Candesartan

Allgemeines

Candesartan wird zur Senkung des Bluthochdrucks ohne erkennbare körperliche Ursache und zur Behandlung von Herzmuskelschwäche eingesetzt. Bei Herzkammerfunktionsstörung kann Candesartancilexetil ebenfalls verabreicht werden. Die Behandlung mit dem Wirkstoff senkt bei Patienten mit Herzmuskelschwäche oder eingeschränkter Herzkammerfunktion die Sterblichkeit. Die Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch die verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens wird verbessert.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutdruck bei Bluthochdruck senken
  • Herz bei Herzmuskelschwäche entlasten
  • Herzkammerfunktionsstörungen vermindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Candesartan im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Candesartan nicht verwendet werden?

Candesartan darf nicht gegeben werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • schwerer Leberfunktionsstörung und/oder Gallenstau
  • Zuckerkranken oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die den Blutdrucksenker Aliskiren erhalten.
Nur unter strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Überlegung und regelmäßiger Kontrolle darf Candesartan angewendet werden bei:
  • Nierenfunktionsstörungen bis zum Endstadium mit einer Kreatinin-Clearance unter 15 Milliliter/Minute
  • Dialyse-Patienten, Zustand nach einer Nierentransplantation, primärem Hyperaldosteronismus und einseitiger oder beidseitiger Verengung der Nierenarterien.
  • Verengung der Herzklappen (Aorta- und Mitralklappe) und Herzmuskelerkrankung mit Herzvergrößerung
  • leichteren Leberfunktionsstörungen
  • Verengung der Herzkranzgefäße (KHK) und schwerer Herzkrankheit.
Candesartan darf vom Arzt nicht zusammen mit kaliumsparenden Entwässerungsmitteln verschrieben werden. Es könnte ein Blutkaliumüberschuss hervorgerufen werden, der zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen führen kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Candesartan sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.

Inwiefern eine Einnahme in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft das Ungeborene schädigt, ist nicht bekannt. Bei Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel kann Candesartan Schädigungen bei Ungeborenen und Neugeborenen wie Unterentwicklung der Lunge, Gesichtsmissbildungen, formveränderte Arme und Beine und Todesfälle verursachen. Weiterhin kam es bei den Kindern zu niedrigem Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen, verminderter bis nicht vorhandener Urinausscheidung, Verminderung des Fruchtwassers, Schädelverkleinerungen und Wachstumshemmung im Mutterleib. Wenn daher im Verlauf der Behandlung eine Schwangerschaft festgestellt wird, muss Candesartan vom Arzt abgesetzt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Candesartan in die Muttermilch übergeht. Im Tierversuch ist dies bei Ratten beobachtet worden. Wegen der möglichen Nebenwirkungen beim Säugling darf Candesartan während der Stillzeit nicht angewendet werden. Vor Behandlungsbeginn muss daher unbedingt abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern und Jugendlichen sollte Candesartan nicht angewendet werden, da bisher noch zu wenig Erfahrungen mit der entsprechenden Therapie in dieser Altersgruppe gemacht wurden.

Welche Nebenwirkungen kann Candesartan haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Candesartan. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In den klinischen Studien traten die Nebenwirkungen von Candesartan in anderer Häufigkeit auf als später in der breiten Anwendung des Wirkstoffes.

Häufige Nebenwirkungen (in klinischen Studien):
Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Parasiten-Befall, Abnahme der Konzentration an rotem Blutfarbstoff, erhöhter Blut-Kreatinin-Wert, Blutharnstoffüberschuss, Blutkaliumüberschuss, Blutnatriummangel, erhöhter Leberenzymwert (GPT), (niedriger Blutdruck, Nierenfunktionsstörung.

