Jodid 500 µg

Hersteller: Merck KGaA
Wirkstoff: Kaliumjodid
Rezeptfrei

Wirkung

Jodid 500 µg enthält den Wirkstoff Kaliumjodid. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Jodid 500 µg.

Kaliumjodid wird in erster Linie zur Vorbeugung oder Behandlung eines Jodmangels oder einer jodmangelbedingten Schilddrüsenvergrößerung (Kropf) eingesetzt.

Außerdem wird Kaliumjodid in hohen Dosierungen verwendet, um eine vergrößerte Schilddrüse vor einer Operation zu verkleinern und die Durchblutung des Organs zu vermindern.

Die Verwendung von Kaliumjodid als Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion ist heute überholt. Man verwendet stattdessen andere Thyreostatika wie etwa Thiamazol.

Kaliumjodid kann die Aufnahme von radioaktivem Jod in den Organismus verhindern. Deshalb wird es zum Beispiel nach einem Unfall in einem Atomkraftwerk vorbeugend gegeben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Kaliumjodid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Thyreostatika, Schilddrüsenmittel, zu welcher der Wirkstoff Kaliumjodid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • allgemeine Schilddrüsenschwellung bei normaler Stoffwechsellage bei jüngeren Erwachsenen

Dosierung

Zur Behandlung eines Kropfs nehmen jüngere Erwachsene täglich 250 bis 500 Mikrogramm Iod ein. Die Einnahme sollte mit ausreichend Flüssigkeit, am besten Wasser, und nach einer Mahlzeit erfolgen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Lactose
  • Maisstärke
  • Cellulose
  • Magnesiumstearat
  • Siliciumdioxid

Nebenwirkungen

Nebenwirkungen treten während einer Behandlung mit Kaliumjodid nur sehr selten auf. Jedoch kann bei gutartigen hormonproduzierenden Tumoren in der Schilddrüse eine Schilddrüsenüberfunktion ausgelöst werden.

Fieber, Augenbrennen, Hautausschlag, Durchfall und Kopfschmerzen sind Anzeichen einer Überempfindlichkeit gegen Kaliumjodid.

Wechselwirkungen

Durch Zufuhr von Kaliumjodid wird die Wirkung von anderen Thyreostatika abgeschwächt. Daher sollten unnötige Kaliumjodideinnahmen während der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion unterbleiben.

Wird Lithium gleichzeitig mit hohen Kaliumjodidmengen verabreicht, kann eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Vergrößerung des Organs die Folge sein.

Einige Entwässerungsmittel erhöhen den Kaliumspiegel im Blut. Wird gleichzeitig Kaliumjodid eingenommen, kann es zu einem überhöhten Blutkaliumspiegel kommen.

Gegenanzeigen

Kaliumjodid darf bei einer Schilddrüsenüberfunktion nicht eingenommen werden. Ausnahme ist eine Kaliumjodidbehandlung vor einer Schilddrüsenoperation.

Bei gutartigen hormonproduzierenden Tumoren der Schilddrüse, so genannten autonomen Adenomen, oder anderen Bereichen der Schilddrüse, die unkontrolliert Schilddrüsenhormone produzieren, darf kein Kaliumjodid verabreicht werden. Ausnahme ist auch hier eine Kaliumjodidbehandlung vor einer Schilddrüsenoperation.

Bei Jodallergie oder einer Dermatitis herpetiformis Duhring, einer seltenen bläschenbildenden Hautkrankheit, darf kein Kaliumjodid eingenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Sowohl in der Schwangerschaft als auch in der Stillzeit ist der Jodidbedarf erhöht. Auf eine ausreichende Zufuhr von Jodid muss daher geachtet werden. Die empfohlene Tagesdosis beträgt während der Schwangerschaft und Stillzeit 200 Mikrogramm. Größere Kaliumjodidmengen sollten jedoch wegen der hohen Empfindlichkeit des Kindes vermieden werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Einnahme von Kaliumjodid ist bereits ab dem Säuglingsalter möglich.

Warnhinweise

  • Vor der Anwendung muss untersucht werden, ob der Patient eine Überfunktion der Schilddrüse oder einen knotigen Kropf hat. Es kann sonst durch die Behandlung eine Schilddrüsenüberfunktion angestoßen werden.
  • Wenn der Verdacht auf Schilddrüsenkrebs besteht, darf kein Iod eingenommen werden. Jodid kann eine Radiojodidtherapie bei Schilddrüsenüberfunktion, autonomem Knoten oder Schilddrüsenkrebs unmöglich machen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Jodid 500 µg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Kaliumjodid (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Tabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.