Paracetamol + Codein

Allgemeines

Die Kombination wird bei mäßigen Schmerzen eingesetzt, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Regelschmerzen, aber auch bei starken Schmerzen, etwa bei Angina Pectoris oder nach einem Herzinfarkt.

Welchem Zweck dient diese Wirkstoffkombination?

  • Schmerzen lindern.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Paracetamol + Codein im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Paracetamol + Codein nicht verwendet werden?

Diese Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Paracetamol und/oder Codein
  • schwerem Leberschaden (Child Pugh über 9)
  • schweren Atemfunktionsstörungen
  • Lungenentzündung
  • akutem Asthma-Anfall
  • Patienten, die aufgrund ihrer erblichen Veranlagung ein besonders aktives CYP2D6-Enzym-System haben. Diese verwandeln Codein in ihrem Körper besonders schnell in Morphin um und können so eine Vergiftung erleiden.
Nur nach strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination angewendet werden bei
  • Abhängigkeit von opioiden Schmerzmitteln
  • Bewusstseinsstörungen
  • Zuständen mit erhöhtem Hirndruck
  • chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung (COPD).
Eine Dosisverminderung oder eine Verlängerung der Einnahmeabstände sind erforderlich bei Leberfunktionsstörungen (zum Beispiel durch chronischen Alkoholmissbrauch oder Leberentzündung), bei Nierenfunktionsstörungen und Blutwäsche-Patienten sowie bei der Gilbert-Meulengracht-Krankheit.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Sicherheit der Anwendung der Kombination Paracetamol + Codein in der Schwangerschaft ist für den Menschen nicht belegt. Es liegen auch keine Daten aus Tierversuchen dazu vor.

Paracetamol und Codein können nachgewiesenermaßen den Mutterkuchen durchdringen. Aus Untersuchungen an zahlreichen Mutter-Kind-Paaren haben sich aber keine Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen der Anwendung von Paracetamol während der ersten drei bis vier Monate der Schwangerschaft und dem Auftreten von Fehlbildungen ergeben.

Hingegen wurde eine deutliche Verbindung zwischen Missbildungen der Atemwege und der Anwendung von Codein in den ersten vier Monaten der Schwangerschaft festgestellt.

Bei längerer Anwendung von Codein im letzten Schwangerschafts-Drittel können beim Neugeborenen Entzugssymptome auftreten. Nimmt die Mutter Codein, kann es während der Geburt zu Atemaussetzern beim Neugeborenen kommen. Deswegen darf die Kombination bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt nicht eingenommen werden.

Die Kombination von Paracetamol und Codein sollte daher nur nach strenger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses durch einen Arzt während der Schwangerschaft angewendet werden.

Paracetamol geht in die Muttermilch über. Es sind zwar bisher keine nachteiligen Folgen für den Säugling bekanntgeworden, doch sollte man die Kombination nur wenn unbedingt nötig während der Stillzeit einsetzen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Codein ist nicht bei Kindern zu verwenden, die jünger sind als zwölf Jahre. Sie wandeln den Wirkstoff besonders schnell im Körper zu Morphin um und können dadurch Atemprobleme bekommen.

Für Kinder ab dem 12. Lebensjahr ist Codein zur Behandlung von akuten, mäßig starken Schmerzen nur geeignet, wenn anzunehmen ist, dass die Schmerzen durch nicht-steroidale Antirheumatika wie Paracetamol oder Ibuprofen (allein) nicht gelindert werden.

Weiterhin darf Codein bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre nicht eingesetzt werden, wenn sich diese einer Operation im Bereich der oberen Atemwege (Entfernung der Mandeln oder von Polypen) unterziehen müssen. Auch ohne solche Eingriffe darf Codein in der genannten Altersgruppe nur mit Vorsicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen können Paracetamol + Codein haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Paracetamol + Codein. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Müdigkeit, leichte Kopfschmerzen, Übelkeit, Verstopfung (Obstipation) und Erbrechen.

Seltene Nebenwirkungen:
Mundtrockenheit, Schlafstörungen, Juckreiz, Hautrötungen, allergische Hautausschläge, Nesselsucht, Kurzatmigkeit und Ohrensausen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen des Blutbildes im Sinne eines allergisch bedingten Mangels an Blutplättchen oder Weißen Blutkörperchen, schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, akuter allgemeiner pusteliger Hautausschlag).

Besonderheiten:
In höheren Dosen kann es zu Euphorie und Abhängigkeit, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Bewegungsunsicherheiten und Sehstörungen kommen.

Patienten mit gesteigertem Hirndruck oder Kopfverletzungen erleiden bei hohen Dosen manchmal ein Aussetzen des Atems, bei vorbestehenden Lungenfunktionsstörungen kann es zu Wasserstau in der Lunge kommen.

In Einzelfällen ist schon über Bronchialkrämpfe und Überempfindlichkeitsreaktionen wie Quincke-Ödem, Atemnot, Schweißausbruch, Übelkeit, Blutdruckabfall bis hin zum Schock berichtet worden. Ebenfalls Einzelfälle waren Blutbildveränderungen wie Agranulozytose und Panzytopenie.

