Sulfadiazin

Allgemeines

Der Wirkstoff Sulfadiazin wird bei der Infektionskrankheit Toxoplasmose eingesetzt. Diese Erkrankung wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii übertragen. Die Toxoplasmose ist für den Menschen eigentlich ungefährlich. Sie wird öfter durch Katzen übertragen. Häufig verläuft diese Erkrankung sogar unbemerkt ohne auffällige Krankheitszeichen.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Beschwerden bei Toxoplasmose lindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Sulfadiazin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Sulfadiazin nicht verwendet werden?

Sulfadiazin darf nicht bei bekannter Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff oder anderen Sulfonamiden angewendet werden. Gleiches gilt für bestimmte schwere Hauterkrankungen (wie Erythema exsudativum multiforme), krankhafte Blutbildveränderungen sowie schwere Nieren- und Leberfunktionsstörungen. Patienten mit angeborener oder erworbener Störung der Porphyrinsynthese (Blutbildungsstörung) sollten ebenfalls nicht mit diesem Wirkstoff behandelt werden.

Außerdem sollten stillende Mütter von Frühgeborenen sowie Frauen im ersten Drittel der Schwangerschaft diesen Wirkstoff nicht erhalten.

Auch bei Darmverschluss und bekanntem Glucose-6-Dehydrogenase-Mangel (häufigste Stoffwechselerkrankung mit Blutarmut) darf Sulfadiazin nicht verabreicht werden.

Besondere ärztliche Vorsicht und eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt ist bei leichten Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Frauen in den letzten Monaten der Schwangerschaft sowie bei stillenden Müttern von termingerecht geborenen Kindern notwendig. Dies gilt ebenso bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfonylharnstoffe (Blutzuckersenker) und Diuretika (Entwässerungsmittel) auf Sulfonamidbasis.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Im ersten Schwangerschaftsdrittel ist die Gabe von Sulfadiazin verboten. Gleiches gilt während des Stillens von Frühgeborenen.

Frauen in den beiden letzten Schwangerschaftsmonaten und Mütter während des Stillens gesunder und termingerecht geborener Kinder sollten diesen Wirkstoff nur nach sorgfältigster ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko erhalten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder über zwei Monate erhalten in der Regel 65–150 mg Sulfadiazin pro Kilogramm Körpergewicht. Die maximale Dosis beträgt 1,5 g pro Tag. Der behandelnde Arzt wird die Dosis bei jedem Kind individuell festlegen.

Welche Nebenwirkungen kann Sulfadiazin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Sulfadiazin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, allergische Reaktionen, Arzneimittelfieber, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen.

Seltene Nebenwirkungen:
Leberstörungen, Blutarmut in Verbindung mit Durchfall als Ausdruck eines Folsäuremangels.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Blutbildveränderungen, punktförmige Haut- und Schleimhautblutungen, Blutarmut, schwere Leberschäden, Nierenentzündungen, Unterzuckerung, Sauerstoffmangel, Ausscheidung von Kristallen im Harn, vorübergehende Kurzsichtigkeit, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch epidermale Nekrolyse).

Besonderheiten:
Das Risiko für das Auftreten schwerer Hautreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom und der toxisch epidermalen Nekrolyse ist in den ersten Behandlungswochen am höchsten. Treten zunehmender Hautausschlag, oft mit Blasenbildung oder begleitenden Schleimhautwunden auf, muss die Therapie mit Sulfadiazin beendet werden. Der Patient darf in der Folge nie wieder mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Beim Auftreten grippeähnlicher Beschwerden, Halsentzündungen oder Fieber ist sofort der Arzt aufzusuchen. Es müssen dringend Laboruntersuchungen durchgeführt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Sulfadiazin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Eine Verstärkung der Wirkung von blutgerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulantien), Blutzuckersenkern (Sulfonylharnstoffe), den Harnsäuresenkern Probenecid und Sulfinpyrazon sowie den Schmerzmitteln Indometacin und Phenylbutazon wurde durch eine gleichzeitige Sulfadiazingabe beobachtet. Das gleiche gilt auch für schmerzstillende Salicylate (Acetylsalicylsäure). Eine individuelle Dosisanpassung durch den behandelnden Arzt ist erforderlich.

