Perimenopause: Erste Anzeichen, Symptome und was hilft
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause. In dieser Zeit verändert sich der Hormonhaushalt und viele Frauen bemerken erstmals typische Wechseljahrsbeschwerden. Woran sich die Perimenopause erkennen lässt, wann sie beginnt und was gegen Beschwerden helfen kann.
FAQ: Die häufigsten Fragen zur Perimenopause
Häufige frühe Anzeichen sind unregelmäßige Monatsblutungen, stärkere PMS-Beschwerden, Schlafprobleme, innere Unruhe oder plötzlich auftretende Hitzewallungen.
Meist beginnt die Perimenopause zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr, manchmal früher oder später.
Die Dauer der Perimenopause beträgt im Mittel vier bis acht Jahre, kann individuell jedoch stark schwanken.
Ja. Solange noch ein Eisprung stattfindet, ist eine Schwangerschaft möglich.
Die Perimenopause ist die Übergangsphase vor der Menopause. Die Menopause bezeichnet die letzte Monatsblutung.
Erste Anzeichen der Perimenopause
Viele Frauen Anfang 40 bemerken erste Zyklusveränderungen, die auf die Perimenopause als Teil der Wechseljahre hindeuten. Die Beschwerden entstehen, weil die Eierstöcke allmählich weniger Hormone produzieren. Zyklusveränderungen in der Perimenopause können sich beispielsweise so zeigen:
- längere oder kürzere Zyklen als gewohnt mit unregelmäßigem Eisprung
- Zwischenblutungen
- stärkere Blutungen
Weitere frühe Anzeichen der Perimenopause können sein:
- stärkere PMS-Beschwerden
- plötzliche Schlafstörungen wie Durchschlafprobleme
- innere Unruhe
- Dünnhäutigkeit
- Gewichtszunahme, vor allem am Bauch
Perimenopause: Welche Symptome auftreten können
Viele Frauen berichten von Wechseljahrsbeschwerden in der Perimenopause. Ausgelöst werden die meisten Anzeichen durch den sinkenden Östrogenspiegel.
Neben den ersten Anzeichen sind mögliche Symptome unter anderem:
- Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Nachtschweiß
- Niedergeschlagenheit, depressive Verstimmung
- Stimmungsschwankungen
- Konzentrationsprobleme
- Ängste
- trockene Scheide
- Libidoverlust
- Gelenkschmerzen
- Brain Fog
- Herzklopfen, Herzrasen
- Kribbeln in den Extremitäten
- Haarausfall
- Blasenentzündung, Reizblase
- Verdauungsprobleme, oft Verstopfung
Diese Beschwerden treten nicht bei allen Frauen gleich stark auf. Manche bemerken nur wenige Veränderungen, andere erleben eine deutliche Belastung im Alltag.
Wann beginnt die Perimenopause?
Die Perimenopause beginnt meist zwischen dem 40. und 45. Lebensjahr. In manchen Fällen setzt sie früher ein, bei anderen später.
Medizinisch betrachtet beginnt die Perimenopause, wenn sich der Menstruationszyklus dauerhaft verändert und hormonelle Schwankungen zunehmen.
Wie lange dauert die Perimenopause?
Die Dauer der Perimenopause ist individuell unterschiedlich. Im Durchschnitt dauert diese Übergangsphase etwa vier bis acht Jahre.
Ursachen der Perimenopause
Die Perimenopause erfolgt aufgrund der Hormonumstellung im weiblichen Körper und ist ein natürlicher Prozess. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Eizellen ab.
Während der Wechseljahre reduziert sich die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron allmählich. Der Zyklus und die Regelblutung (Menstruation) werden unregelmäßig, der Eisprung erfolgt seltener und bleiben irgendwann vollkommen aus. Tritt die Menstruation 12 Monate in Folge nicht auf und gibt es keine anderen Ursachen für die ausbleibende Blutung, spricht man von der Menopause.
