Dünndarmtumor: Ein älterer Mann sitzt auf dem Sofa und hat Bauchschmerzen
Symbolbild: © Getty Images/Nes

Dünndarmtumor: Anzeichen, Diagnose und Behandlung

Von: Frederike Rausch (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Dünndarmtumoren verursachen oft lange keine eindeutigen Beschwerden und werden daher häufig erst spät erkannt. Lesen Sie, durch welche Symptome sich ein Tumor im Dünndarm bemerkbar machen kann, wie er diagnostiziert und behandelt wird und wie die Heilungschancen sind.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

FAQ: Häufige Fragen und Antworten zu Dünndarmkrebs

Symptome treten meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium auf. Dazu gehören Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl. Mitunter kommt es zu Verdauungsproblemen sowie Müdigkeit infolge einer Blutarmut.

Dünndarmtumoren können grundsätzlich in jedem Alter auftreten, sie werden jedoch überwiegend bei älteren Menschen festgestellt. Die meisten Personen erkranken jenseits des 70. Lebensjahres.

Zur Diagnose werden verschiedene Untersuchungen eingesetzt, etwa bildgebende Verfahren wie CT oder MRT sowie Spiegelungen des Dünndarms. Bei Bedarf wird auch eine Gewebeprobe entnommen und im Labor untersucht.

Was ist Dünndarmkrebs?

Der Dünndarm ist ein Teil des Verdauungstrakts und verbindet den Magen mit dem Dickdarm. Er ist mehrere Meter lang und spielt eine zentrale Rolle bei der Verdauung, da hier Nährstoffe aus der Nahrung aufgenommen werden.

Ein Dünndarmtumor entsteht, wenn sich bösartige Zellen in der Schleimhaut oder anderen Gewebeschichten des Dünndarms unkontrolliert vermehren. Ein Tumor im Darm kann sowohl gutartig als auch bösartig sein.

Gutartige Tumoren wachsen meist langsam und bilden keine Tochtergeschwulste (Metastasen). Dazu zählen vor allem Darmpolypen.

Bösartige Tumoren werden als Dünndarmkrebs bezeichnet. Sie können in umliegendes Gewebe einwachsen und Metastasen bilden.

Arten von Dünndarmkrebs

Je nachdem, aus welcher Zellart der Krebs entsteht, unterscheiden Fachleute verschiedene Formen:

  • Adenokarzinom: entsteht aus Drüsenzellen der Darmschleimhaut

  • Neuroendokriner Tumor (NET): geht von hormonbildenden Zellen aus

  • Lymphom: entwickelt sich aus Zellen des Immunsystems

  • Sarkom: entsteht aus Binde- oder Muskelgewebe

Je nach Tumorart könnnen sich Verlauf und Behandlung der Erkrankung unterscheiden.

Dünndarmtumoren sind selten

In Deutschland erkranken pro Jahr rund 3.000 Menschen an Dünndarmkrebs. Deutlich häufiger treten Tumoren im Dickdarm und Enddarm auf.

Zudem sind viele Dünndarmtumoren gutartig, während bösartige Formen deutlich seltener vorkommen.

Interessant zu wissen

Der Dünndarm besteht aus drei Abschnitten:

  • Zwölffingerdarm
  • Leerdarm
  • Krummdarm

Generell kann in jedem Bereich ein Tumor entstehen. Ein gutartiger Dünndarmtumor liegt allerdings meistens im Krummdarm, während sich ein bösartiger Tumor eher im Zwölffingerdarm bildet. 

Dünndarmtumor: Welche Ursachen möglich sind

Die Ursachen von Dünndarmkrebs sind bislang nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass vor allem genetische Faktoren sowie bestimmte Vorerkrankungen eine Rolle spielen. Dazu gehören:

  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Dazu zählt vor allem Morbus Crohn.

  • erbliche Erkrankungen: Genannt werden das Peutz-Jeghers-Syndrom oder das familiäre Polyposis-Syndrome. Dabei entstehen häufig Polypen im Darm, die sich im Verlauf bösartig verändern können.

  • geschwächtes Immunsystem: Ein geschwächtes Immunsystem kann das Risiko für Dünndarmtumoren erhöhen. Das betrifft beispielsweise Menschen mit einer HIV-Infektion.

Dünndarmtumor: Symptome sind oft unspezifisch

Ein Dünndarmtumor verursacht oft lange keine Beschwerden. Wenn Symptome auftreten, sind sie meist unspezifisch und lassen sich nicht eindeutig zuordnen.