Leberschäden sind möglich, wenn ein gesunder Erwachsener einmalig mehr als zehn bis zwölf Gramm oder über einen längeren Zeitraum mehr als 7,5 Gramm Paracetamol täglich einnimmt. Diese Grenzwerte sind bei Kindern geringer. Grundsätzlich sollten Schmerzmittel ohne ärztliche Verordnung nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als an zehn Tagen pro Monat eingenommen werden.

Welche Wechselwirkungen zeigen Paracetamol + Codein?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer, wie beispielsweise Tranylcypromin, kann es zu einer Verstärkung der Wirkung und zu anderen Nebenwirkungen in nicht vorhersehbarem Ausmaß kommen. Die Kombination darf daher erst zwei Wochen nach dem Ende einer Therapie mit MAO-Hemmern angewendet werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung anderer im Gehirn wirkender Arzneimittel wie Beruhigungs- und Schlafmittel, andere Schmerzmittel, Mittel gegen Allergien und Depressionen, Neuroleptika sowie Alkohol kann die müde machende und den Atem unterdrückende Wirkung verstärkt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die zu einem schnelleren Abbau von Paracetamol in der Leber führen, können auch durch sonst unschädliche Dosen von Paracetamol Leberschäden hervorgerufen werden. Zu diesen Stoffen gehören bestimmte Schlafmittel und Antiepileptika wie Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin) sowie das Antibiotikum Rifampicin. Gleiches gilt für Alkoholmissbrauch.

Bei Kombination mit Chloramphenicol kann die Ausscheidung von Chloramphenicol deutlich verlangsamt sein mit dem Risiko der erhöhten Giftigkeit.

Wechselwirkungen zwischen Paracetamol und den Blutverdünnern Warfarin sowie Cumarinen sind bezüglich ihrer klinischen Bedeutung noch nicht zu beurteilen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die zu einer Verlangsamung der Magenentleerung führen, wie Propanthelin, können Aufnahme und Wirkungseintritt von Paracetamol verzögert werden.

Andererseits können in Wechselwirkung mit Mitteln, die zu einer Beschleunigung der Magenentleerung führen, wie zum Beispiel Metoclopramid, Aufnahme und Wirkungseintritt von Paracetamol beschleunigt werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Paracetamol und dem Viren-Hemmer Zidovudin wird die Neigung zur Neutropenie verstärkt. Die Kombination soll daher nur nach ärztlichem Anraten gleichzeitig mit Zidovudin angewendet werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei den ersten Anzeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion ist das Medikament abzusetzen und sofort Kontakt mit einem Arzt aufzunehmen.
  • Bei längerem und hochdosiertem Gebrauch des Medikaments besteht die Gefahr eines Wirkungsverlustes und einer Suchtentwicklung.
  • Patienten mit einer schweren Störung der Leber- oder Nierenfunktion bedürfen einer schwächeren Dosierung des Medikaments.
  • Das Medikament darf nicht bei Kindern unter zwölf Jahren angewendet werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann so weit vermindert sein, dass Autofahren oder das Führen von Maschinen beeinträchtigt sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Paracetamol + Codein?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Paracetamol + Codein enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
Zäpfchen (Suppositorien)
Zäpfchen (Suppositorien)

So wirkt Paracetamol + Codein

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Paracetamol + Codein. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen nicht-opioide Schmerzmittel, opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Paracetamol + Codein gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Paracetamol + Codein

Die Kombination wird bei mäßigen Schmerzen eingesetzt, wie zum Beispiel Kopfschmerzen oder Regelschmerzen, aber auch bei starken Schmerzen, etwa bei Angina Pectoris oder nach einem Herzinfarkt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Paracetamol + Codein sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Paracetamol + Codein

Paracetamol gehört zu den nicht-opioiden Schmerzmitteln. Es ist eine schmerzhemmende und fiebersenkende Substanz, die jedoch nur schwach entzündungshemmend wirkt. Der Wirkungsmechanismus ist nicht eindeutig geklärt. Nachgewiesen ist, dass durch Paracetamol eine deutlich stärkere Hemmung der Produktion an Prostaglandinen (entzündungsverursachende Botenstoffe) im Gehirn als in den übrigen Körpergeweben stattfindet. Das mag sich auf die Schmerzwahrnehmung auswirken. Ferner hemmt Paracetamol den Effekt fiebererzeugender Stoffe auf das Zentrum der Temperaturregulation im Hirnstamm. Dadurch erklärt sich die fiebersenkende Wirkung.

Codein ist ein dem Morphium verwandtes Opioid aus der Gruppe der opioiden Schmerzmittel und wirkt im Gehirn schmerzlindernd. Außerdem vermag Codein den Hustenreiz zu unterdrücken. Die Wirkung ist dosisabhängig.

Einige Studien geben Hinweise darauf, dass die Schmerzhemmung durch die Kombination intensiver ist als die der Einzelstoffe, auch wenn diese in höherer Dosierung eingesetzt werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.