Nifedipin retard-ratiopharm 20

Hersteller: ratiopharm GmbH
Wirkstoff: Nifedipin
Darreichnungsform: Retardkapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Nifedipin retard-ratiopharm 20 enthält den Wirkstoff Nifedipin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Nifedipin retard-ratiopharm 20.

Nifedipin wird angewandt bei der Behandlung des Bluthochdrucks, der keine organischen Ursachen hat (essentieller Bluthochdruck).

Daneben wird Nifedipin bei einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (koronare Herzkrankheit) eingesetzt. Dabei reguliert der Wirkstoff entsprechende Durchblutungsstörungen bei Herzbelastung (Belastungsangina, chronisch stabile Angina Pectoris) und behandelt krampfartige Zustände bei unzureichender Sauerstoffversorgung des Herzmuskels (Vasospastische Angina Pectoris, Prinzmetal-Angina, Variant-Angina).

Ein weiteres Anwendungsgebiet von Nifedipin sind arterielle Durchblutungsstörungen in den Fingern (Raynaud-Syndrom) oder die Behandlung von blutdruckbedingten Notfall-Patienten (Hypertensiver Notfall).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Nifedipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Nifedipin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • bestimmte Formen der Angina Pectoris wie Belastungsangina oder vasospastische Angina (Prinzmetal-Angina, Variant-Angina)
  • nicht organisch bedingter Bluthochdruck

Dosierung

Das Medikament sollte in der Originalverpackung gelagert werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
Die Kapseln sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen werden.
Patienten mit Angina Pectoris und Bluthochdruck nehmen zweimal täglich zwei Retardkapseln ein. Die Richtdosis pro Tag beträgt zweimal 20 Milligramm des Wirkstoffs Nifedipin. Sie kann bei Notwendigkeit auf zweimal 40 Milligramm verdoppelt werden.
Bei der Darreichungsform als Retardkapseln sollte der Einnahmeabstand der empfohlenen Einzeldosen mindestens vier Stunden betragen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Farbstoff E 171
  • Farbstoff E 172
  • Lactose
  • Maisstärke
  • Povidon
  • Saccharose
  • Talkum
  • Gelatine
  • Poly(methacrylsäure,methylmethacrylat)

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Hautrötungen und Wärmegefühl (Flush), Kopfschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindel, Müdigkeit, Empfindungsstörungen (Parästhesien), Herzklopfen (Palpitationen und Herzrasen (Tachykardie, Angina Pectoris-Anfälle, Knöchelschwellungen, Unterschenkelschwellungen, Wasseransammlungen insbesondere in den Beinen und Knöcheln (Ödeme).

Seltene Nebenwirkungen:
Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall (Diarrhö), Zunahme des Engegefühls in der Brust (pektanginöse Beschwerden), Blutzuckerwerteanstieg (Hyperglykämie), Blutbildungsstörungen wie Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Agranulozytose.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie).

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen wie Rötungen (Erytheme), Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria), makulopapulöse Exantheme oder Erythromelalgie, lichtbedingte Hautreaktionen (Photoallergische Reaktionen), lokaler Muskelschmerz (Myalgie), Muskelzittern (Tremor), geringfügige, vorübergehende Änderung der optischen Wahrnehmung, Leberfunktionsstörungen, Blutdruckabfall, Entwicklung einer Herzmuskelschwäche oder Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche bis zum Herzinfarkt, anaphylaktischer Schock, Nierenfunktionsstörungen bei vorliegender Nierenschwäche.

Besonderheiten:
In Langzeitbehandlung kann es in seltenen Fällen bei älteren Patienten zu Brustwachstum (Gynäkomastie) kommen.

Wechselwirkungen

Zu einer verstärkten blutdrucksenkenden Wirkung kommt es bei gleichzeitiger Gabe von anderen blutdrucksenkenden Mitteln (Antihypertensiva), Betablockern, Nitraten, trizyklischen Antidepressiva, Entwässerungsmitteln (Diuretika) und magensäurehemmenden Mitteln wie Cimetidin oder Ranitidin.

Nitrate verstärken ebenfalls die blutdrucksenkende Wirkung von Nifedipin und können zudem en Herzschlag beschleunigen.

Bei Kombination mit dem Blutdrucksenker Diltiazem ist der Abbau von Nifedipin im Körper verzögert und es kann zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Eine sorgfältige Überwachung und Dosisanpassung durch den Arzt ist hier erforderlich.

Betablocker wie beispielsweise Propranolol führen ebenfalls zu einer verstärkten Blutdrucksenkung, gelegentlich sogar zur Ausbildung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Hier ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Bei gleichzeitiger Gabe des Herzmittels Digoxin, Theophyllin (gegen Asthma) oder Cyclosporin (gegen Organabstoßungen) oder Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine (wie zum Beispiel Cefixim) erhöhen sich die Blutspiegel dieser Wirkstoffe im Blut und damit ihre schädlichen Nebenwirkungen.

Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin senken die Herzschlagkraft und werden in ihrer schädigenden Wirkung durch Nifedipin verstärkt.

Magensäurehemmende Wirkstoffe (Antiazida) wie Cimetidin oder Ranitidin verstärken die Nifedipin-Wirkung und können zu starkem Blutdruckabfall führen.

Rifampicin fördert den Abbau von Nifedipin im Körper, was die Wirkung abschwächt.

Wird im Rahmen einer Krebstherapie Vincristin zusammen mit Nifedipin eingesetzt, wird die Ausscheidung von Vincristin vermindert, wodurch die Nebenwirkungen von Vincristin zunehmen können. Eine Dosisverminderung von Vincristin kann dann erforderlich sein.

Die Dauertherapie mit Antiepileptika wie Phenytoin und Carbamazepin verringert die Wirkung von Nifedipin.

Bei gleichzeitiger Anwendung des opioiden Schmerzmittels Fentanyl oder anderen Schlaf- und Betäubungsmitteln tritt gelegentlich ein niedriger Blutdruck auf.

Wird zur Behandlung von Pilzinfektionen Itraconazol eingesetzt, wird die Wirkung von Nifedipin möglicherweise verstärkt.

Nifedipin sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Grapefruitsaft verhindert den Abbau von Nifedipin im Körper und verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Nifedipin oder verwandte Kalziumkanalblocker (Dihydropyridine)
  • Herz-Kreislauf-Schock, akutem Herzinfarkt innerhalb der ersten vier Wochen), einer höhergradigen Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) oder Herzenge in Ruhe (Ruheangina, instabile Angina Pectoris)
  • gleichzeitiger Einnahme des Tuberkulose-Mittels Rifampicin.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf Nifedipin eingenommen werden
  • von Dialysepatienten mit Bluthochdruck und zu geringer Blutmenge, weil das Risiko eines deutlichen Blutdruckabfalls durch Gefäßerweiterung (Vasodilatation) besteht.
  • von Patienten mit Leberfunktionsstörungen und Durchblutungsstörungen im Gehirn (zerebrovaskulären Durchblutungsstörungen). Da die blutdrucksenkende Wirkung hier verstärkt sein kann, ist eine Dosisüberwachung durch den Arzt und gegebenenfalls eine Verminderung der Dosis erforderlich.
  • bei Patienten mit bestehender Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder wenn bereits ein erheblich erniedrigter Blutdruck mit einem Systolenwert unter 90 mmHg vorliegt. Hier ist außerdem eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.
Hinweis:
Gibt man Nifedipin in schnell workenden Darreichungsformen, kann das Risiko für Komplikationen wie zum Beispiel Herzinfarkt oder allgemein die Sterblichkeit erhöht sein. Besondere Vorsicht muss der Arzt daher in solchen Fällen bei Patienten mit Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursache (essentielle Hypertonie) oder Ruheangina (chronisch stabile Angina Pectoris) walten lassen. Schnell freisetzende (unretardierte) Darreichungsformen sollten bei diesen beiden Erkrankungen nur eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht angewandt werden können.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Schwangerschaft und Stillzeit darf Nifedipin nicht angewendet werden. Nifedipin geht in die Muttermilch über. Deshalb sollte abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Nifedipin notwendig ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung bei Kindern sollte unterbleiben, weil die Wirkungsweisen von Nifedipin bei dieser Altersgruppe nicht ausreichend erforscht sind.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Das gilt besonders im Zusammenwirken mit Alkohol.
  • Bei eingeschränkter Leberfunktion kann es durch das Medikament zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen.
  • Liegen schwere Durchblutungsstörungen des Gehirns (cerebrovaskuläre Erkrankung) vor, muss der Arzt eine niedrigere Dosierung des Medikaments wählen.
  • Das Medikament sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden.
  • Bei Auftreten von Herzrhythmusstörungen oder Verschlimmerung einer Herzmuskelschwäche ist die Behandlung abzubrechen.
  • Zur Beendigung der Behandlung mit dem Medikament sollte eine langsame Dosisverminderung erfolgen.
  • Das Medikament enthält Lactose.
  • Das Medikament enthält Saccharose.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Retardkapsel)
30 Stück Retardkapseln
20 Milligramm Nifedipin
50 Stück Retardkapseln
20 Milligramm Nifedipin
100 Stück Retardkapseln
20 Milligramm Nifedipin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Nifedipin retard-ratiopharm 20 sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Nifedipin (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.