Hinweis: Tritt eine Blutung nach der Menopause auf, sollte immer ein*e Ärztin*Arzt aufgesucht werden.
Diagnose: Wie wird die Perimenopause festgestellt
Die Diagnose der Perimenopause erfolgt bei Fachleuten der Gynäkologie.
Der Besuch in der ärztlichen Praxis startet in der Regel mit einem Gespräch. Folgende Fragen werden normalerweise gestellt:
- Bestehen Beschwerden? Wenn ja, welche?
- Wann war die letzte Monatsblutung?
- Ist die Monatsblutung regelmäßig?
- Werden regelmäßig Medikamente eingenommen?
- Wird verhütet und wenn ja, wie?
- Gab es Voroperationen?
Anschließend erfolgt die gynäkologische Untersuchung.
Ab dem 45. Lebensjahr wird die Diagnose der Perimenopause anhand der auftretenden Symptome gestellt.
Hormonbestimmung in der Perimenopause
Frauen zwischen 40 und 45, die von Symptomen der Perimenopause berichten, und Frauen unter 40, die Hinweise auf ein vorzeitiges Versagen der Eierstöcke haben, erhalten laut medizinischen Leitlinien eine Hormonbestimmung. Bestimmt wird das follikelstimulierende Hormon (FSH) mit einer Blutabnahme.
Ob eine FSH-Bestimmung generell sinnvoll ist, entscheiden Ärzt*innen individuell, da der Hormonspiegel zum Beispiel durch die Einnahme von Hormonen verfälscht wird und im Tages- und Zyklusverlauf stark schwankt. Die Kosten für die Hormonbestimmung sind keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und müssen privat getragen werden.
Was hilft gegen Beschwerden der Perimenopause?
Nicht jede Frau benötigt eine Behandlung. Wenn Beschwerden jedoch stark ausgeprägt sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten.
Hormonersatztherapie
Hier kommen Hormone zum Einsatz, welche die Symptome der Perimenopause lindern sollen. Ob und ab wann eine Hormonersatztherapie eingesetzt wird, sollten Betroffene mit Frauenärzt*innen besprechen. Die Hormonersatztherapie kann neben Tablettenform auch vaginal oder über die Haut (transdermal) angewendet werden.
Pflanzliche Wirkstoffe
- Die Traubensilberkerze (Cimcifuga racemosa) ist ein in Deutschland weit verbreitetes pflanzliches Mittel gegen Hitzewallungen. Veränderungen der Haut und Schleimhaut können ebenso verbessert werden.
- Johanniskraut (Hypericum perforatum) hat einen antidepressiven Effekt und kann Stimmungsschwankungen ausgleichen. Auch eine Linderung von Hitzewallungen ist möglich.
Lebensstilveränderung
Mit ein paar Veränderungen könnten leichte Beschwerden der Perimenopause oft bereits gelindert werden:
- Stressreduktion
- Sport und regelmäßige Bewegung
- ausreichend Schlaf
- östrogenhaltige Lebensmittel wie Tofu, Sojamilch, Miso, aber auch Erbsen und Bohnen verzehren
- Akupunktur
- kognitive Verhaltenstherapie und Achtsamkeitstraining bei ausgeprägten psychischen Symptomen
Hilfsmittel
- Bei vaginaler Trockenheit können spezielle Befeuchtungs- oder Gleitmittel eingesetzt werden.
- Während der Perimenopause ist eine Schwangerschaft noch möglich. Verschiedene Verhütungsmittel wie die Antibabypille schaffen nicht nur Empfängnisschutz, sondern können auch gleichzeitig gynäkologische Beschwerden lindern. Frauenärzt*innen beraten dazu.
Verlauf der Perimenopause
Die Perimenopause endet mit der Menopause. Erst wenn 12 Monate lang keine Monatsblutung mehr auftritt, gilt die Menopause als erreicht. Danach beginnt die sogenannte Postmenopause, bis die hormonelle Umstellung komplett abgeschlossen ist.