Goldfliegenlarven, lebend

Allgemeines

Der Wirkstoff wird bei chronischen oder schwer heilenden Wunden angewendet, wenn eine chirurgische Behandlung nicht erwünscht ist.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Goldfliegenlarven, lebend im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Goldfliegenlarven, lebend nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Fliegenlarven
  • Wunden mit Blutungsneigung oder in der Nähe von großen Blutgefäßen, weil die Wirkung zu einem lebensgefährlichen Gefäßriss führen kann
  • Wunden, die einer chirurgischen Behandlung bedürfen
  • Wunden mit unzureichender Durchblutung
  • Patienten mit akuten, schnell fortschreitenden oder lebensbedrohlichen Infektionen
  • der Versorgung von Wunden in sterilen Körperhöhlen.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • erstmaliger Versorgung von Wunden an infizierten Knochen und Bändern: Diese müssen zunächst chirurgisch und / oder antibiotisch behandelt werden
  • Wunden mit Durchblutungsstörungen, wenn diese die Wundheilung behindern
  • Infektionen der Wunde mit den Keimen Pseudomonas aeruginosa, Proteus mirabilis oder E. coli, weil diese vorher durch antiseptische Lösungen oder Einnahme von Antiobiotika beseitigt werden müssen
  • Wunden, die unmittelbar über Organen liegen oder Zugang zu einer Körperhöhle haben.
Hinweis:
Liegen unter der zu behandelnden Wunde intakte Körperhöhlen, wichtige Nerven oder Gefäße, darf der Wirkstoff nur mit äußerster Vorsicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Obwohl der Wirkstoff nur äußerlich zum Einsatz kommt, sollte er bei Schwangeren und Stillenden nur nach strenger Nutzen-Risiko-Bewertung durch den Arzt angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Verwendung des Wirkstoffs bei Kindern machen die Hersteller keine Angaben oder Einschränkungen.

Welche Nebenwirkungen kann Goldfliegenlarven, lebend haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Goldfliegenlarven, lebend. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unangenehme Empfindungen am Anwendungsort (Kribbeln bis zu stechenden Schmerzen)

Häufige Nebenwirkungen:
Blutungen am Anwendungsort

Vereinzelte Nebenwirkungen:
Hautreaktionen, Hautrötung, Hautentzündung, Nesselsucht, vorübergehendes leichtes Fieber, unangenehmer Geruch in der Wunde

Besonderheiten:
Besonders anfänglich kann der Wundschmerz größer sein als bei sonst üblichen Behandlungsmethoden wie beispielsweise Hydrogelen.

Aufgrund der Aktivität der von den Larven abgesonderten Enzyme kann gesunde Haut Schaden nehmen. Es wird aus diesem Grund empfohlen, die an die Wunde angrenzende gesunde Haut mit einem geeigneten Schutz abzudecken, zum Beispiel mit Barrierecreme oder Verbandmaterial.

Eine zu große Menge des Wirkstoffs im Zusammenhang mit einem nicht elastischen oder zu fest angelegten Verband kann durch ihr Wachstum den Druck auf die Wunde erhöhen und Schmerzen verursachen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Goldfliegenlarven, lebend?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Eine gleichzeitige Behandlung der Wunde mit Zytostatika, Desinfektionsmitteln, Mitteln zur örtlichen Betäubung und wässrigen Gelen (Hydrogelen) kann das Wachstum und die Aktivität der Larven bremsen. Damit wir aber auch das Ergebnis der Behandlung schlechter. Eine gleichzeitige Anwendung der oben genannten Substanzen muss daher vermieden werden.

Auch Bestrahlung oder eine verringerte Sauerstoffzufuhr, beispielsweise verursacht durch einen zu festen oder nicht geeigneten Verband, kann zu einer Verminderung des Behandlungserfolgs führen.

Gelegentlich werden bei der Behandlung mit dem Wirkstoff leichte Blutbeimengungen zu den Wundabsonderungen beobachtet. Patienten mit verstärkter Blutungsneigung (auch durch Medikamente bedingt) haben möglichweise ein erhöhtes Risiko für starke Blutungen. Eine Larventherapie sollte bei diesen Patienten nicht durchgeführt werden.

Große Mengen an Wundsekret können die Wirksamkeit der Larven vermindern und ihr Wachstum verlangsamen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von medizinischem Fachpersonal mit Erfahrung in der Therapie mit Fliegenlarven angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Goldfliegenlarven, lebend?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Goldfliegenlarven, lebend enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Goldfliegenlarven, lebend

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Goldfliegenlarven, lebend. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Goldfliegenlarven, lebend gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Goldfliegenlarven, lebend

Der Wirkstoff wird bei chronischen oder schwer heilenden Wunden angewendet, wenn eine chirurgische Behandlung nicht erwünscht ist.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Goldfliegenlarven, lebend sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Goldfliegenlarven, lebend

Die Entfernung von abgestorbenem Gewebe ist ein entscheidender Schritt zur Wundheilung. Ohne diese Reinigung (fachlich: Debridement) kann eine Wundheilung nicht einsetzen.

Die Fliegenlarven produzieren eine Mischung aus eiweißspaltenden Enzymen, die mit ihrem Speichel in die Wunde abgegeben werden. Durch diese Enzyme werden totes Gewebe und Krusten verflüssigt. Das vorverdaute Material, einschliesslich der darauf siedelnden Bakterien, wird anschliessend von den Larven als Nahrung aufgenommen. Die Bewegungen der Larven unterstützen die Aktivität der abgegebenen Enzyme, indem diese besser an das abgestorbene Gewebe gelangen können.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.