Lucentis 10mg/ml Injektionslösung

Hersteller: Novartis Pharma GmbH
Wirkstoff: Ranibizumab
Darreichnungsform: Injektionslösung
Rezeptpflichtig

Wirkung

Lucentis 10mg/ml Injektionslösung enthält den Wirkstoff Ranibizumab. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Lucentis 10mg/ml Injektionslösung.

Der Wirkstoff wird zur Bekämpfung der sogenannten feuchten Makuladegeneration eingesetzt. Eine Makuladegeneration ist der allmähliche Funktionsverlust von Netzhautzellen im Auge. Bezeichnenderweise ist davon vor allem eine sehr wichtige Netzhautregion betroffen, die "Punkt des schärfsten Sehens" oder auch "Gelber Fleck" (Makula lutea) genannt wird. Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich unter der Netzhaut flächige Blutgefäße aus, welche zu Blutungen neigen. Ursache einer Makuladegeneration können extreme Kurzsichtigkeit sein, aber auch Schäden durch Krankheiten (Erbkrankheiten, Entzündungen) oder Vergiftungen (beispielsweise durch das Malaria-Mittel Chloroquin). Die große Mehrheit der Erkrankungen ist aber altersbedingt.

Auch zur Behandlung von Wasseransammlungen unter der Netzhaut (Makulaödem), wie sie im Laufe einer Zuckerkrankheit entstehen kann, ist Ranibizumab inzwischen zugelassen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ranibizumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Ranibizumab gehört.

    Dosierung

    Das Medikament darf nur von spezialisierten Augenärzten mit Erfahrung in Injektionen in den Augapfel angewendet werden.

    Vor dem Beginn der Behandlung muss der Patient darin geschult werden, sich selbstständig antibiotische Augentropfen zu verabreichen (viermal täglich, jeweils drei Tage vor und nach jeder Injektion).

    Vor der Anwendung muss der Arzt gründlich untersuchen, ob es auf den Wirkstoff zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen kann.

    Die empfohlene Dosis des Medikaments ist 0,5 Milligramm Ranibizumab (0,05 Milliliter Injektionslösung). In den ersten drei Monaten sollte das Medikament monatlich gespritzt werden. In der nachfolgenden Zeit muss der Arzt die Sehkraft des Patienten monatlich kontrollieren. Falls der Patient einen Sehverlust von mehr als fünf Buchstaben aufweist, sollte das Medikament wieder verabreicht werden. Zwischen zwei aufeinander folgenden Injektionen hat aber mindestens ein Monat zu liegen. Die Injektionen sind an unterschiedlichen Stellen des Auges auszuführen.

    Die Injektion muss unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden. Dazu hat sich der Arzt die Hände zu desinfizieren, sterile Operationshandschuhe anzulegen, ein steriles Abdecktuch sowie eine steriles Lidsperre müssen vorhanden sein. Auch sollte bei Bedarf ein steriles Operationsbesteck für das Auge bereitliegen.

    Sonstige Bestandteile

    Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

    • α,α-Trehalose-Dihydrat
    • Histidin
    • Histidinhydrochlorid-Monohydrat
    • Polysorbat 20
    • Wasser für Injektionszwecke

    Nebenwirkungen

    Sehr häufige Nebenwirkungen:
    Augeninnendruck-Erhöhung, Kopfschmerzen, Glaskörperentzündung, Glaskörperabhebung, Netzhaut-Einblutung, Sehfähigkeitsverminderung, Augenschmerzen, "Mückensehen", Bindehautblutung, Augenreizung, Fremdkörpergefühl im Auge, Tränenfluss-Verstärkung, Augenlidentzündung, trockenes Auge, Augenrötung, Augenjucken, Gelenkschmerzen, Nasen-Rachen-Entzündung.

    Häufige Nebenwirkungen:
    Blutarmut, Netzhautabbau, Funktionsstörungen der Netzhaut, Netzhautablösung, Netzhauteinriss, Abhebung der obersten Netzhautschicht, Einriss der obersten Netzhautschicht, Sichtverschlechterung, Glaskörperblutung, Glaskörperfunktionsstörung, Augapfelentzündung, Regenbogenhautentzündung, Entzündung von Regenbogenhaut und deren äußerstem Rand, grauer Star, Trübung der hinteren Linsenkapsel, punktförmige Hornhautentzündung, Hornhautabbau, Reizzustand der Augenvorderkammer, Verschwommensehen, Blutungen an der Injektionsstelle, Einblutungen ins Auge, Bindehautentzündung (auch allergisch), Augentränen, Lichtfunkensehen, Lichtscheu, Augenbeschwerden, Augenlidschwellung, Augenlidschmerzen, Bindehautrötung, Husten, Übelkeit, allergische Reaktion (Hautausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, Rötung), Überempfindlichkeit, Angstzustände.

