Sauerstofftherapie

Veröffentlicht von: Till von Bracht (20. Dezember 2013)

© Jupiterimages/Pixland

Es gibt verschiedene Arten der Sauerstofftherapie, zum Beispiel die Langzeit-Sauerstofftherapie und die Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie.

Bezüglich ihrer Anwendungsgebiete und der nachgewiesenen Wirksamkeit unterscheiden sich die Therapieformen erheblich. Alle Formen beruhen aber darauf, dass eine mangelnde Sauerstoffversorgung der Zellen vorliegt, welche einen Leistungsabfall und eine gestörte Funktion der Organe mit sich bringt. Durch die Behandlung soll der Sauerstoffpartialdruck verbessert und auf diese Weise der Organismus gestärkt werden.

Als Langzeit-Sauerstofftherapie wird eine Behandlungsmethode bezeichnet, bei der der Betroffene über einen Zeitraum von mindestens 16 Stunden pro Tag oder dauerhaft bei körperlicher Belastung über eine Nasensonde Sauerstoff erhält. Die Sauerstoff-Langzeittherapie wird seit Jahren in der Medizin angewandt und zählt nicht zu den alternativen Heilverfahren. Ihre Wirksamkeit konnte in mehreren Studien bewiesen werden. Infolge des Leistungsausschlusses der gesetzlichen Krankenkassen muss der Patient die ambulante Sauerstofftherapie selbst bezahlen – die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht.

Grundlage der Sauerstoff-Mehrschritt-Therapie (SMT) ist die Annahme, dass der Druck des im arteriellen Blut gelösten Sauerstoffs alters- und stressbedingt sinkt. Dadurch kann es zu Leistungsschwäche und Organstörungen kommen. Ein Teufelskreis entsteht, wenn sich zudem auch die Blutgefäße verengen, da dies zu einer weiteren Mangelversorgung mit Sauerstoff führen kann.

Der Dresdner Physiker Manfred von Ardenne entwickelte verschiedene Verfahren der Sauerstofftherapie. Nach seinem Konzept kann der geringe Sauerstoffpartialdruck durch Vitaminzufuhr, Einatmen von Sauerstoff und Bewegung verbessert werden. Der Partialdruck in den Arterien soll dadurch steigen, in den Venen dagegen sinken. Anhänger der SMT gehen davon aus, dass diese Form der Sauerstofftherapie die Blutkapillaren wieder weitet und die Blutzirkulation verbessert. Die Lunge kann dadurch wieder mehr Sauerstoff aufnehmen und das Gewebe wird besser mit Sauerstoff versorgt. Wissenschaftliche Belege für die Wirksamkeit dieses alternativen Heilverfahrens gibt es jedoch bisher nicht.