Eine Orthosiphon-Pflanze
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Orthosiphonblätter

Orthosiphonblätter (Orthosphonis folium) stammen von der Pflanze Orthosiphon, die auch unter dem Namen Katzenbart oder Indische Nierenteepflanze bekannt ist. Orthosiphon ist in den tropischen Gegenden Asiens beheimatet. Die Orthosiphonblätter werden auch unter dem Namen Javatee oder Javanischer bzw. Indischer Nierentee vertrieben.

Allgemeines

Bei Orthosiphon handelt es sich um eine ausdauernde, krautige Pflanze, die bis zu 80 Zentimeter hoch werden kann. Sie besitzt einen vierkantigen Stängel und längliche Blätter mit einem gesägten Rand. Die Lippenblüten haben eine blaue bis hellviolette Färbung und sind in Quirlen angeordnet. Ihren deutschen Namen hat die Pflanze von ihren auffallend langen Staubblättern, die an die Schnurrhaare einer Katze erinnern.

Medizinisch werden die kurz vor der Blüte gesammelten Blätter und die Stängelspitzen verwendet. Die Droge wird aus Indonesien importiert.

Wirkung und Inhaltsstoffe

Orthosiphonblätter enthalten ein komplex zusammengesetztes ätherisches Öl sowie Flavonoide, Saponine und Kaliumsalze. Die Droge hat eine harntreibende und schwach krampflösende Wirkung, die bisher noch keinem einzelnen Wirkstoff, sondern eher der Gesamtheit der Inhaltsstoffe zugeordnet werden konnte.

Das ätherische Öl wirkt zudem keimabtötend und entzündungshemmend.

Anwendungsgebiete

Orthosiphonblätter werden verwendet, um bei bakteriellen und entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege und bei Nierengrieß die Harnwege zu durchspülen.

Dosierung und Anwendung

Orthosiphonblätter können als Tee oder als Extrakt in Form von Dragees oder Kapseln eingenommen werden. Bei der Behandlung sollte zusätzlich Flüssigkeit zugeführt werden. Die Tagesdosis sollte sechs bis zwölf Gramm der Droge nicht übersteigen.

Teezubereitung: Zwei Teelöffel (2 g) fein zerschnittener, getrockneter Orthosiphonblätter werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und 15 Minuten ziehen gelassen. Mehrmals täglich sollte eine Tasse getrunken werden.

Orthosiphonblätter sind allein oder in Kombination mit anderen Pflanzen als Tee zur Behandlung von Blasen- und Nierenleiden erhältlich.

Hinweise

Bei der Einnahme von Orthosiphonblättern sind keine Nebenwirkungen bekannt. Es sollte jedoch auf eine ausreichende Flüssigzufuhr (keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke) geachtet werden.

Orthosiphonblätter sollten nicht bei Ödemen angewendet werden, die infolge eingeschränkter Herz- und Nierenfunktionen entstanden sind. Während der Schwangerschaft oder Stillzeit sollten sie nur nach Rücksprache mit einem Arzt verwendet werden.

Zeigt sich bei der Behandlung mit Orthosiphonblättern nach einer Woche keine Besserung oder treten die Beschwerden immer wieder auf, sollte der Rat eines Arztes eingeholt werden.