Folsäure

Allgemeines

Wenn eine ausreichende Folsäurezufuhr mit der Nahrung nicht möglich ist, können Folsäure-haltige Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Folsäuremangelzuständen eingesetzt werden. Zusätzlich kann Folsäure auch bei gesteigertem Folsäurebedarf (beispielsweise in Schwangerschaft und Stillzeit) oder bei gestörter Aufnahmefähigkeit des Darms verabreicht werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Folsäuremangel ausgleichen
  • Megaloblastenanämie behandeln
  • gesteigerten Folsäurebedarf ausgleichen
  • Folsäuremangel vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Folsäure im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Folsäure nicht verwendet werden?

Folsäure darf nicht bei einer Megaloblastenanämie infolge eines Vitamin-B12-Mangels angewendet werden. Bei Megaloblastenanämie unbekannter Ursache muss der behandelnde Arzt vor Therapiebeginn prüfen, ob ein Folsäuremangel vorliegt.

Weiterhin darf Folsäure nicht gleichzeitig mit Folsäureantagonisten verabreicht werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Schwangerschaft und Stillzeit bestehen keine Anwendungsbeschränkungen für Folsäure. Folsäuregaben der Mutter können sogar Schädigungen beim Ungeborenen (wie beispielsweise "Offener Rücken") verhindern. Dennoch ist jegliche Selbstmedikation in Schwangerschaft und Stillzeit dem behandelnden Arzt mitzuteilen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern sind keine Anwendungseinschränkungen beschrieben.

Welche Nebenwirkungen kann Folsäure haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Folsäure. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen, bei sehr hoher Dosierung:
Magen-Darm-Probleme, Schlafstörungen, Erregung, Depressionen, Albträume.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Allergische Reaktionen wie Hautausschlag, Juckreiz, Atembeschwerden, Übelkeit, Luftnot, Kreislaufkollaps, Schock.

Welche Wechselwirkungen zeigt Folsäure?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Therapie mit Mitteln gegen Krampfleiden (Antiepileptika) kann durch die Folsäure deren Wirkung abgeschwächt werden und die Krampfbereitschaft zunehmen. Diese Patienten müssen regelmäßig ärztlich überwacht werden.

Bei Gabe hoher Dosen kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Folsäure und gleichzeitig verabreichte Folsäureantagonisten wie beispielsweise Chemotherapeutika (unterstützende Mittel in der Krebstherapie wie Trimethoprim, Proguanil, Pyrimethamin) und Zytostatika (zellwachstumshemmende Substanzen wie Methotrexat) gegenseitig in ihrer Wirkung hemmen. Der behandelnde Arzt wird individuell über eine nötige Dosisanpassung entscheiden.

Das Zytostatikum Fluorouracil kann in Verbindung mit Folsäure zu starken Durchfällen führen. Des Weiteren kann Chloramphenicol (ein Breitbandantibiotikum) die Wirkung der Folsäurebehandlung verhindern. Deshalb sollten Patienten mit schweren Folsäuremangelerscheinungen diesen Wirkstoff nicht erhalten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Megaloblasten-Anämie muss vor Therapiebeginn ein Vitamin-B12-Mangel ausgeschlossen werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Folsäure?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Folsäure enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Tabletten

So wirkt Folsäure

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Folsäure. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Vitamine, zu welcher der Wirkstoff Folsäure gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Folsäure

Wenn eine ausreichende Folsäurezufuhr mit der Nahrung nicht möglich ist, können Folsäure-haltige Arzneimittel zur Vorbeugung und Behandlung von Folsäuremangelzuständen eingesetzt werden. Zusätzlich kann Folsäure auch bei gesteigertem Folsäurebedarf (beispielsweise in Schwangerschaft und Stillzeit) oder bei gestörter Aufnahmefähigkeit des Darms verabreicht werden.

Auch ein Folsäuremangel als Folge einer Therapie mit Medikamenten, die die Wirkung von Folsäure hemmen (Folsäureantagonisten), kann mit diesem Wirkstoff behandelt werden. Ein Ausgleich kann weiterhin bei Mangelzuständen nach oder während einer Behandlung mit Barbituraten (Beruhigungsmittel), Antiepileptika wie Phenytoin und Primidon sowie infolge einer langfristigen Einnahme hormonaler Kontrazeptiva ("Pille") erfolgen. Bei chronischem Alkoholkonsum ist ebenfalls eine Substitutionsbehandlung erforderlich.

Außerdem kommt dieser Wirkstoff bei durch Folsäuremangel bedingten Homocysteinämien (Mangel an bestimmten Eiweißen im Blut) sowie bei der Megaloblastenanämie (besondere Form der Blutarmut) zur Anwendung.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Folsäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Folsäure

Die zur Wirkstoffgruppe der Vitamine zählende Folsäure und ihre chemischen Abwandlungen spielen bei allen Zellteilungs- und Wachstumsprozessen eine Rolle. Durch Folsäuremangel in der Schwangerschaft kann es beim ungeborenen Kind durch fehlerhaften Schluss des Rückenmarksrohres zu einer Störung der Gehirn-Entwicklung kommen.

Der Körper hat nur sehr geringe Folsäurespeicher. Wird keine Folsäure mit der Nahrung (vor allem in Blattgemüse, Hefe und Innereien enthalten) zugeführt, kommt es nach vier bis fünf Monaten zur Ausbildung einer besonderen Form der Blutarmut, der megaloblastischen Anämie. Darunter versteht man eine Blutarmut mit großen, nicht richtig ausgereiften roten Blutkörperchen. Dies ist der Fall, weil Folsäure eine ganz entscheidende Rolle im gesamten Zellstoffwechsel, vor allem aber bei den blutbildenden Zellen, spielt. Bei einem Folsäuremangel wird der Stoffwechsel dieser Zellen gestört und die Reifung wird verhindert. Durch eine Zufuhr von Folsäure reguliert sich der Zellstoffwechsel wieder.

Ebenfalls können Veränderungen der Darmschleimhautzellen und eine gestörte Antikörperbildung Folgen eines Folsäuremangels sein. Durch eine Folsäuregabe werden auch diese Störungen wieder normalisiert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.