Ranibizumab

Allgemeines

Der Wirkstoff wird zur Bekämpfung der sogenannten feuchten Makuladegeneration eingesetzt. Eine Makuladegeneration ist der allmähliche Funktionsverlust von Netzhautzellen im Auge. Bezeichnenderweise ist davon vor allem eine sehr wichtige Netzhautregion betroffen, die "Punkt des schärfsten Sehens" oder auch "Gelber Fleck" (Makula lutea) genannt wird. Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich unter der Netzhaut flächige Blutgefäße aus, welche zu Blutungen neigen. Ursache einer Makuladegeneration können extreme Kurzsichtigkeit sein, aber auch Schäden durch Krankheiten (Erbkrankheiten, Entzündungen) oder Vergiftungen (beispielsweise durch das Malaria-Mittel Chloroquin). Die große Mehrheit der Erkrankungen ist aber altersbedingt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutgefäßbildung unterdrücken
  • Blutgefäßwände stabilisieren
  • Sehfähigkeit erhalten
  • Wasseransammlungen unter der Netzhaut verringern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ranibizumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ranibizumab nicht verwendet werden?

Ranibizumab darf nicht eingesetzt werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei Patienten mit einer Infektion am oder in den Augen oder in der Augengegend.

Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sollte unterbleiben, wenn andere Antikörper gegen gefäßbildende Faktoren (anti-VEGF-Agenzien) verabreicht werden, sei es am Auge oder an anderen Körperstellen.

Die Ranibizumab-Behandlung sollte unterbrochen und nicht früher als zum nächsten vorgesehenen Termin fortgesetzt werden, wenn
  • eine Verminderung der bestmöglich korrigierten Sehschärfe von über 30 Buchstaben im Vergleich zur zuletzt gemessenen Sehstärke auftritt
  • der Augendruck über 30 mmHg steigt
  • die Netzhaut einreißt
  • es unter der Netzhaut am Punkt des schärfsten Sehens zu einer Blutung kommt
  • innerhalb der vergangenen oder kommenden 28 Tage eine Operation des Augapfels durchgeführt wurde oder geplant ist
  • es zu einer Ablösung oder Löchern in der Netzhaut kommt (hier muss die Behandlung sofort abgebrochen werden).
Nur mit besonderer Vorsicht des Arztes und nach seiner Nutzen-Risiko-Abwägung darf Ranibizumab eingesetzt werden bei Patienten, die zuvor bereits andere Injektionen in den Augapfel erhalten haben oder bei gleichzeitiger Gabe in beide Augen. Bei einer solchen Behandlung kann es durch die höhere Belastung des Körpers mit dem Wirkstoff zu vermehrten Nebenwirkungen kommen.

Hinweise:
Ranibizumab darf ausschließlich in Form einer Injektion in den Augapfel eingebracht werden, was allerdings erhebliche Verletzungs- und Entzündungsrisiken mit sich bringt. Daher darf eine solche Behandlung nur unter sterilen Bedingungen erfolgen. Des Weiteren sollte der Patient im Anschluss an die Injektion eine Woche lang vom Arzt überwacht werden. Nur so ist im Falle einer Infektion eine frühzeitige Behandlung möglich. Etwaige Entzündungszeichen müssen die Patienten sofort dem Arzt melden.

Innerhalb der ersten 60 Minuten nach der Injektion kann es zu einer Zunahme des Augendruckes kommen, daher muss der Arzt diesen wie auch die Funktion des Sehnervs kontrollieren und bei Bedarf behandeln.

Wie bei allen Eiweißstoffen, die zur Behandlung eingesetzt werden, ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Wenn Sie daher Zeichen einer zunehmenden Entzündung des Augapfels bemerken, ist sofort ein Arzt zu verständigen. Es kann sich nämlich um die Entstehung einer Antikörperreaktion im Auge handeln.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ranibizumab darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, der vom Arzt erwartete Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko für das Ungeborene. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung eine wirksame und sichere Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Ranibizumab in die Muttermilch übergeht. Es wird daher empfohlen, während der Anwendung nicht zu stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da das Krankheitsbild feuchte Makuladegeneration zumeist altersbedingt ist und Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit fehlen, ist der Einsatz des Wirkstoffs bei Kindern und Jugendlichen nicht erlaubt.

