Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)

Allgemeines

Der Impfstoff ist wirksam gegen das menschliche Papillomvirus. Indem Infektionen mit diesem Virus vorgebeugt wird, können Folgeschäden wie Vorstufen von bösartigen Gewebsveränderungen am Gebärmutterhals und in der Scheide sowie auch der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Infektionen mit Feigwarzen-Virus verhindern
  • vor Gebärmutterhalskrebs schützen
  • Vorstufen von bösartigen Gewebsentartungen im weiblichen Schambereich vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Papillomviren-Impfstoff darf der Wirkstoff nicht noch einmal verabreicht werden. Personen, die nach der Gabe einer Dosis Beschwerden entwickeln, die auf eine Überempfindlichkeit hinweisen, sollten keine weitere Dosis erhalten.

Die Verabreichung des Impfstoffs sollte verschoben werden, wenn die zu impfende Person an einer akuten, schweren, fieberhaften Erkrankung leidet. Wegen einer leichten Infektion (zum Beispiel der oberen Atemwege) oder einer leichten Temperaturerhöhung muss die Impfung jedoch nicht ausgesetzt werden.

Wie bei allen Impfstoffen zur Einspritzung sollten die Patienten vor allem nach der ersten Dosis einige Minuten in der ärztlichen Praxis bleiben. Denn nur dort stehen für den Fall seltener schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen (Schock) nach Gabe des Impfstoffs geeignete Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die Impfung mit dem Wirkstoff schützt möglicherweise nicht alle geimpften Personen. Zudem schützt er nur vor Erkrankungen, die durch die Papillomviren-Typen 6, 11, 16 und 18 verursacht werden. Die Patienten müssen also trotz der Impfung geeignete Maßnahmen zum Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten beibehalten.

Der Impfstoff ist nicht zur Therapie von Gebärmutterhalskrebs und bösartigen Gewebsveränderungen an Gebärmutter und Scheide oder von Feigwarzen geeignet. Auch kann er nicht das Fortschreiten solcher Erkrankungen aufhalten.

Die Impfung entbindet nicht von der Notwendigkeit von Routineuntersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ("Abstrich").

Zur Anwendung des Impfstoffs bei Personen mit geschwächter körpereigener Abwehr gibt es keine Studien. Bei Personen, deren Immunfunktion erblich oder aufgrund einer Infektion mit dem HI-Virus (AIDS-Erreger) eingeschränkt ist, ist der Impfstoff möglicherweise unwirksam. Gleiches gilt, wenn Medikamente angewendet werden, die die Immunantwort des Körpers unterdrücken (sog. Immunsuppressiva).

Bei Personen mit Mangel an Blutplättchen oder mit einer anderen Störung der Blutgerinnung sollte der Arzt den Impfstoff nur mit Vorsicht anwenden. In solchen Fällen kann nämlich bei der Injektion eine Blutung im Muskel auftreten.

Es sollten zur Immunisierung von Patienten (dies entspricht drei aufeinanderfolgenden Impfungen) nur Zubereitungen von Papillomvirus-Impfstoff eines Herstellers verwendet werden. Inwieweit entsprechende Impfstoffe unterschiedlicher Hersteller austauschbar sind, ist nämlich nicht bekannt.

Hat eine Frau schon früher einmal eine Infektion mit dem Papillomvirus durchgemacht, muss der Arzt entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Tierexperimenten zeigten sich keine direkten oder indirekten schädlichen Auswirkungen auf die Schwangerschaft, die Entwicklung der Ungeborenen, die Geburt oder das nachfolgende Wachstum. Allerdings sind die Studien nicht ausreichend, um die Anwendung des Papillomvirus-Impfstoffs während der Schwangerschaft zu empfehlen. Die Impfserie sollte daher erst nach Ende derselben begonnen werden.

Da der Impfstoff nicht in die Muttermilch übergeht, kann während der Stillzeit eine Impfung erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung von Papillomvirus-Impfstoff bei Kindern unter neun Jahren wird nicht empfohlen. Es gibt nämlich keine ausreichenden Studien zur Wirkung und Unbedenklichkeit in dieser Altersgruppe.

Welche Nebenwirkungen kann Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent). Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Fieber, Impfreaktion an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerz, Schwellung).

