Fidaxomicin

Allgemeines

Fidaxomicin wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Infektionen mit dem Keim Clostridium difficile eingesetzt. Bei gesunden Menschen ist dieser Keim ein harmloses Darmbakterium. Wird die Darmflora jedoch durch Antibiotika geschädigt, ändern sich die "Kräfteverhältnisse" unterhalb der Bakterien und es kann zu einem Ungleichgewicht kommen. Unter solchen Umständen kann sich Clostridium difficile vermehren und Gifte produzieren, die zu einer unter Umständen lebensbedrohenden Durchfall-Erkrankung führen können.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Fidaxomicin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Fidaxomicin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Fidaxomicin nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Fidaxomicin angewendet werden bei
  • schwerer Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder mittlerer bis schwerer Beeinträchtigung der Leberfunktion
  • Patienten mit pseudomembranöser Kolitis und heftigen oder lebensbedrohlichen Verläufen einer Clostridien-Darminfektion
  • einer begleitenden chronisch-entzündlichen Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, weil Fidaxomicin dann vielleicht mehr Nebenwirkungen haben kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine Studien zur Anwendung von Fidaxomicin bei Schwangeren. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen an den Nachkommen. Aus Vorsichtsgründen sollte dennoch eine Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft vermieden werden.

Fidaxomicin gelangt kaum in den Körper; daher ist anzunehmen, dass es keine Auswirkungen auf das gestillte Neugeborene oder Kind hat. Weil aber nicht bekannt ist, ob Fidaxomicin oder seine Abbauprodukte in die Muttermilch übergehen, kann ein Risiko für das Neugeborene oder den Säugling nicht gänzlich ausgeschlossen werden. Der Arzt wird eine Entscheidung darüber treffen, ob das Stillen zu unterbrechen oder auf die Behandlung mit Fidaxomicin zu verzichten ist beziehungsweise ob die Behandlung unterbrochen werden soll. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Fidaxomicin bei Kindern unter 18 Jahren ist bisher noch nicht in Studien nachgewiesen. Die Anwendung liegt daher im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Fidaxomicin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Fidaxomicin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Verstopfung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Appetitabnahme, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Geschmacksstörung, Völlegefühl, Blähungen, Mundtrockenheit, Anstieg des Leberwertes ALAT.

Welche Wechselwirkungen zeigt Fidaxomicin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wirkstoffe, die das Enzym hemmen, welches Fidaxomicin abbaut, sollten nicht zusammen mit dem Wirkstoff gegeben werden. Anderenfalls könnte es zu vermehrten Nebenwirkungen kommen. Zu diesen Wirkstoffen gehören Ciclosporin A (gegen Organabstoßungsreaktionen), das Pilzmittel Ketoconazol, die Makrolid-Antibiotika Erythromycin und Clarithromycin, der Blutdrucksenker Verapamil, die Antiarrhythmika Dronedaron und Amiodaron.

Fidaxomicin seinerseits kann die Wirkung des Blutverdünners Dabigatran nachteilig verstärken.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Fidaxomicin wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


Welche Medikamente beinhalten Fidaxomicin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Fidaxomicin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Fidaxomicin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Fidaxomicin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Fidaxomicin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Fidaxomicin

Fidaxomicin wird bei Erwachsenen zur Behandlung von Infektionen mit dem Keim Clostridium difficile eingesetzt. Bei gesunden Menschen ist dieser Keim ein harmloses Darmbakterium. Wird die Darmflora jedoch durch Antibiotika geschädigt, ändern sich die "Kräfteverhältnisse" unterhalb der Bakterien und es kann zu einem Ungleichgewicht kommen. Unter solchen Umständen kann sich Clostridium difficile vermehren und Gifte produzieren, die zu einer unter Umständen lebensbedrohenden Durchfall-Erkrankung führen können.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Fidaxomicin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Fidaxomicin

    Fidaxomicin ist chemisch aus vielen Kohlenstoffringen aufgebaut. Es gehört daher zu einer neuen Wirkstoffgruppe, den makrozyklischen Antibiotika. Der Wirkstoff hat ein sehr enges Wirkspektrum, das auf Clostridium difficile abzielt. Dieser Erreger ist für schweren Durchfall verantwortlich, wie er im Zuge von Behandlungen mit anderen Antibiotika auftreten kann.

    Fidaxomicin hemmt das Enzym RNA-Polymerase. Dieses Enzym aber ist unerlässlich, um nach der Ablesung der Informationen aus dem Erbgut lebenswichtige Eiweiße herzustellen. Somit wirkt Fidaxomicin abtötend auf die Keime. Die Hemmung der RNA-Polymerase von Clostridien tritt in einer Konzentration ein, die zwanzigmal niedriger ist als bei dem entsprechenden Enzym des harmlosen Darmkeims Escherichia coli. So kann die gezielte Wirkung von Fidaxomicin erklärt werden.

    Fidaxomicin wird zudem kaum in den übrigen Körper aufgenommen, wirkt also im Darm gewissermaßen örtlich.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.