Welche Nebenwirkungen kann Ranibizumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ranibizumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Augeninnendruck-Erhöhung, Kopfschmerzen, Glaskörperentzündung, Glaskörperabhebung, Netzhaut-Einblutung, Sehfähigkeitsverminderung, Augenschmerzen, "Mückensehen", Bindehautblutung, Augenreizung, Fremdkörpergefühl im Auge, Tränenfluss-Verstärkung, Augenlidentzündung, trockenes Auge, Augenrötung, Augenjucken, Gelenkschmerzen, Nasen-Rachen-Entzündung.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Netzhautabbau, Funktionsstörungen der Netzhaut, Netzhautablösung, Netzhauteinriss, Abhebung der obersten Netzhautschicht, Einriss der obersten Netzhautschicht, Sichtverschlechterung, Glaskörperblutung, Glaskörperfunktionsstörung, Augapfelentzündung, Regenbogenhautentzündung, Entzündung von Regenbogenhaut und deren äußerstem Rand, grauer Star, Trübung der hinteren Linsenkapsel, punktförmige Hornhautentzündung, Hornhautabbau, Reizzustand der Augenvorderkammer, Verschwommensehen, Blutungen an der Injektionsstelle, Einblutungen ins Auge, Bindehautentzündung (auch allergisch), Augentränen, Lichtfunkensehen, Lichtscheu, Augenbeschwerden, Augenlidschwellung, Augenlidschmerzen, Bindehautrötung, Husten, Übelkeit, allergische Reaktion (Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Rötung), Überempfindlichkeit, Angstzustände.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Erblindung, Glaskörperentzündung, Eiteransammlung in der Vorderkammer des Auges, Augenvorderkammerblutung, Hornhautschäden, Regenbogenhautverklebung, Ablagerungen auf der Hornhaut, Hornhautschwellung, Hornhautstreifen, Schmerzen an der Injektionsstelle, Reizungen an der Injektionsstelle, abnormales Gefühl im Auge, Augenlidreizungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ranibizumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Zu Wechselwirkungen wurden keine Studien mit dem Wirkstoff Ranibizumab erstellt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von spezialisierten Augenärzten mit Erfahrung in Injektionen in den Augapfel angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ranibizumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ranibizumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Ranibizumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ranibizumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Ranibizumab gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Ranibizumab

Der Wirkstoff wird zur Bekämpfung der sogenannten feuchten Makuladegeneration eingesetzt. Eine Makuladegeneration ist der allmähliche Funktionsverlust von Netzhautzellen im Auge. Bezeichnenderweise ist davon vor allem eine sehr wichtige Netzhautregion betroffen, die "Punkt des schärfsten Sehens" oder auch "Gelber Fleck" (Makula lutea) genannt wird. Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich unter der Netzhaut flächige Blutgefäße aus, welche zu Blutungen neigen. Ursache einer Makuladegeneration können extreme Kurzsichtigkeit sein, aber auch Schäden durch Krankheiten (Erbkrankheiten, Entzündungen) oder Vergiftungen (beispielsweise durch das Malaria-Mittel Chloroquin). Die große Mehrheit der Erkrankungen ist aber altersbedingt.

Auch zur Behandlung von Wasseransammlungen unter der Netzhaut (Makulaödem), wie sie im Laufe einer Zuckerkrankheit entstehen kann, ist Ranibizumab inzwischen zugelassen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ranibizumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Ranibizumab

    Bei der feuchten Makuladegeneration kommt es am Punkt des schärfsten Sehens, der Makula lutea, zu einer überschießenden Bildung von Blutgefäßen, die aber sehr brüchig sind. Durch die Blutgefäße und die auftretenden Blutungen wird die Sehfähigkeit fortschreitend behindert.

    Ranibizumab ist ein Teilstück eines aus der Maus stammenden, mit menschlichen Antikörper-Teilen kombinierten monoklonalen Antikörpers. Ranibizumab bindet sich sehr gezielt an den menschlichen Wachstumsfaktor für Blutgefäße (humaner vaskulärer endothelialer Wachstumsfaktor A, VEGF-A). Durch die Bindung wird VEGF-A daran gehindert, die Neubildung von Blutgefäßen und die Durchlässigkeit der Gefäßwände zu fördern. In der Folge wird in der Netzhaut die Gefäß-Neubildung unterdrückt und es kommt dort nicht mehr zu Blutungen, wie sie für die feuchte Makuladegeneration typisch sind.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.