Natriumfluorid

Allgemeines

Fluoride wie Natriumfluorid werden zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen (Kariesprophylaxe) und zur Therapie oder Vorbeugung der Osteoporose eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Karies vorbeugen
  • Zahnschmelz härten
  • Knochenneubildung stimulieren
  • Osteoporose behandeln und vorbeugen.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Natriumfluorid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Natriumfluorid nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Fluorid sowie schweren Lebererkrankungen und Nierenfunktionsstörungen, einem erhöhten Kalziumspiegel im Urin und bei eingeschränkter Beweglichkeit (zum Beispiel bei Gipsverband) dürfen Fluoride nicht angewendet werden.

Hohe Dosen (ab 25 Milligramm pro Tag) sollten Kindern im Wachstumsalter sowie Frauen im gebärfähigen Alter nicht verabreicht werden.

Die Kariesprophylaxe mit Natriumfluorid darf bei Kindern unter 3000 Gramm Körpergewicht nicht erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit dürfen hohe Dosen (wie bei der Osteoporose-Dosierung, ab 25 Milligramm pro Tag) nicht angewendet werden, weil der Wirkstoff das Ungeborene schädigen könnte.

Natriumfluorid geht in die Muttermilch über und kann auch auf diesem Weg den Säugling beeinträchtigen.

Die Einnahme einer niedrig dosierten Natriumfluoridmenge während der Schwangerschaft bringt dem Gebiss des Säuglings keinen Nutzen. Zur Kariesprophylaxe sollte das Kind nach der Geburt behandelt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Verwendung von Natriumfluorid ist bei Säuglingen erst ab einem Körpergewicht von 3000 Gramm und bei normaler körperlicher Entwicklung zulässig.

Bei etwa zehn Prozent der Kinder verursacht der Wirkstoff weiße Flecken auf den Zähnen, aus denen auch bräunliche Verfärbungen entstehen können.

Welche Nebenwirkungen kann Natriumfluorid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Natriumfluorid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Osteoporosetherapie bei längerer Anwendung: Sprunggelenkschmerzen, Sprunggelenkschwellungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Osteoporosetherapie bei längerer Anwendung: Kniegelenkschmerzen, Kniegelenkschwellungen, Hüftgelenkschmerzen, Hüftgelenkschwellungen, Hautjucken, Schwindel.

Seltene Nebenwirkungen:
Osteoporosetherapie: Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Magendruck, Durchfall.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Während der Kariesprophylaxe: bei ständiger Überdosierung Zahnverfärbungen, Zahnstrukturstörungen, Knochenaufbaustörungen; bei Osteoporosetherapie: Veränderung der Leberlaborwerte, Vermehrung bestimmter Enzyme (alkalische Phosphatase).

Welche Wechselwirkungen zeigt Natriumfluorid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Gabe von Magnesium, Kalzium oder Aluminium kann es zu Störungen der Aufnahme von Natriumfluorid kommen. Auch säurebindende Mittel (Antacida) können die Aufnahme von Natriumfluorid beeinträchtigen. Diese Wirkstoffe, aber auch kalziumreiche Nahrungsmittel oder Milch müssen daher mit einem zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden eingenommen werden. Eine parallele Gabe von Vitamin-D-Abkömmlingen ist zu meiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der hochdosierten Natriumfluoridgabe (bei Osteoporose) muss eine Schwangerschaft durch geeignete Maßnahmen verhindert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Natriumfluorid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Natriumfluorid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Natriumfluorid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Natriumfluorid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Natriumfluorid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Natriumfluorid

Fluoride wie Natriumfluorid werden zur Vorbeugung von Zahnerkrankungen (Kariesprophylaxe) und zur Therapie oder Vorbeugung der Osteoporose eingesetzt.

Während der Zeit der Zahnentwicklung kann Natriumflorid in geringer Dosierung (0,25 bis 1 Milligramm täglich) bis zum zwölften Lebensjahr gegeben werden. Keine zusätzliche Natriumfluoridgabe ist in der Regel bei größeren Kindern erforderlich, die bereits Zahnpasta für Erwachsene (mit höherem Fluoridgehalt) benutzen.

Zur Behandlung und Vorbeugung der Osteoporose werden deutlich höhere Dosen von 20 bis 80 Milligramm täglich angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Natriumfluorid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Natriumfluorid

Natriumfluorid wird in den Zahnschmelz eingebaut. Das härtet den Zahn und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säuren. Diese Säuren werden von Bakterien im Mund und vor allem auf den Zahnbelägen gebildet. Zudem nimmt man an, dass Natriumfluorid den Bakterien selbst die Säurebildung erschwert.

Durch Natriumfluorid werden knochenaufbauende Zellen (Osteoblasten) zu vermehrter Tätigkeit angeregt. So kann bei Osteoporose die Knochenmasse um bis zu 40 Prozent gesteigert werden. Natriumfluorid wird außerdem in die Knochen eingelagert. Das macht Knochen stabiler und widerstandsfähiger.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.