    Gelegentliche Nebenwirkungen:
    Erblindung, Glaskörperentzündung, Eiteransammlung in der Vorderkammer des Auges, Augenvorderkammerblutung, Hornhautschäden, Regenbogenhautverklebung, Ablagerungen auf der Hornhaut, Hornhautschwellung, Hornhautstreifen, Schmerzen an der Injektionsstelle, Reizungen an der Injektionsstelle, abnormales Gefühl im Auge, Augenlidreizungen.

    Wechselwirkungen

    Zu Wechselwirkungen wurden keine Studien mit dem Wirkstoff Ranibizumab erstellt.

    Gegenanzeigen

    Ranibizumab darf nicht eingesetzt werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei Patienten mit einer Infektion am oder in den Augen oder in der Augengegend.

    Eine Behandlung mit dem Wirkstoff sollte unterbleiben, wenn andere Antikörper gegen gefäßbildende Faktoren (anti-VEGF-Agenzien) verabreicht werden, sei es am Auge oder an anderen Körperstellen.

    Die Ranibizumab-Behandlung sollte unterbrochen und nicht früher als zum nächsten vorgesehenen Termin fortgesetzt werden, wenn
    • eine Verminderung der bestmöglich korrigierten Sehschärfe von über 30 Buchstaben im Vergleich zur zuletzt gemessenen Sehstärke auftritt
    • der Augendruck über 30 mmHg steigt
    • die Netzhaut einreißt
    • es unter der Netzhaut am Punkt des schärfsten Sehens zu einer Blutung kommt
    • innerhalb der vergangenen oder kommenden 28 Tage eine Operation des Augapfels durchgeführt wurde oder geplant ist
    • es zu einer Ablösung oder Löchern in der Netzhaut kommt (hier muss die Behandlung sofort abgebrochen werden).
    Nur mit besonderer Vorsicht des Arztes und nach seiner Nutzen-Risiko-Abwägung darf Ranibizumab eingesetzt werden bei Patienten, die zuvor bereits andere Injektionen in den Augapfel erhalten haben oder bei gleichzeitiger Gabe in beide Augen. Bei einer solchen Behandlung kann es durch die höhere Belastung des Körpers mit dem Wirkstoff zu vermehrten Nebenwirkungen kommen.

    Hinweise:
    Ranibizumab darf ausschließlich in Form einer Injektion in den Augapfel eingebracht werden, was allerdings erhebliche Verletzungs- und Entzündungsrisiken mit sich bringt. Daher darf eine solche Behandlung nur unter sterilen Bedingungen erfolgen. Des Weiteren sollte der Patient im Anschluss an die Injektion eine Woche lang vom Arzt überwacht werden. Nur so ist im Falle einer Infektion eine frühzeitige Behandlung möglich. Etwaige Entzündungszeichen müssen die Patienten sofort dem Arzt melden.

    Innerhalb der ersten 60 Minuten nach der Injektion kann es zu einer Zunahme des Augendruckes kommen, daher muss der Arzt diesen wie auch die Funktion des Sehnervs kontrollieren und bei Bedarf behandeln.

    Wie bei allen Eiweißstoffen, die zur Behandlung eingesetzt werden, ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen. Wenn Sie daher Zeichen einer zunehmenden Entzündung des Augapfels bemerken, ist sofort ein Arzt zu verständigen. Es kann sich nämlich um die Entstehung einer Antikörperreaktion im Auge handeln.

    Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

    Ranibizumab darf während der Schwangerschaft nicht verabreicht werden, es sei denn, der vom Arzt erwartete Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko für das Ungeborene. Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung eine wirksame und sichere Verhütungsmethode anwenden.

    Es ist nicht bekannt, ob Ranibizumab in die Muttermilch übergeht. Es wird daher empfohlen, während der Anwendung nicht zu stillen.

    Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

    Da das Krankheitsbild feuchte Makuladegeneration zumeist altersbedingt ist und Studien zur Unbedenklichkeit und Wirksamkeit fehlen, ist der Einsatz des Wirkstoffs bei Kindern und Jugendlichen nicht erlaubt.

    Warnhinweise

    • Das Medikament darf nur von spezialisierten Augenärzten mit Erfahrung in Injektionen in den Augapfel angewendet werden.
    • Das Medikament darf nicht mit anderen gemischt werden.
    • Das Medikament ist bei zwei bis acht Grad im Kühlschrank zu lagern und darf nicht eingefroren werden.
    • Die Durchstechflasche ist im Umkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

    Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

    Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

    Packungsgrößen

    Packungsgröße und Darreichungsform
    Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Ampulle Injektionslösung)
    1 Ampulle Injektionslösung
    2,3 Milligramm Ranibizumab
    1 Ampulle Injektionslösung
    2,3 Milligramm Ranibizumab

    Vergleichbare Medikamente

    Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Lucentis 10mg/ml Injektionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ranibizumab (ggf. auch Generika).

    Medikament
    Darreichungsform

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.