Sehr seltene Nebenwirkungen (in der Breitenanwendung):
Verminderung einzelner oder aller Gruppen der weißen Blutkörperchen, Blutnatriummangel, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Leber-Enzym-Werterhöhung, Leberfunktionsstörungen oder Leberentzündung, Gefäßschwellungen, Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Niereninfunktionsstörung einschließlich Nierenversagen bei anfälligen Patienten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Candesartan?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Candesartan hat mit anderen Wirkstoffen folgende Wechselwirkungen: Zusammen mit
  • anderen blutdrucksenkenden Mitteln kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt werden.
  • dem Blutdrucksenker Aliskiren ist das Risiko für Kaliummangel, Blutdruckabfall und Abnahme der Nierenfunktion erhöht. Dies gilt besonders bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung aufgrund von Zuckerkrankheit.
  • kaliumsparenden Entwässerungsmitteln, Kaliumpräparaten oder anderen Wirkstoffen, welche den Kaliumspiegel erhöhen (zum Beispiel Antikoagulanzien wie Heparin), steigt möglicherweise die Kaliumkonzentration im Blut, was zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen führen kann.
  • Lithium (gegen Depressionen) ist eine Erhöhung der Giftigkeit von Lithium zu vermuten. Jedenfalls wurde eine solche Wechselwirkung schon bei Wirkstoffen aus der Gruppe der ACE-Hemmer beobachtet. Da AT1-Rezeptor-Antagonisten wie Candesartan auf dasselbe blutdruckregulierende System einwirken wie die ACE-Hemmer, ist eine gleiche Wechselwirkung mit Lithium wahrscheinlich.
  • nichtsteroidalen Antirheumatika wie Indometacin kann die blutdrucksenkende Wirkung von Candesartan abgeschwächt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann in der Schwangerschaft zu Missbildungen führen. Während der Behandlung müssen daher geeignete Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung getroffen werden.
  • Eine Kombination des Medikaments mit kaliumsparenden Entwässerungsmitteln sollte vom Arzt wegen möglichen Blutkaliumüberschusses als Folge vermieden werden.
  • Vor der Therapie mit dem Medikament sollte vom Arzt ein Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden.
  • Bei Nierenfunktionsstörungen müssen die Nierenwerte regelmäßig ärztlich geprüft werden.
  • Das Medikament ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren geeignet.
  • Das Medikament wirkt bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe schwächer als bei Weißen. Die Dosierung muss bei solchen Personen vom Arzt angepaßt werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann so weit beeinträchtigt sein, dass Autofahren oder das Führen von Maschinen gefährlich sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Candesartan?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Candesartan enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Candesartan

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Candesartan. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen AT1-Rezeptor-Antagonisten, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Candesartan gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Candesartan

Candesartan wird zur Senkung des Bluthochdrucks ohne erkennbare körperliche Ursache und zur Behandlung von Herzmuskelschwäche eingesetzt. Bei Herzkammerfunktionsstörung kann Candesartancilexetil ebenfalls verabreicht werden. Die Behandlung mit dem Wirkstoff senkt bei Patienten mit Herzmuskelschwäche oder eingeschränkter Herzkammerfunktion die Sterblichkeit. Die Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch die verminderte Leistungsfähigkeit des Herzens wird verbessert.

Eine Kombination von Candesartan mit anderen blutdrucksenkenden Wirkstoffen wie ACE-Hemmern ist möglich. Eine Kombination von Candesartan mit ACE-Hemmern sollte aber solchen Fällen von Herzmuskelschwäche vorbehalten bleiben, für die andere Therapien nicht in Frage kommen. Diese Fom der Therapie aber darf nur unter Aufsicht eines Spezialisten und unter häufiger ärztlicher Kontrolle der Nierenfunktion, der Mineralienkonzentration im Blut und des Blutdrucks erfolgen.

Wenn ACE-Hemmer nicht vertragen oder nicht eingesetzt werden können, kann Candesartan als Alternative genutzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Candesartan sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Candesartan

Candesartan zeigt den typischen Wirkmechanismus der AT1-Rezeptor-Antagonisten. Die Wirkstoffe dieser Gruppe senken den Blutdruck durch Einflussnahme auf die stärkste körpereigene blutdrucksteigernde Substanz, das Angiotensin II.
Die Wirkung von Angiotensin II kommt durch Bindung an spezielle, so genannte AT1-Rezeptoren in den Blutgefäßen und der Niere zustande:
  • An den Blutgefäßen bewirkt Angiotensin II eine starke Zusammenziehung.
  • An der Niere veranlasst Angiotensin II die Freisetzung von Aldosteron, einem Hormon, das die Zurückhaltung von Wasser und Kochsalz im Körper fördert.
So kommt es einerseits durch eine Verengung der Blutgefäße und andererseits durch eine Vergrößerung der kreisenden Blutmenge zu einem starken Blutdruckanstieg.

Die AT1-Rezeptor-Antagonisten blockieren die geschilderten Effekte von Angiotensin II, indem sie Angiotensin II von seinen Rezeptoren verdrängen. Daraufhin werden die Blutgefäße weitgestellt sowie mehr Wasser und Kochsalz ausgeschieden. Dadurch sinkt der Blutdruck und die Durchblutung allgemein verbessert sich.

Nach Gabe einer Einmaldosis von Candesartan setzt die blutdrucksenkende Wirkung in der Regel innerhalb von zwei Stunden ein und hält über 24 Stunden an. Bei Langzeitbehandlung wird die maximale blutdrucksenkende Wirkung innerhalb von vier Wochen nach Beginn der täglichen Einnahme erreicht. Die Wirksamkeit von Candesartan wird nicht durch das Alter oder das Geschlecht der Patienten beeinflusst.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.