Mögliche Anzeichen sind:

Mit zunehmendem Wachstum des Tumors können die Beschwerden stärker werden oder häufiger auftreten.

Darmverschluss als lebensbedrohliche Folge

In seltenen Fällen kann ein Dünndarmtumor zu einem Darmverschluss führen. Dabei handelt es sich um einen medizinischen Notfall. Anzeichen sind:

  • starke, kolikartige Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • aufgeblähter, harter Bauch
  • kein Abgang von Stuhl möglich
  • allgemeines Krankheitsgefühl

Dünndarmtumor: Wie erfolgt die Diagnose?

Ein Dünndarmtumor wird oft erst spät erkannt, da lange keine typischen Beschwerden auftreten. Besteht ein Verdacht, kommen verschiedene Untersuchungen zum Einsatz.

Mögliche Verfahren sind:

  • Spiegelungen: Dabei wird ein dünner Schlauch mit Kamera über den Mund oder den After eingeführt, um den Dünndarm von innen zu untersuchen.

  • Kapselendoskopie: Eine kleine Kamera in Kapselform wird geschluckt und liefert Bilder aus dem Dünndarm.

  • bildgebende Verfahren: Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) helfen, den Tumor darzustellen und seine Ausbreitung zu beurteilen.

  • Blutuntersuchungen: Sie können Hinweise auf Entzündungen oder eine Blutarmut geben.

  • Gewebeprobe (Biopsie): Dabei wird eine kleine Probe entnommen und im Labor untersucht, um die Diagnose zu sichern.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein.

Therapie: So wird ein Dünndarmtumor behandelt

Die Behandlung eines Dünndarmtumors hängt davon ab, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen Tumor handelt und wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.

In den meisten Fällen hat die Behandlung das Ziel, den Tumor komplett zu entfernen. Dabei wird der Abschnitt des Dünndarms, in dem sich der Tumor befindet, im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs herausgeschnitten. Anschließend werden die gesunden Darmenden wieder miteinander verbunden.

Bei bösartigen Tumoren können zusätzlich weitere Therapien notwendig sein, zum Beispiel:

  • Chemotherapie
  • Strahlentherapie
  • eine Kombination aus beiden Verfahren

Diese Behandlungen können vor einer Operation eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern und besser entfernen zu können. Nach der Operation können sie helfen, verbliebene Krebszellen zu bekämpfen und das Rückfallrisiko zu senken.

Welche Therapie im Einzelfall infrage kommt, hängt vom Stadium der Erkrankung und vom allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person ab.

Zudem spielt die Art des Tumors eine entscheidende Rolle, da sich daraus unterschiedliche Behandlungsstrategien ergeben können.

Beispielsweise werden Adenokarzinome meist operiert und häufig zusätzlich mit Chemotherapie behandel. Bei neuroendokrinen Tumoren kommen dagegen oft auch spezielle medikamentöse Therapien zum Einsatz.

Verlauf und Prognose bei Dünndarmtumoren

Der Verlauf eines Dünndarmtumors hängt vor allem davon ab, ob der Tumor gut- oder bösartig ist und in welchem Stadium er entdeckt wird.

  • gutartige Tumoren haben meist eine gute Prognose und lassen sich häufig erfolgreich behandeln. 

  • bösartige Tumoren entwickeln sich dagegen oft ungünstiger. Dünndarmkrebs wächst meist schneller, kann sich im Körper ausbreiten und ist deshalb schwerer zu behandeln. Wird Dünndarmkrebs frühzeitig entdeckt und vollständig entfernt, sind die Heilungschancen deutlich besser.

Nachsorge

Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig. Dabei wird überprüft, ob der Tumor erneut auftritt oder sich Tochtergeschwulste gebildet haben. Zum Einsatz kommen je nach Situation beispielsweise bildgebende Verfahren oder Blutuntersuchungen.

Je nach Verlauf kann auch eine Rehabilitation sinnvoll sein. Sie unterstützt dabei, sich von der Behandlung zu erholen, Beschwerden zu lindern und die körperliche Belastbarkeit im Alltag wieder zu verbessern.

Mögliche Komplikationen

Ein Dünndarmtumor kann im Verlauf zu schweren Komplikationen führen. Dazu gehören:

Diese Komplikationen sind medizinische Notfälle und müssen sofort behandelt werden.

Bei bösartigen Tumoren besteht zudem die Gefahr, dass sich Krebszellen im Körper ausbreiten und Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden, etwa in Lymphknoten oder anderen Organen.