrat sollte der Arzt eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori ausschließen. Ergibt die Untersuchung eine der beiden Erkrankungen, ist die medikamentöse Therapie entsprechend anzupassen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Carbaldrat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Carbaldrat

Carbaldrat gehört zur Gruppe der säurebindenden Mittel (Antazida). Wie alle Wirkstoffe dieser Gruppe kann auch Carbaldrat die Magensäure verringern oder diese binden. Dadurch können Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sowie Sodbrennen und Speiseröhrenentzündungen behandelt werden.

Zum einen neutralisieren die basischen Hydroxid-Gruppen im Carbaldrat die Magensäure. Zum anderen wird die Säure an die Oberfläche des Arzneimittels angelagert. Carbaldrat vermag auch schädliche Gallensäuren, die unter Umständen aus dem Darm in den Magen gelangt sein können, zu binden.

Durch seine Aluminium-Ionen hat Carbaldrat auch einen schleimhautschützenden Effekt. Die Ionen verändern die Eiweiße an der Oberfläche der Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm. Es kommt zu einer Abdichtung darunter liegender Gewebeschichten, die dadurch weniger empfindlich gegen aggressive Magensäure sind. Den Aluminium-Ionen wird zudem eine entzündungshemmende Wirkung zugesprochen.

Die Wirkung von Carbaldrat tritt sehr schnell ein. Sie hält zwei bis drei Stunden vor.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.