Häufige Nebenwirkungen:
Hautreaktion an der Injektionsstelle (Bluterguss, Juckreiz).

Seltene Nebenwirkungen:
Nesselfieber (Urtikaria).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Bronchialkrämpfe.

Nebenwirkungen mit unbekannter Häufigkeit:
Gelenksentzündung, Gelenkschmerzen, Lymphknotenschwellung, Übelkeit und Erbrechen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Nervenwurzelentzündung (Guillain-Barré-Syndrom), Schwindel, Kopfschmerzen, Bewußtseinsverlust.

Welche Wechselwirkungen zeigt Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher sind keine Wechselwirkungen des Papillomvirus-Impfstoffs mit anderen Medikamenten, Blut- und Blutbestandteilen oder anderen Impfstoffen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf ausschließlich in den Muskel gespritzt werden; eine Gabe in Blutgefäße oder unter die Haut ist unbedingt zu vermeiden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Fertigspritzen

So wirkt Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent). Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)

Der Impfstoff ist wirksam gegen das menschliche Papillomvirus. Indem Infektionen mit diesem Virus vorgebeugt wird, können Folgeschäden wie Vorstufen von bösartigen Gewebsveränderungen am Gebärmutterhals und in der Scheide sowie auch der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs verhindert werden.

Geimpft werden Mädchen im Alter ab 9 Jahren; mit der Herabsetzung des Impfalters (vorher: 12 bis 17 Jahre) soll erreicht werden, dass mehr Mädchen als bisher vor einer HPV-Infektion geschützt werden, bevor sie sexuell aktiv werden. Dazu reagiert der Körper im jüngeren Alter besser auf eine Impfung gegen HPV. Zudem sind in dem jüngeren Alter nur noch zwei statt bisher drei Impftermine erforderlich. Der frühere Impftermin hat auch den Vorteil, dass es (mit der "U11") einen weiteren kinderärztlichen Vorsorgetermin im Alter von 9 bis 10 Jahren gibt, bei dem Mädchen Kontakt zum Gesundheitssystem haben (neben der "J1"-Untersuchung im Alter von 12 bis 14 Jahren).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent) sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Papillomvirus-Impfstoff (tetravalent)

Menschliche Papillomviren (human papilloma virus, HPV) erzeugen nach einer Infektion zunächst nur Feigwarzen, die im Schambereich eher als Störung denn als Krankheit empfunden werden. Allerdings können sich als Spätfolge der Infektion im befallenen Gewebe Zellveränderungen ergeben, die zu Krebsgeschwulsten entarten.

Der Impfstoff besteht aus biotechnologisch gewonnenen Kleinteilchen, die dem HP-Virus ähnlich sind. Allerdings sind sie selbst nicht ansteckend und vermögen keine Erkrankungen hervorzurufen. Von den verschiedenen, natürlich vorkommenden Spielarten von HPV dienen bisher vier zur Herstellung von Impfstoffen: Die Typen 6, 11, 16 und 18. Die HPV-Typen 16 und 18 sind schätzungsweise für etwa 70% der Gebärmutterhalskrebs-Fälle, 45 bis 70% der hochgradig bösartigen Veränderungen am Gebärmutterhals und 70% der hochgradig bösartigen Veränderungen in der Haut der Scheide verantwortlich. Die Untergruppen 6 und 11 verursachen etwa 90% der Feigwarzen im Schambereich und 10% der weniger bösartigen Veränderungen am Gebärmutterhals. Der tetravalente Impfstoff enthält Bruchstücke aller vier Virustypen.

Die Verhinderung von Infektionen mit diesen Papillomvirus-Typen schützt demnach nicht allein vor der Entstehung der störenden Feigwarzen, sondern auch vor den schlimmen, bösartigen Folgen der Infektion. Derzeit ist nicht bekannt, wie lange die Schutzwirkung anhält. Nach der Gabe der erforderlichen drei Dosen des Impfstoffs wurde eine Wirksamkeit über einen Zeitraum von 4,5 Jahren nachgewiesen. Folgestudien über einen darüber hinausgehenden Beobachtungszeitraum werden zur Zeit durchgeführt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.