Ixazomib

Allgemeines

Ixazomib dient in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason der Behandlung des multiplen Myeloms bei Erwachsenen. Das multiple Myelom entsteht durch die Entartung einer einzigen Zelle, deren Abkömmlinge sich im Knochenmark ausbreiten. Das multiple Myelom ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Aktivität des Proteasom-Enzymkomplexes hemmen
  • programmierten Zelltod (Apoptose) von Krebszellen fördern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ixazomib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ixazomib nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Ixazomib darf der Wirkstoff nicht eingesetzt werden. Gleiches gilt, wenn gegen die Verwendung der Kombinationspartner Lenalidomid und Dexamethason Bedenken bestehen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Gebärfähige Frauen und zeugungsfähige Männer müssen während und bis zu 90 Tage nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Wenn Ixazomib zusammen mit Dexamethason eingenommen wird, kann die Wirkung der "Pille" vermindert sein. Frauen, die Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung verwenden, sollten aus diesem Grund zusätzlich eine Barrieremethode (Kondom, Pessar) zur Empfängnisverhütung einsetzen.

Ixazomib wird in Kombination mit Lenalidomid verabreicht, das mit Thalidomid strukturverwandt ist, dem missbildungsfördernden Wirkstoff des Medikaments Contergan. Deshalb müssen alle Patientinnen die Vorgaben des Programms zur Schwangerschaftsverhütung für Lenalidomid einhalten. Es sei denn, es kann zuverlässig nachgewiesen werden, dass sie nicht gebärfähig sind.

Es ist nicht bekannt, ob Ixazomib oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen. Dazu liegen keine Erkenntnisse aus Tierexperimenten vor. Außerdem kann besonders aufgrund der Kombination mit Lenalidomid ein Risiko für das Neugeborene / Kind nicht ausgeschlossen werden. Auf Stillen sollte während der Behandlung mit dem Wirkstoff daher verzichtet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Ixazomib bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen. Es liegen keine Erkenntnisse aus klinischen Studien vor.

Welche Nebenwirkungen kann Ixazomib haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ixazomib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektionen der oberen Atemwege, Blutplättchenmangel, Mangel an Neutrophilen, Nervenstörungen in Armen und Beinen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung, Hautausschlag, Rückenschmerzen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Häufige Nebenwirkungen:
Gürtelrose

Besonderheiten:
Während der Behandlung mit Ixazomib wird der Arzt das Blutbild und die Leberwerte regelmäßig kontrollieren.

Kommt es zu starken Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich, können diese durch eine Dosisverminderung gelindert werden. Gleiches gilt für Nervenstörungen.

In seltenen Fällen entwickeln Patienten während der Therapie mit dem Wirkstoff eine Störung der Gehirnfunktion (posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom). Diese Störung kann sich mit epileptischen Anfällen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen und Sehstörungen äußern. Bestätigt ein MRT diese Diagnose, wird der Arzt die Behandlung mit Ixazomib abbrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ixazomib?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Ixazomib wird von einem leicht beeinflussbaren Enzym-System abgebaut. Manche Substanzen aktivieren dieses System, was zu einem schnelleren Abbau und Wirkungsverlust von Ixazomib führt. Dazu gehören die Antiepileptika Carbamezepin, Phenytoin und Phenobarbital, das Tuberkulose-Mittel Rifampicin und Johanniskraut (gegen Depressionen). Mit ihnen muss eine Kombination vermieden werden.

Wenn Ixazomib zusammen mit Dexamethason, einem Aktivator des genannten und anderer Enzym-Systeme verabreicht wird, kann dies die Wirkung der "Pille" beeinträchtigen. Frauen, die Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung anwenden, sollten daher zusätzlich Kondome oder Pessare benutzen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Gebärfähige Frauen und zeugungsfähige Männer müssen während und bis zu 90 Tage nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament wird der Arzt das Blutbild und die Leberwerte regelmäßig kontrollieren.
  • Kommt es zu starken Nebenwirkungen im Magen-Darm-Bereich, können diese durch eine Dosisverminderung gelindert werden. Gleiches gilt für Nervenstörungen.
  • Kommt es während der Therapie mit dem Medikament zu epileptischen Anfällen, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Bewusstseinsveränderungen und Sehstörungen und sind diese Anzeichen eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms, wird der Arzt die Behandlung mit dem Medikament abbrechen.
  • Die Behandlung mit dem Medikament muss von einem Arzt begonnen und überwacht werden, der erfahren in der Therapie von Knochenmarkkrebs ist.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ixazomib?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ixazomib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Ixazomib

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ixazomib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Ixazomib gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Ixazomib

Ixazomib dient in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason der Behandlung des multiplen Myeloms bei Erwachsenen. Das multiple Myelom entsteht durch die Entartung einer einzigen Zelle, deren Abkömmlinge sich im Knochenmark ausbreiten. Das multiple Myelom ist selten, gehört aber zu den häufigsten Tumoren von Knochen und Knochenmark.

Die Behandlung mit Ixazomib ist nur für Patienten gedacht, die mindestens eine vorausgegangene Therapie erhalten haben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ixazomib sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ixazomib

Ixazomib gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika.

Ixazomib wird in Form von Ixazomib-Citrat angewendet. In dieser Form ist es ein sogenanntes Prodrug, ein Vorläufermolekül. Dieses wird im Körper schnell in seine biologisch aktive Form, das Ixazomib selbst, verwandelt.

Angriffspunkt für Ixazomib in den Zellen ist das sogenannte Proteasom. Das ist ein Eiweißkomplex mit der Aufgabe, in der Zelle nicht mehr benötigte Eiweiße zu spalten und somit abzubauen. Man zählt das Proteasom daher zu den Enzymen und es hat in der Zelle als "Abbaufabrik" die Aufgabe einer Qualitätskontrolle von Eiweißen.

Ixazomib hemmt sehr gezielt vorübergehend die Aktivität des Proteasoms. Damit veranlasst der Wirkstoff bei verschiedenen Tumorzellen, dass die diese in den sogenannten programmierten Zelltod (Apoptose) gehen. Im Labortest hat sich Ixazomib auch gegen Myelomzellen von Patienten wirksam gezeigt, die nach mehreren vorherigen Therapien wie Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason wiederkehrten. Die Kombination von Ixazomib und Lenalidomid zeigte bei vielen Fällen von Myelomen eine verstärkt abtötende Wirkung.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.