Schweinegrippe-Antigen

Allgemeines

Der Wirkstoff dient bei einer von den Behörden offiziell als drohend eingestuften Grippewelle (Pandemie) der Vorbeugung von Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Schweinegrippe-Antigen im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Schweinegrippe-Antigen nicht verwendet werden?

Da das Schweinegrippe-Antigen auf Hühnereiern gezüchtet wird, darf es nicht gespritzt werden, wenn der Patient auf Hühnerprodukte allergisch reagiert. Auch verbietet sich die Gabe in den Blutkreislauf (etwa in eine Vene).

Nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und mit besonderer ärztlicher Vorsicht darf der Wirkstoff verwendet werden bei
  • anderen als allergisch bedingten Reaktionen auf den Impfstoff oder Hühnerprodukte
  • einer schweren, mit Fieber einhergehenden Erkrankung oder einer akuten Infektion
  • Personen mit Blutplättchenmangel oder einer anderen Blutgerinnungsstörung, weil bei diesen die Gabe in den Muskel Blutungen auslösen kann und die Wirksamkeit bei Gabe unter die Haut (subkutan) nicht erprobt wurde
  • der Verabreichung von anderen Grippe-Impfstoffen vorher oder nachher
  • einer körperlich bedingten oder durch Medikamente unterdrückten Reaktion des Abwehrsystems des Patienten, weil die Immunisierung dann möglicherweise nicht ausreichend ist.
Bei der Immunisierung sollten immer nur Schweinegrippe-Impfstoffe des gleichen Herstellers verwendet werden, da die Austauschbarkeit nicht belegt ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung des Schweinegrippe-Antigens in der Schwangerschaft und der Stillzeit kann, wenn die Ärzte eine Impfung für notwendig erachten, in Betracht gezogen werden. Allerdings sind dabei die offiziellen Empfehlungen der Behörden zu berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren sollten den Impfstoff nur noch erhalten, wenn kein anderer, saisonal gültiger dreiwertiger (trivalenter) Grippeimpfstoff zur Verfügung steht.

Welche Nebenwirkungen kann Schweinegrippe-Antigen haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Schweinegrippe-Antigen. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle (Verhärtung, Schwellung, Schmerzen, Rötung), Fieber, Mattigkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Lymphknotenschwellung, Hautblutungen (an der Injektionsstelle), Schweißabsonderungsverstärkung, Schüttelfrost, Grippe-ähnliche Erkrankung, Reaktionen an der Injektionsstelle (Wärme, Juckreiz).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schlaflosigkeit, nervliche Missempfindungen, Benommenheit, Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen) Juckreiz, Hautausschlag, Unwohlsein.

Besonderheiten:
Bei Kindern im Alter zwischen drei undneun Jahren ist die halbe Impfdosis besser verträglich als die volle Dosis. Das gilt umso mehr, je jünger die Kinder sind.

Da es sich um einen neuartigen Wirkstoff handelt, sollten die damit geimpften Patienten alle auftretenden Nebenwirkungen sofort ihrem Arzt oder einem Apotheker melden.

Schwerwiegende allergische Reaktionen wie beispielsweise Schock traten bisher sehr selten auf (geschätzt 1 bis 10 Fälle pro 1 Million Impfdosen).

Welche Wechselwirkungen zeigt Schweinegrippe-Antigen?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher gibt es keine Erkenntnisse zu Wechselwirkungen von Schweinegrippe-Antigen mit anderen Impfstoffen. Falls jedoch der Arzt die gleichzeitige Gabe eines anderen Impfstoffes in Erwägung zieht, sollte er die Impfstoffe an verschiedenen Körperstellen einspritzen. Allgemein können sich die Nebenwirkungen bei solcher Kombination verstärken.

Bei Personen, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems erhalten (beispielsweise bei der Behandlung schweren Rheumas oder nach Organverpflanzungen), ist die Immunreaktion auf die Impfung möglicherweise mangelhaft.

Die Impfung gegen Schweinegrippe führt möglicherweise bei dem Nachweis von Antikörpern gegen das AIDS-Virus (HIV-1), gegen das Hepatitis-C-Virus (Erreger der Leberentzündung) und insbesondere gegen HTLV-1 (Erreger von Blutkrebs) aus dem Blut zu falsch-positiven Ergebnissen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Nebenwirkungen, die nach der Impfung auftreten, sollten sofort einem Arzt oder Apotheker gemeldet werden.
  • Das Medikament ist nur in Ausnahmesituationen an Kinder und Jugendlich unter 20 Jahren zu verimpfen.
  • Der Nachweis bestimmter Krankheits-Antikörper aus dem Blut kann durch das Medikament falsch-positiv ausfallen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Schweinegrippe-Antigen?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Schweinegrippe-Antigen enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Injektions­suspension

So wirkt Schweinegrippe-Antigen

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Schweinegrippe-Antigen. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Schweinegrippe-Antigen gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Schweinegrippe-Antigen

Der Wirkstoff dient bei einer von den Behörden offiziell als drohend eingestuften Grippewelle (Pandemie) der Vorbeugung von Ansteckung mit dem Schweinegrippe-Virus.

Wegen einzelnen Fällen von Schlafsucht (Narkolepsie) bei unter 20jährigen Personen darf der impfstoff solchen nur noch verabreicht werden, wenn kein aktuell zusammengestellter dreiwertiger (trivalenter) Grippeimpfstoff zur Verfügung steht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Schweinegrippe-Antigen sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Schweinegrippe-Antigen

Das Schweinegrippe-Antigen wird aus einem besonders aggressiven Stamm von Grippe-Viren (H1N1) gewonnen. Als sogenannter aktiver Impfstoff enthält das Antigen Bruchstücke des Virus, die nicht mehr ansteckend wirken. Auf den Organismus wirken diese Bruchstücke nach der Einspritzung als Fremdsubstanzen, die das körpereigene Abwehrsystem zur Bildung von Antikörpern anregen.

Das Schweinegrippe-Antigen stellt eine Sonderform der sonst allgemein gebräuchlichen Grippe-Impfstoffe dar. Es ist daher als neuartiges Antigen zu betrachten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.