Fendrix, Injektionssuspension

Hersteller: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Hepatitis B-Virus-Impfstoff
Darreichnungsform: Fertigspritze
Rezeptpflichtig

Wirkung

Fendrix, Injektionssuspension enthält den Wirkstoff Hepatitis B-Virus-Impfstoff. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Fendrix, Injektionssuspension.

Der Impfstoff wird zur aktiven Immunisierung gegen die Hepatitis-B-Erkrankung (Gelbsucht), einer virusbedingten Leberentzündung, eingesetzt. Er dient damit auch der Vorbeugung einer Schrumpfung der Leber (Leberzirrhose).

Hepatitis B wird vorzugsweise durch Intimkontakt und durch Blut beziehungsweise Blutprodukte übertragen. Die Infektion ist wegen des oftmals chronischen Verlaufs und der Entwicklung von Lebertumoren gefürchtet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Hepatitis B-Virus-Impfstoff sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Hepatitis B-Virus-Impfstoff gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Aktivierung der körpereigenen Abwehr gegen alle Typen von Hepatitis-B-Viren bei Personen ab dem vollendeten 15. Lebensjahr, die an einer Nierenschwäche leiden (auch wenn eine Blutwäsche bevorsteht oder schon nötig ist)

Dosierung

Zur Erstimpfung (Grundimmunisierung) erfolgt die erste Impfung an einem vereinbarten Termin, die folgenden drei Impfungen jeweils einen, zwei und sechs Monate nach der ersten. Dabei sollte immer derselbe Impfstoff verwendet werden.

Die Auffrischung (Booster-Impfung) wird vor allem für Patienten empfohlen, die eine Blutwäsche zu erwarten haben oder bereits erhalten. Diese Patienten haben nämlich ein besonderes Hepatitis-B-Infektionsrisiko und ein höheres Risiko für eine chronische Verlaufsform. So erhalten sie vorbeugend eine Auffrischimpfung, um einen schützenden Antikörperspiegel zu erzeugen. Der Impfstoff kann dabei zur Auffrischung auch gegeben werden, wenn die Grundimmunisierung mit einem anderen Präparat erfolgte.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • 3-O-desacetyl-4′-monophosphoryl-Lipid A (MPL)
  • Aluminiumphosphat
  • Natriumchlorid
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Injektionsnebenwirkungen wie Hautrötungen, Hautschwellungen, Druckempfindlichkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Arthralgien, Myalgien, Nervenentzündungen.

Sehr seltene oder vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Grippeähnliche Symptome wie Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Parästhesien, Bauchschmerzen, Hauüberempfindlichkeitsreaktionen, Magen-Darm-Störungen, Blutdruckabfall, Thrombozytopenie, Anaphylaxie, Serumkrankheit, Lymphadenopathie, Ohnmachten, Lähmungen, Neuropathien, Enzephalopathie, Meningitis, Hypotonie, Bronchospasmus, Urtikaria, Erythema exsudativum multiforme, Pruritus, angioneurotisches Ödem.

Besonderheiten:
Weitere sehr seltene Nebenwirkungen sind in der jeweiligen Packungsbeilage beschrieben.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Therapie mit Immunologika, die das Immunsystem unterdrücken (wie etwa Glukokortikoide), kann eine Abschwächung der Antikörper- und Gedächtniszellenbildung erfolgen.

Der Impfstoff kann gleichzeitig mit anderen Impfstoffen aus inaktivierten Erregern (zum Beispiel gegen Hepatitis A, Influenza, FSME-Virus, Tollwut, Pertussis, HIB) oder aus Toxoiden (zum Beispiel gegen Diphtherie oder Tetanus beziehungsweise den entsprechenden Kombinationen) oder mit Immunglobulinen verabreicht werden.

Impfungen mit Virus-Lebend-Impfstoffen wie zum Beispiel gegen Masern, Röteln, Mumps und Windpocken werden bei gleichzeitiger Anwendung ebenfalls nicht beeinflusst.

Die gleichzeitige Verabreichung mehrerer injizierbarer Impfstoffe sollte allerdings stets an getrennten Impfstellen erfolgen.

Gegenanzeigen

Die Impfung sollte nicht durchgeführt werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besteht oder nach einer vorangegangenen Impfung mit anderen Hepatitis-B-Impfstoffen eine entsprechende Reaktion auftrat.

Auch darf die Impfung mit dem Wirkstoff nicht erfolgen, wenn der Patient bereits an Leberentzündungen und sonstigen Lebererkrankungen oder einer anderen schweren Infektion erkrankt ist.

Für Patienten mit angeborenen oder erworbenen Schädigungen des Immunsystems muss der Arzt Risiko und Nutzen sorgfältig abwägen.

Der Impfstoff darf nicht in die Venen gespritzt werden. Bei unbeabsichtigter Injektion in die Venen können allergische Reaktionen bis zum Schock auftreten. Geeignete Sofortmaßnahmen zur Schockbekämpfung müssen dann ergriffen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es liegen keine Erfahrungen über die Auswirkung des Impfstoffs auf Schwangerschaft und Stillzeit vor. Daher sollte der Arzt über eine Verwendung sorgfältig entscheiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei der Impfung von Kindern muss der Arzt im Einzelfall entscheiden, ab welchem Alter die Immunisierung stattfinden kann und welche Impfstoff-Zubereitung von der Konzentration her passend ist.

Warnhinweise

  • Einige der genannten Nebenwirkungen können eine Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit oder die Fähigkeit zur Bedienung von Maschinen haben.
  • Der Impfstoff schützt nicht vor Lebererkrankungen, die durch andere Hepatitis-Stämme verursacht werden.
  • Der Impfstoff kann zusammen mit anderen Impfstoffen eingesetzt werden, wenn dafür verschiedene Körperstellen zur Injektion ausgesucht werden.
  • Krankheitszeichen einer Hepatitis-B-Infektion treten erst relativ spät auf. Daher ist es möglich, dass zum Zeitpunkt der Impfung bereits eine unerkannte Infektion vorliegt. In solchen Fällen kann die Impfung eine Hepatitis-B-Erkrankung möglicherweise nicht verhindern.
  • Personen, die keine oder eine nicht ausreichende Immunantwort nach erfolgter vollständiger Impfung zeigen, sollten zusätzliche Impfdosen erhalten.
  • Da eine Impfung in seltenen Fällen zu einem allergischen Schock führen kann, muss die Arztpraxis für die Behandlung eines solchen gerüstet sein.
  • Der Impfstoff darf nur in den Muskel oder unter die Haut verabreicht werden, nicht in die Blutbahn.
  • Der Impfstoff muss im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad gelagert und darf nicht eingefroren werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
  • Der Impfstoff ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren geeignet.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Fertigspritze)
1 Stück Fertigspritzen
0,02 Milligramm Hepatitis B-Virus-Impfstoff

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Fendrix, Injektionssuspension sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Hepatitis B-Virus-Impfstoff (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.