Weiterhin wird die Aufnahme von Sulfadiazin durch Magensäureschutzmittel (Antazida) reduziert. Außerdem wird Sulfadiazin durch Paraldehyd (ein Schlafmittel) beschleunigt abgebaut. Der Behandlungserfolg muss in diesen Fällen regelmäßig kontrolliert werden.

Zusammen mit Methenamin (Mittel gegen übermäßige Schweißabsonderung) besteht die Gefahr einer Kristallausscheidung im Harn. Mandelsäure führt zu einer Ansäuerung des Urins, damit erhöht sich die Gefahr der Urin-Auskristallisation noch. Bei diesen Patienten sind häufige Urinkontrolluntersuchungen notwendig.

Eine abgeschwächte Wirkung von Sulfadiazin wird durch die örtlichen Betäubungsmittel Procain, Tetracain und Benzocain hervorgerufen. Eine Dosisanpassung durch den Arzt kann erforderlich werden.

Laborexperimentell ergaben sich weitere nicht näher beschriebene Wechselwirkungen zwischen Sulfadiazin und:
  • verschiedenen Antibiotika (wie Gentamycin, Lincomycin, Kanamycin, Vancomycin, Tetracyclinen, Streptomycin, Methicillin, Chloramphenicol)
  • dem Beruhigungsmittel Chlorpromazin
  • den blutdrucksenkenden Wirkstoffen Hydralazin und Methyldopa
  • dem Blutzuckersenker Insulin
  • dem Schlafmittel Promethazin
  • dem körpereigenen Botenstoff Noradrenalin.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Starke Sonnen- und UV-Strahlen sind zu vermeiden.
  • Bei grippeähnlichen Beschwerden muss ein Arzt aufgesucht werden.
  • Es besteht eine erhöhte Lichtempfindlichkeit.
  • Blutbildkontrollen werden während der Behandlung wöchentlich empfohlen.
  • Regelmäßige Urinkontrollen sind während der Therapie erforderlich.
  • Treten zunehmende Hautausschläge, auch mit Blasenbildung auf, ist die Behandlung sofort zubeenden und darf nie wieder begonnen werden.
  • Es kann eine vorübergehende Kurzsichtigkeit entstehen.
  • Die Maschinenbedienung kann beeinträchtigt sein.
  • Eine Beeinträchtigung der aktiven Verkehrsteilnahme ist möglich.
  • Das Sehvermögen kann beeinträchtigt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

So wirkt Sulfadiazin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Sulfadiazin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Sulfonamide und Trimethoprim, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Sulfadiazin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Sulfadiazin

Der Wirkstoff Sulfadiazin wird bei der Infektionskrankheit Toxoplasmose eingesetzt. Diese Erkrankung wird durch den Parasiten Toxoplasma gondii übertragen. Die Toxoplasmose ist für den Menschen eigentlich ungefährlich. Sie wird öfter durch Katzen übertragen. Häufig verläuft diese Erkrankung sogar unbemerkt ohne auffällige Krankheitszeichen.

Gefährlich wird diese Erkrankung in der Schwangerschaft. In dieser Zeit besteht die Gefahr der Fehlbildung des ungeborenen Kindes.

HIV-infizierte Personen sind ebenfalls als Sondergruppe zu betrachten. Bei diesen Patienten verläuft die Toxoplasmose aufgrund des geschwächten Immunsystems als schwere Erkrankung. Eine Behandlung ist in den meisten Fällen erforderlich.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Sulfadiazin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Sulfadiazin

    Sulfadiazin ist ein Chemotherapeutikum aus der Gruppe der mittellang wirkenden Sulfonamide. Der Wirkungsmechanismus aller Sulfonamide ist identisch. Sie wirken hemmend auf das Wachstum von Bakterien (bakteriostatische Wirkung) und wirken so einer Toxoplasmose entgegen.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.